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Gesundheitsmagazin

Liebe & Sexualität

Darum ist regelmäßiger Sex gesund

Veröffentlicht am:01.07.2022

4 Minuten Lesedauer

Sex ist gesund, macht glücklich und verlängert das Leben – um die vermeintlich schönste Nebensache der Welt ranken sich viele Mythen. Doch sind sie wahr? Hier erfahren Sie, wie Sex im Gesundheitscheck abschneidet.

Liebespaar liegt nach dem Sex kuschelnd und zufrieden im Bett, denn regelmäßiger Sex ist gesund.

© iStock / franckreporter

Inhalte im Überblick

    Sex: Balsam für Körper und Geist

    Er gilt als die schönste Nebensache der Welt. Doch Sex bringt nicht nur Spaß und macht glücklich, sondern ist darüber hinaus auch äußerst gesund – das belegen immer mehr wissenschaftliche Studien. Der Grund hierfür ist nicht allein die damit verbundene körperliche Aktivität. Vielmehr kommt es beim Liebesspiel zu zahlreichen Veränderungen im Hormonsystem und Stoffwechsel, die sich positiv auf den Zustand von Körper und Psyche auswirken können.

    Welche gesundheitlichen Probleme kann Sex lindern?

    Mit regelmäßigem Sex lassen sich verschiedene Beschwerden mildern. Gleichzeitig kann sexuelle Aktivität das Risiko für bestimmte Erkrankungen verringern. Hierzu zählen unter anderem:

    • Schlafstörungen: Sex am Abend kann das Einschlafen erleichtern und Schlafstörungen bessern. Das gilt sowohl für Sex mit einer Partnerin oder einem Partner als auch für Selbstbefriedigung, wie Forschende herausfanden.
    • Stress: Sex ist ein wirksames Mittel gegen Stress. So kann Intimität die Auswirkungen der Stresshormone Cortisol und Adrenalin mindern.
    • Schmerzen: Beim Sex werden Endorphine ausgeschüttet. Sie sorgen nicht nur für ein Stimmungshoch, sondern wirken auch als natürliche Schmerzkiller. Dadurch kann Sex Menstruations-, Gelenk-, Kopf- oder andere Schmerzen verringern.
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Sex, der als qualitativ hochwertig wahrgenommen wird, scheint bei Frauen die kardiovaskuläre Gesundheit zu fördern und insbesondere das Risiko von Bluthochdruck zu verringern. Für ältere, sexuell aktive Männer hingegen steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
    • Prostatakrebs: Eine groß angelegte US-Studie zeigt, dass Männer mit häufigen Ejakulationen im Vergleich zu denjenigen mit einer geringeren Frequenz seltener die Diagnose Prostatakrebs erhalten.
    • Fruchtbarkeit: Regelmäßiger Sex kann die Fruchtbarkeit steigern. Das ist das Ergebnis einer Studie in den USA. Demnach löst eine hohe sexuelle Aktivität physiologische Veränderungen im Körper aus, die die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöhen, sogar außerhalb des Zeitfensters des Eisprungs.
    Homosexuelles Paar genießt verliebt Zweisamkeit.

    © iStock / franckreporter

    Regelmäßiger Sex ist gesund und hilft, Stress abzubauen. Grund: Auswirkungen der Stresshormone Cortisol und Adrenalin werden gehemmt.

    Warum ist Sex gesund?

    Sex ist aus mehreren Gründen gesund:

    • Der Austausch von Körpersäften aktiviert unsere Abwehrzellen gegen mögliche Erreger der Partnerin oder des Partners und stärkt so unser Immunsystem. (Nachteil: Man kann sich dabei auch mit einer sexuell-übertragbaren Infektionskrankheit anstecken.)
    • Sexuelle Aktivitäten fördern die Durchblutung des Körpers, wodurch das Herz-Kreislauf-System trainiert wird. Doch Achtung: Bei älteren, sexuell aktiven Männern, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
    • Zusätzlich senkt Sex die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, was Stressfolgen mildert, aber auch dem Blutdruck zugutekommt.
    • Die beim Sex ausgeschütteten Endorphine wirken schmerzlindernd und können beispielsweise Kopf- und Gelenkschmerzen lindern.

    Wie viel Sex ist ideal?

    Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt keine klare Empfehlung für die Häufigkeit von Sex, zumal der Wunsch nach Intimität individuell unterschiedlich ist.

    Studien mit Paaren deuten darauf hin, dass einmal Sex pro Woche ideal für das mentale Wohlbefinden in der Beziehung sei. Häufiger als einmal wöchentlich bedeute zudem keine Steigerung des Wohlbefindens. Diese Ergebnisse sind jedoch vorsichtig zu betrachten, da viele Faktoren nicht berücksichtigt werden. Beispielsweise bleibt unklar, wie intensiv oder lange dieses eine Mal empfunden wird, was genau „Sex“ für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeutet und welche nicht-sexuellen Anstrengungen sie für ihr Beziehungsglück unternehmen. Zudem ist wöchentlicher Geschlechtsverkehr kein Erfolgsgarant für eine glückliche Beziehung. Vor allem in langjährigen Partnerschaften werden Gemeinsamkeiten, Humor und Themen wie Kindererziehung oder Hausbau häufig zunehmend wichtiger als Lust und Leidenschaft.

    Rein körperlich betrachtet kann Sex für junge Menschen – in manchen Fällen – als sportliche Aktivität gesehen werden: Kanadische Forscherinnen und Forscher fanden im Rahmen einer Studie heraus, dass Paare beim Geschlechtsverkehr mit moderater Intensität durchschnittlich 3,6 kcal pro Minute verbrennen. Deshalb könne Sex durchaus ein signifikantes Workout darstellen, ähnlich wie Ausdauersport.

    Hat Selbstbefriedigung dieselben gesundheitlichen Vorteile wie Sex?

    Tatsächlich kann auch Selbstbefriedigung positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Ebenso wie Sex kann sich Selbstbefriedigung positiv auf den Stressabbau auswirken und Schmerzen lindern. Ein Vorteil gegenüber Sex: Wenn man masturbiert, kann man sich nicht mit einer sexuell-übertragbaren Infektionskrankheit anstecken. Außerdem steht man selbst und die eigene Befriedigung im Mittelpunkt – das fördert das Selbstwert- und Körpergefühl. Da die körperliche Anstrengung nicht der beim Sex gleichzusetzen ist, hat Masturbation sportlich gesehen jedoch nicht die gleichen gesundheitlichen Vorteile.

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    Ist ein Leben ohne Sex ungesund?

    Nein, ein Leben mit wenig oder keinen Sex ist nicht automatisch ungesund. Der gesundheitliche Zustand (sowohl der körperliche als auch psychische) wird von vielen Faktoren beeinflusst, wie der erblichen Veranlagung, Vorerkrankungen sowie dem allgemeinen Lebensstil, etwa Ernährung und Bewegung. Die sexuelle Aktivität ist dabei „nur“ ein weiterer Faktor, der sich positiv auf die mentale und körperliche Gesundheit auswirkt.

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