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Wassergeburt: Die schmerzfreie Entbindung?

Mutter hält Neugeborenes im Arm.
Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 28.07.2020

Einige schwangere Frauen interessieren sich für eine Wassergeburt. Alles über Risiken, Vor- und Nachteile sowie den genauen Ablauf, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Die Geburt ist ein großes Ereignis, das mit viel Nervosität und Aufregung verbunden sein kann, aber auch mit großer Angst und einer gehörigen Portion Ungewissheit. Eine intensive Geburtsvorbereitung  ist daher für werdende Mütter besonders wichtig. 

    Im Zuge dessen entscheidet sich auch, welche Art der Entbindung geplant ist – etwa die Geburt in einer Klinik,  eine Geburt im Geburtshaus oder eine Hausgeburt. Eine Wassergeburt ist bei allen drei Varianten möglich – sofern die Gegebenheiten stimmen. 

    Wichtig ist: Eine Entbindung im Wasser sollte möglichst gut geplant sein. Hat sich die Schwangere beispielsweise für eine Hausgeburt entschieden, ist es sinnvoll, die geplante Entbindungsart frühzeitig mit der Hebamme zu besprechen.

    Soll die Entbindung in einem Geburtshaus oder Kreißsaal stattfinden, raten Experten dazu, sich rechtzeitig anzumelden, die Einrichtung vorab zu besuchen und vor Ort die bevorzugte Entbindungsart mit den Geburtshelfern zu erörtern.

    Was ist eine Wassergeburt und wie läuft sie ab?

    Bei einer Wassergeburt wird das Baby in einer sogenannten Gebärwanne oder in einem Geburtsbecken entbunden. Die werdende Mutter steigt dafür zunächst in das bis zur Brust reichende Wasser, welches eine angenehm warme Temperatur, etwa zwischen 32 und 37 Grad Celsius, hat. Ob kurz vor der Niederkunft oder bereits zu Beginn der Wehen – der Zeitpunkt, wann die Schwangere sich in das Wasser begibt, ist in der Regel ihr selbst überlassen. 

    Die Geburt wird durch mindestens zwei Geburtshelfer überwacht. Sie kontrollieren unter anderem die Herztöne des Babys sowie die Wehenaktivitäten der Mutter und sorgen für einen möglichst komplikationsfreien Geburtsvorgang. 

    Erstickungsgefahr bei Wassergeburt?

    Eine Erstickungsgefahr für das Neugeborene besteht bei einer Wassergeburt nicht. Der sogenannte Tauchreflex des Babys verhindert, dass das Badewasser beim ersten Atemzug in die Lunge des Neugeborenen gelangt. Hier wird die Luftröhre umgehend durch das reflexartige Luftanhalten des Babys verschlossen. Die Sauerstoffversorgung des Babys ist indessen weiterhin durch die Nabelschnur der Mutter gewährleistet.

    Vorzüge und Nachteile der Wassergeburt

    In einer rückblickenden Analyse der Universitäts-Frauenklinik in Bern wurden in den 1990er-Jahren in einem Zeitraum von vier Jahren die Geburtsverläufe von rund 100 Frauen analysiert. 78 davon bevorzugten eine Wassergeburt. Heraus kam: Es wurden signifikant weniger Dammschnitte durchgeführt, ebenso kamen bei den Wassergeburten weniger Wehenmittel und Schmerzmittel zum Einsatz. Das deckt sich mit den Erfahrungen, von denen werdende Mütter und Hebammen berichten.

    Weniger Schmerzmittel: Die Wassergeburt wird von den meisten Frauen im Vergleich zu anderen Entbindungsarten als weniger schmerzhaft empfunden, was nicht zuletzt an der entkrampfenden Wirkung des warmen Wassers liegt. 

    Weitere positive Aspekte der Wassergeburt sind:

    • Vermeintlich niedrigeres Risiko für einen Dammriss
    • weniger Blutverlust
    • Das Baby kennt das Gefühl, von Wasser umgeben zu sein, aus der Fruchtblase und ist daher bei der Geburt weniger gestresst.

    Es gibt allerdings auch Nachteile, die mit einer Wassergeburt einhergehen. Bei unvorhergesehenen Komplikationen können die Geburtshelfer zum Beispiel nicht so schnell eingreifen wie bei einer klassischen Geburt im Kreißsaal. Die Frau muss dafür häufig erst aus der Gebärwanne oder dem Geburtsbecken in ein Bett verlagert werden.

    Weitere Nachteile der Wassergeburt sind:

    • Es ist keine PDA (Periduralanästhesie) möglich, wenn der Geburtsvorgang bereits eingeleitet wurde.

    Junge Mutter hält ihr Neugeborenes nach einer Wassergeburt.
    Schwangere, die sich für eine Wassergeburt interessieren, sollten sich frühzeitig und umfassend von der Hebamme oder dem Frauenarzt beraten lassen.© iStock: Ideabug

    Für wen kommt eine Wassergeburt infrage?

    Eine Wassergeburt kommt generell nur für Frauen infrage, die keine besonderen Vorerkrankungen haben und bei denen eine komplikationsfreie Geburt erwartbar ist. Ist die werdende Mutter an HIV, Hepatitis oder Diabetes erkrankt oder leidet sie unter einer Schwangerschaftsvergiftung (Gestose), wird eine Wassergeburt von vornherein ausgeschlossen. Auch Mehrlingsgeburten dürfen nicht im Wasser durchgeführt werden. Problematisch wird es auch dann, wenn das Kind in Beckenlage liegt oder besonders groß ist. In diesen Fällen wird ebenfalls von einer Wassergeburt abgeraten. Eine Geburt im Wasser ist zudem ausschließlich ab der 37. Schwangerschaftswoche möglich. 

    Gibt es Geburtsvorbereitungskurse für Wassergeburten?

    Es gibt spezielle Kurse, die werdende Mütter auf eine Wassergeburt vorbereiten. Fragen Sie bei Ihrer AOK nach möglichen Angeboten und Ansprechpartnern!

    Wer übernimmt die Kosten bei einer Geburt im Wasser?

    Die Kosten bei einer Wassergeburt werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. 

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