Weil Hitze und Sonne mehr als nur Sommer sind

Der Klimawandel führt zu längeren Perioden mit hohen Temperaturen und mehr Sonnenstunden. Wir informieren über die gesundheitlichen Risiken von Hitze und erhöhter UV-Strahlung, geben Tipps zum individuellen Schutz und setzen uns dafür ein, Baden-Württemberg besser auf Extremhitze vorzubereiten.

Warum wir Gesundheitsschutz in Zeiten des Klimawandels neu denken müssen

Der Klimawandel ist längst zu spüren. Auch in Baden-Württemberg gehören heiße Tage und längere Hitzewellen immer häufiger zum Alltag. Das kann für den Körper schnell zur Belastung werden: Hitze beansprucht den Kreislauf, erschwert erholsamen Schlaf und kann zu Flüssigkeitsmangel, Kopfschmerzen, Schwindel oder ernsten gesundheitlichen Beschwerden führen.

Ein wirksamer Hitzeschutz wird vor diesen Hintergrund immer wichtiger. Das gilt für uns alle, vor allem aber für ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen und Personen, die im Freien arbeiten oder in stark aufgeheizten Wohnungen leben. Im Zuge des Klimawandels steigt zudem die Zahl der Sonnenstunden und damit das Risiko für Hautkrankheiten, insbesondere für Hautkrebs. Die Themen Hautgesundheit und UV-Schutz gewinnen dadurch ebenfalls an Bedeutung. 

Als AOK Baden-Württemberg möchten wir dazu beitragen, dass Menschen gut durch heiße und sonnige Tage kommen – mit verständlichen Informationen, konkreten Tipps und einem klaren Blick für diejenigen, die besonders gefährdet sind. Gleichzeitig übernehmen wir Verantwortung über die individuelle Vorsorge hinaus: Gemeinsam mit Partnern arbeiten wir daran, Baden-Württemberg besser auf Extremhitzeereignisse vorzubereiten.

Hitzeschutz: gut durch die heißen Tage

Wenn die Temperaturen steigen, braucht unser Körper Unterstützung. Denn Hitze ist anstrengend: Der Kreislauf arbeitet stärker, wir schwitzen mehr und verlieren Flüssigkeit. Gleichzeitig schlafen viele Menschen schlechter, fühlen sich erschöpft oder bekommen Kopfschmerzen. Gut durch heiße Tage zu kommen, beginnt deshalb oft mit einfachen Entscheidungen im Alltag.

  • Den Tag an die Hitze anpassen

    Was nicht unbedingt in der Mittagshitze erledigt werden muss, darf warten. Sport, Einkäufe, Gartenarbeit oder andere körperlich anstrengende Tätigkeiten lassen sich an heißen Tagen am besten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen. Wer draußen arbeitet oder unterwegs ist, sollte bewusst Pausen einplanen, Schatten suchen und das Tempo reduzieren.

  • Trinken, bevor der Durst kommt

    Regelmäßiges Trinken hilft dem Körper, die Wärme besser auszugleichen. Gut geeignet sind Wasser, ungesüßte Tees oder leichte Saftschorlen. Besonders bei Hitze und Bewegung braucht der Körper mehr Flüssigkeit. Alkohol belastet den Kreislauf zusätzlich und sollte an sehr heißen Tagen besser vermieden werden.

  • Wohnräume kühl halten

    Auch die eigenen vier Wände können zur Belastung werden, wenn sich Hitze über den Tag staut. Lüften Sie möglichst früh morgens oder spät abends, wenn es draußen kühler ist. Tagsüber helfen geschlossene Fenster, Vorhänge oder Rollläden. Elektrogeräte, die nicht gebraucht werden, sollten Sie ausschalten, denn auch sie geben Wärme ab.

  • Schlaf und Erholung ernst nehmen

    Hitze kann erholsamen Schlaf erschweren. Umso wichtiger sind kurze Erholungsphasen am Tag. Wer kann, sollte sich während der heißesten Stunden zurückziehen und dem Körper bewusst Ruhe gönnen. Auch leichte Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit vor und nach einer Pause helfen.

  • Leicht essen, besser durchhalten

    Schwere Mahlzeiten können den Körper zusätzlich belasten. Leichte Speisen mit viel Wasser – zum Beispiel Gurke, Tomate, Melone, Salat, Joghurt oder Quark – sind an heißen Tagen oft besser verträglich und entlasten den Kreislauf.

  • Schatten ist Gesundheitsschutz

    Direkte Sonne setzt dem Körper ebenfalls zu. Eine Kopfbedeckung, Sonnenbrille, luftige Kleidung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor helfen, sich zu schützen. Manchmal machen schon kleine Maßnahmen einen Unterschied: einen kühlen Raum für die Pause aufsuchen, ein feuchtes Tuch auf die Haut legen oder sich an schattigen Orten aufhalten, etwa in Wäldern und Parks oder wassernahen Gegenden wie Flussläufen und Seeufern. 

  • Warnzeichen erkennen

    Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, starke Müdigkeit, Benommenheit, Erbrechen, erhöhte Temperatur oder Fieber können Hinweise darauf sein, dass der Körper überlastet ist. Dann heißt es: raus aus der Sonne, trinken, kühlen und ausruhen. Wenn Beschwerden stark sind, sich verschlimmern oder eine Person teilnahmslos wirkt, sollte medizinische Hilfe geholt werden. Im Notfall gilt: 112 wählen.

  • Aufeinander achten

    Hitze trifft nicht alle gleich. Kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere, pflegebedürftige Personen und Menschen mit Vorerkrankungen brauchen oft besonderen Schutz. Ein kurzer Anruf, ein Glas Wasser, ein schattiger Platz oder ein Hinweis zur rechten Zeit können viel bewirken. 

