Weil Hitze und Sonne mehr als nur Sommer sind
Der Klimawandel führt zu längeren Perioden mit hohen Temperaturen und mehr Sonnenstunden. Wir informieren über die gesundheitlichen Risiken von Hitze und erhöhter UV-Strahlung, geben Tipps zum individuellen Schutz und setzen uns dafür ein, Baden-Württemberg besser auf Extremhitze vorzubereiten.

Warum wir Gesundheitsschutz in Zeiten des Klimawandels neu denken müssen
Der Klimawandel ist längst zu spüren. Auch in Baden-Württemberg gehören heiße Tage und längere Hitzewellen immer häufiger zum Alltag. Das kann für den Körper schnell zur Belastung werden: Hitze beansprucht den Kreislauf, erschwert erholsamen Schlaf und kann zu Flüssigkeitsmangel, Kopfschmerzen, Schwindel oder ernsten gesundheitlichen Beschwerden führen.
Ein wirksamer Hitzeschutz wird vor diesen Hintergrund immer wichtiger. Das gilt für uns alle, vor allem aber für ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen und Personen, die im Freien arbeiten oder in stark aufgeheizten Wohnungen leben. Im Zuge des Klimawandels steigt zudem die Zahl der Sonnenstunden und damit das Risiko für Hautkrankheiten, insbesondere für Hautkrebs. Die Themen Hautgesundheit und UV-Schutz gewinnen dadurch ebenfalls an Bedeutung.
Als AOK Baden-Württemberg möchten wir dazu beitragen, dass Menschen gut durch heiße und sonnige Tage kommen – mit verständlichen Informationen, konkreten Tipps und einem klaren Blick für diejenigen, die besonders gefährdet sind. Gleichzeitig übernehmen wir Verantwortung über die individuelle Vorsorge hinaus: Gemeinsam mit Partnern arbeiten wir daran, Baden-Württemberg besser auf Extremhitzeereignisse vorzubereiten.
Hitzeschutz: gut durch die heißen Tage

Wenn die Temperaturen steigen, braucht unser Körper Unterstützung. Denn Hitze ist anstrengend: Der Kreislauf arbeitet stärker, wir schwitzen mehr und verlieren Flüssigkeit. Gleichzeitig schlafen viele Menschen schlechter, fühlen sich erschöpft oder bekommen Kopfschmerzen. Gut durch heiße Tage zu kommen, beginnt deshalb oft mit einfachen Entscheidungen im Alltag.
Den Tag an die Hitze anpassen
Trinken, bevor der Durst kommt
Wohnräume kühl halten
Schlaf und Erholung ernst nehmen
Leicht essen, besser durchhalten
Schatten ist Gesundheitsschutz
Warnzeichen erkennen
Aufeinander achten
Unseren „Wegweiser Hitze“ nutzen

Podcast-Tipp: Hitze als Leistungskiller
Medizinische Fragen zu Hitze? AOK-Clarimedis ist für Sie da
Hitze kann viele Fragen aufwerfen: Wie viel sollte ich trinken? Was hilft bei Kreislaufbeschwerden? Worauf muss ich bei Vorerkrankungen achten? Und wie schütze ich mich oder Angehörige an besonders heißen Tagen?
AOK-Clarimedis unterstützt AOK-Versicherte bei medizinischen Fragen rund um Hitze, Ernährung, Kreislaufbeschwerden und Sonnenschutz. Ein Team aus medizinischen Fachkräften sowie Ärztinnen und Ärzten berät kostenfrei und an 365 Tagen im Jahr unter der Telefonnummer
0800 1 265 265
Unser Appell:
Warten Sie nicht, bis Hitze zur Belastung wird. Holen Sie sich frühzeitig Rat, wenn Sie unsicher sind oder wissen möchten, wie Sie sich persönlich besser auf heiße Tage vorbereiten können.
Gesundheitliche Folgen von Hitze

