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Nasennebenhöhlenentzündung: Was hilft?

Veröffentlicht am:25.08.2022

4 Minuten Lesedauer

Eine Sinusitis, wie Ärzte die Entzündung der Nebenhöhlen bezeichnen, macht sich durch eine verstopfte Nase und Druckschmerz im Gesicht bemerkbar. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu behandeln.

Eine Person tastet die Nasennebenhöhlen eines Mannes ab – es besteht der Verdacht auf eine Nasennebenhöhlenentzündung.

© iStock / AndreyPopov

Inhalte im Überblick

    Nasennebenhöhlenentzündung: Was ist das?

    Viele kennen die Symptome: eine verstopfte Nase, die das Atmen erschwert, beeinträchtigter Geruchssinn und drückender Schmerz – hinter der Stirn, im Bereich der Nasenwurzel, seitlich der Nase oder im Oberkieferbereich –, der sich beim Vorbeugen oft verstärkt. Diese Beschwerden sind typisch für eine Sinusitis. Manchmal können auch Fieber oder Kopfschmerzen hinzukommen.

    Da in der Regel nicht nur die Schleimhäute der Nebenhöhlen, sondern zudem die der Nase selbst betroffen sind, sprechen Ärztinnen und Ärzte auch von einer Rhinosinusitis. „Rhino“ bedeutet Nase, „Sinus“ Hohlraum. Und die Endung „itis“ steht für eine entzündliche Krankheit.

    Akute Nasennebenhöhlenentzündungen treten in vielen Fällen in Verbindung mit Erkältungen auf und sind daher eine häufige Erkrankung. Meist halten die Beschwerden bei einer akuten Sinusitis nur ein bis zwei Wochen an. Bestehen die Symptome länger als zwölf Wochen, handelt es sich um eine chronische Nebenhöhlenentzündung. Sie ist deutlich seltener als die akute Krankheit.

    Welche Aufgabe haben die Nasennebenhöhlen?

    Die Nasennebenhöhlen sind eine Gruppe luftgefüllter Hohlräume. Zu ihnen gehören je zwei Stirnhöhlen, Kieferhöhlen und Keilbeinhöhlen sowie die Siebbeinzellen im Bereich der Nasenwurzel. Sie alle sind durch enge Öffnungen, die Ostien, mit der Nasenhöhle verbunden.

    Die Nasenhöhle und ihre Nebenhöhlen sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die mit feinen Härchen besetzt ist.

    • Diese befördern das Sekret, das von den Schleimhäuten produziert wird, in Richtung Rachen,
    • dadurch können Keime, die in die Nase gelangen, geschluckt und zum Magen transportiert werden, um
    • dort von der Magensäure inaktiviert oder abgetötet zu werden.

    Aufgabe der Nasenhöhle

    In der Nasenhöhle wird die eingeatmete Luft aufbereitet.

    Die Nasenhöhle mit den angrenzenden Nebenhöhlen hat die Aufgabe, die eingeatmete Luft zu erwärmen, vorzureinigen und zu befeuchten, um sie so für die unteren Atemwege aufzubereiten.

    Warum entzünden sich die Nebenhöhlen?

    Meist entsteht eine akute Nasennebenhöhlenentzündung infolge einer Erkältung, bei der die Nase versucht, die Erreger loszuwerden, indem sie vermehrt Schleim produziert. Durch die Infektion werden die Schleimhäute gereizt und schwellen an. Dadurch können sich die kleinen Öffnungen zu den Nebenhöhlen verschließen. Das Sekret staut sich dann in den Nebenhöhlen, weil es nicht mehr abfließen kann. Im feuchtwarmen Milieu der Nasennebenhöhlen können sich Keime gut vermehren. Auf eine ursprüngliche Virusinfektion kann sich so eine bakterielle Infektion aufsetzen, die eine eitrige Entzündung hervorrufen kann.

    Eine akute Sinusitis ist – aufgrund ihrer charakteristischen Symptome – meist leicht zu erkennen. Ist die Nase verstopft und kommt es zudem zu Schmerzen im Bereich der Nebenhöhlen, die sich durch leichtes Klopfen mit den Fingerkuppen noch verstärken, deutet das auf eine Sinusitis hin. Ein Arzt oder eine Ärztin kann das Innere der Nase mit einem kleinen Endoskop untersuchen und erkennen, wie stark die Schleimhaut geschwollen ist. Sehr selten kann sich eine Nasennebenhöhlenentzündung auch auf angrenzende Strukturen, wie das Gehirn oder die Augen ausbreiten. Dann können Symptome wie hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteife oder Schwellungen und Rötungen im Bereich der Augen auftreten. Dies sind Warnzeichen, bei denen sofort ärztlicher Rat eingeholt werden sollte.

    Ein Mann mit Nasennebenhöhlenentzündung hält sich die Nase und sitzt auf der Couch.

    © iStock / PeopleImages

    Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung schmerzen die Nebenhöhlen und die Nase fühlt sich verstopft an. In seltenen Fällen können auch weitere Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen hinzukommen.

    Was hilft bei einer akuten Sinusitis?

    Meist heilt eine akute Nasennebenhöhlenentzündung in ein bis zwei Wochen von selbst ab. Ärzte und Ärztinnen können jedoch Medikamente zur Linderung der Beschwerden verordnen. Dazu gehören kortisonhaltige Nasensprays, die den Entzündungsprozess hemmen und beispielsweise bei Nasennebenhöhlenentzündungen in Verbindung mit allergischem Schnupfen helfen.

    Nasentropfen oder -sprays, die zu einem Abschwellen der Schleimhäute führen, erreichen kurzfristig, dass das der Schleim wieder besser abfließt und man wieder freier atmen kann. Allerdings sollten diese Präparate nur wenige Tage angewendet werden. Die Schleimhäute schwellen nach der Anwendung wieder an und dies umso mehr, je länger man diese Nasensprays oder –tropfen verwendet.

    Auch Nasensprays oder -spülungen mit Salzlösungen, die in Apotheken erhältlich sind, können helfen, das Sekret in den Nebenhöhlen zu lösen.

    Bei schweren Krankheitsverläufen mit bakteriell bedingten Entzündungen werden zum Schutz vor Ausbreitungen der Infektion und damit verbundenen Komplikationen auch Antibiotika eingesetzt.

    Gegen Schmerzen können Wirkstoffe wie ASS, Paracetamol und Ibuprofen helfen.

    Welche Hausmittel lindern die Beschwerden?

    Daneben gibt es auch Hausmittel, die die Symptome einer akuten Sinusitis lindern können. So empfinden viele Menschen das Inhalieren von heißem Wasserdampf als wohltuend. Ätherische Öle, etwa aus Pfefferminze oder Kamille, steigern den Effekt meist noch. Außerdem ist es wichtig, ausreichend zu trinken. So kann sich das zähe Sekret leichter verflüssigen und abfließen – damit die Nasennebenhöhlenentzündung schon bald Geschichte ist.

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