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Basaliom: Weißer Hautkrebs im Visier

Eine junge Frau cremt sich die Nase mit Sonnencreme ein, um sich vor der Entstehung von einem Basaliom zu schützen.

© iStock / AleksandarNakic

Lesezeit: 4 Minuten04.07.2022

Das Basalzellkarzinom (Basaliom) ist der häufigste bösartige Krebs in Mitteleuropa und entsteht vor allem durch UV-Strahlen. Früh erkannt ist es gut heilbar, weshalb regelmäßige Hautkrebsscreenings so wichtig sind.

Inhalte im Überblick

    Was ist ein Basaliom?

    Wenn die Temperaturen ansteigen und die Sonne scheint, ist wieder eines wichtig: für ausreichend Sonnenschutz sorgen. Denn die UV-Strahlen der Sonne sind die häufigste Ursache von Hautkrebs. Bei Tumoren der Haut unterscheiden Mediziner zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs. Schwarz, weil die gefährlichen Melanome dunkel erscheinen und aus den pigmentbildenden Zellen der Haut entstehen, und weiß als Gegenpol dazu, da die Tumoren meist heller sind.

    Zum weißen Hautkrebs zählen das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Das Basalzellkarzinom ist die häufigere Tumorart mit circa 75 Prozent Anteil und wird auch Basaliom genannt. Diese Bezeichnung ist mittlerweile aber veraltet.

    Zahlen und Fakten zum Basalzellkarzinom:

    • Das Basalzellkarzinom ist der häufigste bösartige Krebs der Mitteleuropäer.
    • In Deutschland gibt es jährlich pro 100.000 Einwohner knapp 200 Neuerkrankungen
    • Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person in Mitteleuropa an dieser Form des weißen Hautkrebses im Laufe des Lebens erkrankt, wird auf zehn Prozent geschätzt.
    • Männer sind tendenziell etwas häufiger als Frauen betroffen.
    • Die meisten Personen erkranken in einem Alter von Anfang 70.

    Wie entsteht ein Basalzellkarzinom?

    Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung eines Basalzellkarzinoms ist eine intensive Belastung mit UV-Strahlen. Durch diese können Zellen der oberen Hautschicht entarten und zu Tumorzellen werden. Dabei ist zum einen jahrelange Sonneneinstrahlung gefährlich, zum anderen aber auch schubweise, starke Einstrahlung mit der Folge von Sonnenbränden in der Kindheit. Solariumbesuche zählen ebenfalls dazu.

    Diese weiteren Risikofaktoren sind für weißen Hautkrebs (einschließlich Basalzellkarzinome) bekannt:

    • Berufsgruppen mit regelmäßiger, ungeschützter Arbeit im Freien (zum Beispiel Beschäftigte im Baugewerbe)
    • Personen mit einem hellen Hauttyp
    • Kontakt zu Giftstoffen wie Arsen und Teer oder regelmäßiger Röntgenstrahlung
    • erbliche Hautkrankheiten, die mit erhöhter Lichtempfindlichkeit einhergehen
    • Personen mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel nach einer Organtransplantation oder durch eine HIV-Infektion
    • Basalzellkarzinome in der eigenen Vorgeschichte

    Hautkrebs bildet sich meist dort, wo die Sonne direkt drauf strahlen kann. Das heißt besonders auf den sogenannten Sonnenterrassen des Gesichts (Nasenrücken, auf den Ohren und auf unbehaarter Kopfhaut). Jedoch können auch andere Körperstellen betroffen sein. Sonnenschutz ist das A und O, um die Entstehung von weißem sowie schwarzem Hautkrebs vorzubeugen. Bei intensiver Sonneneinstrahlung sollte man sich daher im Schatten aufhalten, sich durch geeignete Kleidung schützen oder Sonnencreme mit hohem UV-Schutz verwenden.

