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Glück nach einer Trennung wiederfinden

Eine junge Frau tanzt in einem Kornfeld.

© iStock / Jasmina007

Lesezeit: 4 Minuten13.08.2020Aktualisiert: 21.04.2022

Wenn eine Beziehung zerbricht, trauert oftmals einer der Partner der gemeinsamen Zeit hinterher und leidet unter der Trennung. Für diesen Fall gibt es Verhaltensempfehlungen, um die Trennung möglichst schnell und ohne bleibende Schäden zu verarbeiten.

Inhalte im Überblick

    Wie kann man eine Trennung verarbeiten?

    Letztendlich gibt es nicht den einen Weg, um eine Trennung bestmöglich zu verdauen. Dazu sind die jeweiligen individuellen Charakterzüge zu unterschiedlich. Was dem einen guttut, ist für den anderen Gift. Auch die Schlussmacher brauchen häufig etwas Zeit, das Beziehungsende und die damit einhergehenden Gefühle zu verarbeiten. Ob selbst Schluss gemacht oder unerwartet getrennt: Diese Dos and Don’ts helfen nach einer Trennung:

    • Generell ist es hilfreich, sich ausreichend Zeit für die Trauer zu nehmen und die Gründe für das Beziehungsende zu analysieren. Bei aller Emotionalität kann das dabei helfen, sich bewusst zu machen, dass der Split eventuell aus nachvollziehbaren Gründen erfolgte – und sogar alternativlos war. Vor allem, wenn Sie eine Trennung trotz Liebe verarbeiten, kann eine solche Analyse hilfreich sein. Dies muss nicht bedeuten, dass die Trauer dann automatisch verschwindet, aber es kann dabei helfen, den Schmerz besser zu kanalisieren.
    • In den allermeisten Fällen ist es keine gute Idee, sofort eine neue Beziehung zu beginnen. Das ist zumeist zum Scheitern verurteilt, weil die Gefühle nach einer Trennung noch nicht final verarbeitet sind. Potenzielle Neu-Partner als Trostpflaster zu nutzen, ist zudem nicht sonderlich rücksichtsvoll.
    • Vor übermäßigem Alkoholgenuss in von Trauer gekennzeichneten Trennungsphasen ist dringend abzuraten.
    • Am besten nehmen sich frisch Getrennte zunächst Zeit für sich, um sich ihren Gefühlen zu stellen und sie bewusst zu verarbeiten. Wobei gegen Sportaktivitäten und Treffen mit Freunden nichts einzuwenden ist – im Gegenteil. Verstecken braucht sich niemand und der soziale Rückhalt durch Freunde oder Familie tut vielen gut.
    • Es kann helfen, persönliche Gegenstände des oder der Verflossenen in einen Koffer oder eine Reisetasche zu legen und dann aus dem Blickfeld zu räumen, zurückzugeben, zu spenden oder zu entsorgen.
    • Wenn gemeinsame Freunde einen regelmäßig mit Informationen von der Ex oder dem Ex versorgen, zieht sich damit der Abnabelungsprozess unfreiwillig in die Länge. Sprechen Sie mit Ihren Freunden, ob und welche Informationen Sie über Ihren ehemaligen Partner oder Ihre ehemalige Partnerin hören möchten.
    • Wer tief getroffen ist, meidet am besten auch den direkten Kontakt mit dem ehemaligen Lebenspartner. Verzweifelte Anrufe bei der Ex mitten in der Nacht haben zumeist nicht den gewünschten Effekt – eher im Gegenteil.
    Ein Mann verarbeitet eine Trennung und schaut traurig auf ein Erinnerungsstück aus der Beziehung. Er räumt es in einen Karton.
    Oft hilft es, Erinnerungsstücke aus dem Blickfeld zu räumen. So wird man nicht immer wieder an die Beziehung und Trennung erinnert.

    Die Phasen nach einer Trennung

    Trennungsphase
    1. Phase: SchockDiese Phase dauert Stunden bis Tage. Der Betroffene fühlt sich wie betäubt, der Verlust erscheint unerträglich. In dieser Phase können sich Inaktivität und Lähmung mit heftigen Emotionen wie Wut, Ärger und rastloser Aktivität abwechseln.
    2. Phase: Beschäftigung mit dem VerlustSie tritt innerhalb von zwei Wochen ein. Der Betroffene erkennt, dass der Verlust endgültig ist und beginnt, sich mit dem, was er verloren hat, in Gedanken, Träumen und Tagträumen intensiv zu beschäftigen. Das Zurückschauen und Erinnern dient dazu, den Verlust emotional anzuerkennen und sich allmählich davon zu lösen.
    3. Phase: AuflösungBei normalem Verlauf verringern sich die Trauersymptome in den ersten sechs bis zwölf Monaten. Der Betroffene beginnt, Interessen (wieder) zu gewinnen oder neue Bindungen einzugehen. Dennoch kann auch nach Jahren immer wieder Trauer auftreten. Manche Verluste werden allerdings nie überwunden, und Traurigkeit kann lebenslang anhalten.

    Es gibt keine pauschale Angabe für die Dauer, um eine Trennung zu verarbeiten, weil hier individuelle Gegebenheiten ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen. Sich Zeit zu nehmen, ist eine sehr persönliche Angelegenheit.

    Sollte die Trauer auch noch nach über einem Jahr unerträglich sein, können sich Betroffene überlegen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. In den meisten Fällen können Experten erfolgreich verhindern, dass die Trennung zum Trauma wird.

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    Anders sieht es aus, wenn Kinder mit im Trennungsspiel sind, denn dann kann man sich oftmals nicht so einfach zurückziehen und sich ausreichend Zeit nehmen. Die Verantwortung für den gemeinsamen Nachwuchs verlangt nach schnellen Lösungen des Verarbeitens. Das ist bei Weitem nicht so einfach wie bei kinderlosen Beziehungen. Durch die Kinder bleibt man auf lange Zeit verbunden, sie können aber auch dazu beitragen, dass man emotional aufgefangen wird und gar keine Zeit hat, sich in den Schmerz fallen zu lassen.

    Letztendlich geht es vor allem darum, dass auch die Kinder mit der Trennung gut zurechtkommen, und da sind Eltern, die ihre Trauer oder Wut ungeniert ausleben, keine guten pädagogischen Wegweiser.

    Auch hier gilt trotz allem der Ratschlag, langsam zurück ins Leben zu finden und seine eigenen Rahmendaten definieren, unter Berücksichtigung des Kindeswohls.

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    Ein fröhliches Kleinkind sitzt auf der Toilette.
    Baby & Kleinkind