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Aphthen im Mund: Schmerz, lass nach

Junge mit Aphthen im Mund hat Schmerzen.

© iStock / CiydemImages

Lesezeit: 4 Minuten05.05.2022

Aphthen sind Schädigungen der Mundschleimhaut und haben meist harmlose Ursachen. Manchmal stecken aber auch ernsthafte Krankheiten dahinter. Erfahren Sie, welche das sein können und was gegen die Aphthen im Mund hilft.

Inhalte im Überblick

    Was sind Aphthen im Mund?

    Oft kommen sie aus dem Nichts: kleine, milchig-weiße Bläschen im Mund, die von einer Rötung umgeben sind. Ihr Durchmesser beträgt meist nur wenige Millimeter, der Schmerz, den sie verursachen, ist dafür aber umso größer. Aphthen sind entzündete Stellen an der Mundschleimhaut, an der etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung mindestens einmal im Leben leiden, Kinder und Frauen häufiger als Männer.

    Wer einmal von Aphthen im Mund betroffen ist, muss mit einem wiederholten Befall rechnen. Zwischen drei- und sechsmal im Jahr können sie auftreten. Es kann aber auch Monate oder Jahre dauern, bis die Mundgeschwüre zurückkehren. Gut zu wissen: Aphthen im Mund sind nicht ansteckend.

    Welche Formen von Aphthen gibt es?

    Aphthen im Mund können in drei verschiedenen Formen vorkommen:

    1. Minor-Aphthen: Bei dieser Form können gleichzeitig bis zu vier Aphthen im Mund entstehen. Diese messen allerdings nur wenige Millimeter. Etwa 85 Prozent sind von den Minor-Aphthen betroffen.
    2. Major-Aphthen: Von der selteneren Form treten maximal zwei gleichzeitig auf. Dafür sind sie ein bis drei Zentimeter groß, verursachen größere Schmerzen und brauchen länger, bis sie abheilen.
    3. Herpetiforme Aphthen: Hier bilden sich 50 bis über 100 stecknadelkopfgroße Aphthen im Mund gleichzeitig.

    An welchen Symptomen lassen sich Aphthen erkennen?

    Die kleinen Bläschen treten in der Regel an den Innenseiten der Wangen und Lippen auf, können aber auch auf der Zunge, am Zahnfleisch oder am Gaumen vorkommen. Egal wo Aphthen im Mund auftreten, sie verursachen Schmerzen. Bei der Entstehung können sie sich an der betroffenen Stelle auch durch Kribbeln, Brennen oder durch eine raue Mundschleimhaut andeuten. Die Schmerzen können so stark sein, das alltägliche Dinge wie Essen, Schlucken und Sprechen stark beeinträchtigt werden.

    Welche Ursachen haben Aphthen?

    Die Ursachen für das Auftreten der nicht ansteckenden Aphthen im Mund sind nicht genau geklärt. Die Medizin geht davon aus, dass sie durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren begünstigt werden. Das sind zum einen die Gene, da Aphthen vermehrt innerhalb einer Familie auftreten und zum anderen:

    • Stress
    • Schlafmangel
    • ein angeschlagenes Immunsystem
    • mechanische Reizungen (Prothesen, Zahnspangen oder der eigene Biss auf die Wange)
    • verschiedene Nahrungsmittelunverträglichkeiten
    • hormonelle Schwankungen

    Was kann man gegen Aphthen tun?

    Aphthen im Mund müssen in den meisten Fällen nicht behandelt werden, sie sind nur wenige Tage schmerzhaft und nach etwa zwei Wochen komplett verschwunden. Sind die Schmerzen aber zu stark, kann der Hausarzt schmerzlindernde, entzündungshemmende und antiseptische Mittel als Gel, Creme, Paste oder Spray für die entzündeten Stellen verschreiben. In sehr seltenen Fällen kann eine Lasertherapie von einem HNO- oder Zahnarzt erwogen werden. In der Regel aber reichen die folgenden Tipps, um die akute Phase schmerzfreier zu gestalten:

    Die richtige Ernährung bei Aphthen im Mund

    Aphthen schmerzen besonders bei Kontakt mit Lebensmitteln, die die entzündete Schleimhaut zusätzlich reizen. Dazu gehören harte Lebensmittel wie Brötchenkrusten, saures Obst, scharfe oder salzige Speisen sowie kohlensäurehaltige Getränke und Alkohol. Daher hilft es, schleimhautschonende Nahrung zu sich zu nehmen. Das sind vor allem Suppen und weich gekochtes oder püriertes Essen.

    Die richtige Mundpflege bei Aphthen im Mund

    Um die Schmerzen bei der Mundpflege nicht unnötig zu verstärken, sollten Betroffene auf die Inhaltsstoffe ihrer Pflegeprodukte achten. Mundspülungen, die Alkohol enthalten, können zum Beispiel die Beschwerden verstärken. Auch Natriumlaurylsulfat, ein Inhaltsstoff, der in Zahnpasta vorkommt, kann Schmerzen begünstigen und sollte deshalb gemieden werden.

    Zusätzlich sind weiche Zahnbürsten zu empfehlen. Sie schonen das Zahnfleisch und beugen Zahnfleischverletzungen vor, die wiederum die Entstehung von Aphthen im Mund begünstigen.

    Hausmittel gegen Aphthen im Mund

    Einigen Hausmitteln wird nachgesagt, dass sie den natürlichen Heilungsprozess beschleunigen beziehungsweise die Schmerzen lindern können. Sie sollen die Empfindlichkeit im Mund reduzieren oder entzündungshemmend wirken. Aus wissenschaftlicher Sicht fehlen hier allerdings die Belege, eine negative Auswirkung auf Aphthen im Mund haben sie aber nicht. Zu den Hausmitteln zählen:

    • das in Lakritze enthaltene Süßholz
    • Bienenkittharz (Propolis), ein Stoff, der Bienen zur Abwehr von Krankheitserregern und zum Abdichten von Ritzen im Bienenstock dient
    • Salbei und Kamille, zum Beispiel als Tee zum Spülen und Gurgeln
    • Teebaumöl (achtung – nicht schlucken)
    • Aloe vera
    Nahaufnahme von Aphthen im Mund.
    Aphthen im Mund können in verschiedenen Formen auftreten, bei der häufigsten Form – den Minor-Aphthen – können gleichzeitig bis zu vier Aphthen entstehen.

    © iStock / frank600

    Warnsignal für andere Krankheiten: Wie gefährlich sind Aphthen?

    Wenn Aphthen besonders ausgeprägt sind oder nicht innerhalb von zwei Wochen ausheilen, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Das gilt auch, wenn zusätzlich die Lymphknoten anschwellen oder Mundgeruch entsteht. Die richtigen Ansprechpartner sind Hausärzte, aber auch Dermatologen, HNO- oder Zahnärzte können helfen. In diesem Fall können nämlich bestimmte Krankheiten oder Medikamentenanwendungen die Ursache für die Aphthen im Mund sein:

    • Morbus Behçet, eine seltene, entzündliche Gefäßerkrankung
    • chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie
    • eine Verminderung weißer Blutzellen (Leukopenie)
    • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises wie reaktive Arthritis
    • Infektionskrankheiten wie HIV oder Lippenherpes
    • bösartige hämatologische Systemerkrankungen wie Leukämien
    • Mangelerscheinungen – zum Beispiel Eisen- oder Vitamin-B-Mangel
    • die Einnahme bestimmter Medikamente wie Immunsuppressiva, welche die Funktionen des Immunsystems unterdrücken, beispielsweise Cortison

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