Hitze wirkt nicht bei allen Menschen gleich. Für manche ist sie vor allem unangenehm, für andere kann sie schnell zur gesundheitlichen Belastung werden. Entscheidend ist deshalb, die eigenen Risiken zu kennen, Warnzeichen ernst zu nehmen und frühzeitig zu reagieren.
- An heißen Tagen muss der Körper viel leisten. Er schwitzt, verliert Flüssigkeit und versucht, die Körpertemperatur stabil zu halten. Das kann den Kreislauf belasten, den Schlaf stören und bestehende Beschwerden verstärken. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, starke Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme können erste Hinweise sein, dass der Körper überfordert ist.
- Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn bereits Erkrankungen bestehen. Genauso wie Schwangere, ältere Menschen, kleine Kinder und pflegebedürftige Personen benötigen auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen an heißen Tagen einen besonderen Schutz. Sie sollten Hitze daher nicht unterschätzen.
- Auch Medikamente können bei Hitze eine Rolle spielen. Manche Arzneimittel beeinflussen den Flüssigkeitshaushalt, den Blutdruck, die Nierenfunktion oder die Fähigkeit des Körpers, sich durch Schwitzen abzukühlen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte daran selbst nichts verändern, sondern sich ärztlich beraten lassen, worauf bei hohen Temperaturen zu achten ist.
- Wichtig ist: nicht erst reagieren, wenn es kritisch wird. Wer weiß, dass Hitze den eigenen Kreislauf belastet, sollte den Tag entsprechend planen, ausreichend trinken, körperliche Anstrengung reduzieren und rechtzeitig Pausen einlegen. Bei starken Beschwerden, Verwirrtheit, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit oder Bewusstseinsstörungen kann Hitze zum Notfall werden. Dann gilt: sofort kühlen, Hilfe holen und im Zweifel den Notruf 112 wählen.
Klimaresiliente Beratung in der hausarztzentrierten Versorgung
Gesundheitsschutz bei Hitze beginnt idealerweise, bevor Beschwerden auftreten. Gerade Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Personen oder Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, können von einer persönlichen Beratung profitieren.
Im Rahmen der hausarztzentrierten Versorgung setzt die AOK Baden-Württemberg deshalb auch auf klimaresiliente Beratung. Hausärztinnen und Hausärzte kennen die gesundheitliche Situation ihrer Patientinnen und Patienten und können individuell einschätzen, welche Risiken bei Hitze bestehen. Gemeinsam kann besprochen werden, worauf an heißen Tagen zu achten ist – zum Beispiel beim Trinkverhalten, bei Medikamenten, bestehenden Erkrankungen oder bei körperlicher Belastung. So wird aus allgemeiner Information konkrete Vorsorge: Menschen werden dabei unterstützt, sich rechtzeitig und passend zu ihrer persönlichen Lebenssituation auf Hitze vorzubereiten.
Unser Appell:
Sprechen Sie bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt das Thema Hitze aktiv an – besonders dann, wenn Sie chronisch krank sind, regelmäßig Medikamente einnehmen oder merken, dass Ihnen hohe Temperaturen besonders zusetzen. Gute Vorsorge beginnt, bevor die nächste Hitzewelle kommt.
Hautgesundheit und Sonnenschutz

Die Erderwärmung wirkt sich schon jetzt auf viele Bereiche unseres Lebens aus. Auch die Hautgesundheit bleibt davon nicht verschont. Denn durch den Klimawandel gibt es in Mitteleuropa deutlich mehr Sonnenstunden. Das erhöht die UV-Belastung, der wir ausgesetzt sind, und damit auch das Risiko von Hautkrankheiten – insbesondere die Hautkrebszahlen nehmen seit Jahrzehnten zu. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass der Klimawandel ozonarme, UV-durchlässigere Luftmassen nach Europa bringt.
Wichtige Tipps für Ihre Haut

Die Haut ist unser größtes Organ und bildet den Schutzschild unseres Körpers. Wir müssen sie aber auch schützen: vor allem vor UV-Strahlung im Sommer. Dabei gibt es einiges, was Sie für die eigene Hautgesundheit tun können.
- Online über den aktuellen UV-Index informieren und entsprechend handeln. Immer wichtig: Eincremen!
- Thema Kleidung: So wenig Haut wie möglich zeigen, wenn die Sonne sehr stark scheint. Idealerweise mit Stoffen bedecken, die kein Licht durchlassen – leider sind leichte Baumwollkleider und -hemden nicht sonderlich effektiv beim UV-Schutz. Und die Sonnenbrille nicht vergessen: Auch die Augen werden von UV-Strahlen angegriffen.
- Eine Kopfbedeckung gehört im Sommer ebenfalls dazu. Hüte oder Mützen beugen einem Sonnenstich vor. Zudem schützen sie Kopf, Gesicht, Ohren und Nacken vor UV-Strahlung – also Bereiche, die besonders häufig von aktinischen Keratosen (Vorstufe von weißem Hautkrebs) und weißem Hautkrebs betroffen sind.
- Die Mittagssonne möglichst ganz meiden und zur Mittagszeit drinnen oder im Schatten aufhalten.
- Aber Vorsicht: Draußen bewahrt uns der Schatten manchmal nur vor 50 Prozent der UV-Strahlung und deshalb sollte man sich selbst dann mit Sonnencreme eincremen, wenn man sich der Sonne nicht direkt aussetzt.
- Im Sommer viel Wasser trinken, damit die Haut die Feuchtigkeit, die sie durch die Sonneneinstrahlung verliert, wieder ausgleichen kann.
- Je früher Hautkrebs diagnostiziert wird, desto besser. Gehen Sie deshalb regelmäßig zur Früherkennung.
Lassen Sie Ihre Haut checken
Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland, und die Zahl der Erkrankten steigt stetig an. Frühzeitig erkannt ist er jedoch meist gut heilbar. Eine regelmäßige Selbstkontrolle spielt dabei eine wichtige Rolle. Unser kostenloser Haut-Check den Versicherte bei teilnehmenden Dermatologinnen und Dermatologen gegen Vorlage der eGK schon ab 20 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch nehmen können, hilft Ihnen bei der Früherkennung von Hautkrebs. Bei dem Screening untersucht die Ärztin beziehungsweise der Arzt Ihre Haut von Kopf bis Fuß.
Die Suche nach der richtigen Hautärztin oder dem richtigen Hautarzt ist nicht leicht. Aber mit unserem Gesundheitsnavigator finden Sie schnell die passende Praxis in Ihrer Nähe. Übrigens: Damit Sie wichtige Vorsorgeuntersuchungen wie die Hautkrebsfrüherkennung im Blick behalten, laden Sie sich einfach die App AOK NAVIDA auf Ihr Smartphone. Der Vorsorgekompass erinnert Sie rechtzeitig an die bevorstehende Untersuchung.
Sonnenfakten hautnah
Was ist UV-Strahlung und was macht sie mit der Haut?
Was ist der UV-Index und wo finde ich ihn?
Was bedeuten mehr Sonnenstunden für unsere Haut?
Welche Hauttypen gibt es?
Wie cremt man sich richtig ein?
Die ABCDE-Regel
#SchattenseiteDesSommers
Sommer, Sonne, Hautkrankheiten? Um die Menschen in Baden-Württemberg auf die Gefahr von UV-Strahlung aufmerksam zu machen, haben wir 2024 eine Kampagne zur Hautgesundheit umgesetzt. Unter dem Motto „#SchattenseiteDesSommers“ zeigte sie, wie wichtig es ist, die Haut im Sommer ausreichend vor der Sonne zu schützen.