    Das Basalzellkarzinom wächst in der Regel langsam und nur an seiner Ursprungsstelle. Es kann jedoch mit der Zeit in umliegende Gewebestrukturen einwachsen, wie etwa Knorpel und Knochen, und diese zerstören. Ein positiver Aspekt dieser Hautkrebsform ist jedoch, dass es selten zu Tumorabsiedlungen (Metastasen) kommt – anders als beim häufig metastasierenden schwarzen Hautkrebs. Ein Grund, warum nur wenige Patienten an weißem Hautkrebs sterben.

    Wie sehen Basalzellkarzinome aus?

    Basalzellkarzinome können sehr unterschiedlich aussehen – es gibt kein einheitliches Erscheinungsbild. Am häufigsten erscheinen sie hautfarben, rötlich oder rötlich-braun als Knötchen, Platten oder Wunden. Manchmal scheinen feine Äderchen durch oder es gibt einen erhabenen Rand, der an eine Perlschnur erinnert. Mitunter werden Basalkarzinome unbewusst aufgekratzt und sehen wie nicht heilende Wunden aus.

    Wichtig

    Da das äußere Erscheinungsbild so unterschiedlich ist, sollte man jede über mehrere Wochen bleibende Hautveränderung seinem Arzt oder seiner Ärztin zeigen. Wird ein Basalzellkarzinom nicht rechtzeitig erkannt, kann es weiter- und tiefer wachsen.

    Basalzellkarzinome früh erkennen

    Um eine gute Therapie und Heilungschance zu ermöglichen und Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, weißen Hautkrebs (Basalzell- und Plattenepithelzellkarzinome) so früh wie möglich zu erkennen. Zwei zentrale Punkte sind dabei von Bedeutung:

    1. die regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut
    2. das regelmäßige Hautkrebsscreening (spätestens ab 35 Jahre, alle 2 Jahre)

    Die Untersuchung erfolgt durch qualifizierte Hausärzte und -ärztinnen sowie Hautärzte oder -ärztinnen. Dabei wird die gesamte Haut angesehen. Sie erkennen weißen oder schwarzen Hautkrebs meist schon mit bloßem Auge. Bei Verdacht auf Hautkrebs erfolgt eine weitere Abklärung, im Zweifelsfall wird dabei die auffällige Stelle entfernt oder eine Gewebeprobe entnommen. Eine Pathologin oder ein Pathologe untersucht die Probe und kann dann Sicherheit geben, ob es sich um einen Hautkrebs handelt.

    Bild eines Basalzellkarzinoms (Basaliom)
    So oder so ähnlich kann ein Basalzellkarzinom aussehen.

    © iStock / OGphoto

    Die Behandlung von Basalzellkarzinomen

    Im Mittelpunkt der Therapie steht die vollständige Entfernung des Tumors. In 95 Prozent der Fälle ist das durch eine Operation möglich, bei der der Hautkrebs herausgeschnitten wird. Für Niedrig-Risiko Basalzellkarzinome oder in besonderen Lebenssituationen kann die Behandlung mit lokal-wirksamen Medikamenten erfolgen, die regelmäßig aufgetragen werden müssen. Ist eine Operation und lokale Behandlung nicht möglich, kann die Behandlung auch durch Vereisen, Lasern oder eine Lichttherapie erfolgen.

    Ist das Basalzellkarzinom bereits weiter fortgeschritten, erfolgt eine Strahlentherapie. Es gibt auch Medikamente, die jedoch nur einen geringen Zusatznutzen haben. Sie werden nur bei Patientinnen und Patienten eingesetzt werden, bei denen weder eine Operation noch eine Strahlentherapie in Betracht kommt.

    Meistens sind Basalzellkarzinome gut heilbar und nehmen keinen Einfluss auf die Lebenserwartung. Nur selten ist diese Krebsart lebensbedrohlich. Betroffene sollten fortan besonders sorgsam auf Sonnenschutz achten, sich regelmäßig selbst untersuchen und die angesetzten Nachsorgeuntersuchungen wahrnehmen. So kann ein Wiederauftreten des Tumors oder die Entstehung weiterer Tumoren früh erkannt und behandelt werden.

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