Gemeinsam Verantwortung übernehmen bei Extremhitze

Extremhitze ist mehr als ein heißer Tag: Wenn hohe Temperaturen über mehrere Tage anhalten, kann daraus eine ernste Belastung für die Gesundheit, die Versorgung und das gesellschaftliche Miteinander entstehen. Besonders gefährdete Menschen müssen dann rechtzeitig erreicht werden – ältere Personen, Pflegebedürftige, Menschen mit Vorerkrankungen, alleinlebende Menschen oder Personen in stark aufgeheizten Wohnungen.
Deshalb braucht Hitze einen Plan: Gemeinsam mit KLUG – der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. – engagiert sich die AOK Baden-Württemberg dafür, Kommunen, Gesundheitsversorgung, Katastrophenschutz und weitere regionale Akteurinnen und Akteure besser auf Extremhitzeereignisse vorzubereiten. Bereits 2025 hat die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit KLUG ein Netzwerktreffen zum Szenario „Hitzekatastrophe“ initiiert. Fachleute aus Gesundheitswesen, Katastrophenschutz, Ministerien und Kommunen haben dabei ein realistisches Extremhitzeszenario durchgespielt. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Wo entstehen Engpässe? Wer ist besonders gefährdet? Welche Maßnahmen müssen vorbereitet sein? Aus dem Netzwerktreffen entstand das Positionspapier „Baden-Württemberg bei 44 °C – Vorbereitung auf Extremhitzeereignisse“.
Jetzt geht es in die Praxis: Gemeinsam mit KLUG führt die AOK Baden-Württemberg regionale Extremhitze-Simulationsworkshops durch. In diesen Planspielen werden realistische Hitzeszenarien Schritt für Schritt durchgespielt. Die Teilnehmenden prüfen, welche Abläufe funktionieren, wo Lücken entstehen und wie gefährdete Menschen im Ernstfall besser erreicht werden können. Das Besondere daran: Kommunale Hitzeaktionsplanung, Katastrophenschutz und Gesundheitsversorgung werden systematisch zusammengebracht. Denn eine Hitzewelle macht nicht an Zuständigkeitsgrenzen halt. Sie betrifft Kommunen, Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen, Kliniken, Verwaltungen, Angehörige und Nachbarschaften gleichzeitig. Als AOK Baden-Württemberg wollen wir dazu beitragen, dass Risiken frühzeitig erkannt, Verantwortlichkeiten geklärt und konkrete Maßnahmen vorbereitet werden. Denn Hitzeschutz ist konkrete Gesundheitsvorsorge – und im Ernstfall kann gute Vorbereitung Leben retten.
Extremhitze: zum Weiterlesen und Reinhören
Der Schutz vor Extremhitze wird immer wichtiger. Konkrete Vorschläge für wirksame Vorbereitungs- und Sofortmaßnahmen bündelt das Positionspapier „Baden-Württemberg bei 44 °C – Vorbereitung auf Extremhitzeereignisse“. Weitere Hintergründe zum Thema liefert die Folge „Stresstest Extremhitze: 40 Grad und kein Plan?“ unseres Podcasts #AgendaGesundheit.