  • Unseren „Wegweiser Hitze“ nutzen

    Damit Menschen im höheren Alter genau wissen, was sie an heißen Sommertagen beachten sollten, haben wir einen detaillierten Ratgeber erstellt. Unseren „Wegweiser Hitze“ können Sie hier herunterladen.

Podcast-Tipp: Hitze als Leistungskiller

Wie wirkt sich extreme Hitze auf unsere Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Konzentration aus? Welche Pflichten haben Arbeitgebende, um ihre Mitarbeitenden zu schützen? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert unser GESUNDNAH-Podcast in der Folge „Hitze als Leistungskiller“.

Medizinische Fragen zu Hitze? AOK-Clarimedis ist für Sie da

Hitze kann viele Fragen aufwerfen: Wie viel sollte ich trinken? Was hilft bei Kreislaufbeschwerden? Worauf muss ich bei Vorerkrankungen achten? Und wie schütze ich mich oder Angehörige an besonders heißen Tagen?

AOK-Clarimedis unterstützt AOK-Versicherte bei medizinischen Fragen rund um Hitze, Ernährung, Kreislaufbeschwerden und Sonnenschutz. Ein Team aus medizinischen Fachkräften sowie Ärztinnen und Ärzten berät kostenfrei und an 365 Tagen im Jahr unter der Telefonnummer

0800 1 265 265

Unser Appell:

Warten Sie nicht, bis Hitze zur Belastung wird. Holen Sie sich frühzeitig Rat, wenn Sie unsicher sind oder wissen möchten, wie Sie sich persönlich besser auf heiße Tage vorbereiten können.

Gesundheitliche Folgen von Hitze

Hitze wirkt nicht bei allen Menschen gleich. Für manche ist sie vor allem unangenehm, für andere kann sie schnell zur gesundheitlichen Belastung werden. Entscheidend ist deshalb, die eigenen Risiken zu kennen, Warnzeichen ernst zu nehmen und frühzeitig zu reagieren.

  • An heißen Tagen muss der Körper viel leisten. Er schwitzt, verliert Flüssigkeit und versucht, die Körpertemperatur stabil zu halten. Das kann den Kreislauf belasten, den Schlaf stören und bestehende Beschwerden verstärken. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, starke Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme können erste Hinweise sein, dass der Körper überfordert ist.
  • Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn bereits Erkrankungen bestehen. Genauso wie Schwangere, ältere Menschen, kleine Kinder und pflegebedürftige Personen benötigen auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen an heißen Tagen einen besonderen Schutz. Sie sollten Hitze daher nicht unterschätzen.
  • Auch Medikamente können bei Hitze eine Rolle spielen. Manche Arzneimittel beeinflussen den Flüssigkeitshaushalt, den Blutdruck, die Nierenfunktion oder die Fähigkeit des Körpers, sich durch Schwitzen abzukühlen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte daran selbst nichts verändern, sondern sich ärztlich beraten lassen, worauf bei hohen Temperaturen zu achten ist.
  • Wichtig ist: nicht erst reagieren, wenn es kritisch wird. Wer weiß, dass Hitze den eigenen Kreislauf belastet, sollte den Tag entsprechend planen, ausreichend trinken, körperliche Anstrengung reduzieren und rechtzeitig Pausen einlegen. Bei starken Beschwerden, Verwirrtheit, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit oder Bewusstseinsstörungen kann Hitze zum Notfall werden. Dann gilt: sofort kühlen, Hilfe holen und im Zweifel den Notruf 112 wählen.

Klimaresiliente Beratung in der hausarztzentrierten Versorgung

Gesundheitsschutz bei Hitze beginnt idealerweise, bevor Beschwerden auftreten. Gerade Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Personen oder Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, können von einer persönlichen Beratung profitieren.

Im Rahmen der hausarztzentrierten Versorgung setzt die AOK Baden-Württemberg deshalb auch auf klimaresiliente Beratung. Hausärztinnen und Hausärzte kennen die gesundheitliche Situation ihrer Patientinnen und Patienten und können individuell einschätzen, welche Risiken bei Hitze bestehen. Gemeinsam kann besprochen werden, worauf an heißen Tagen zu achten ist – zum Beispiel beim Trinkverhalten, bei Medikamenten, bestehenden Erkrankungen oder bei körperlicher Belastung. So wird aus allgemeiner Information konkrete Vorsorge: Menschen werden dabei unterstützt, sich rechtzeitig und passend zu ihrer persönlichen Lebenssituation auf Hitze vorzubereiten.

Unser Appell:

Sprechen Sie bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt das Thema Hitze aktiv an – besonders dann, wenn Sie chronisch krank sind, regelmäßig Medikamente einnehmen oder merken, dass Ihnen hohe Temperaturen besonders zusetzen. Gute Vorsorge beginnt, bevor die nächste Hitzewelle kommt.

Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg

Johannes Bauernfeind

„Künftig häufiger auftretende Hitzeperioden stellen gerade für ältere und chronisch kranke Menschen ein besonderes Gesundheitsrisiko dar. Diese Gruppen machen über 60 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an unserer Hausarztzentrierten Versorgung aus. Gemeinsam setzen wir darauf, die Gesundheits- und Klimakompetenz insbesondere von Risikogruppen durch die jeweils behandelnde Praxis strukturiert zu stärken.“

Hautgesundheit und Sonnenschutz

Die Erderwärmung wirkt sich schon jetzt auf viele Bereiche unseres Lebens aus. Auch die Hautgesundheit bleibt davon nicht verschont. Denn durch den Klimawandel gibt es in Mitteleuropa deutlich mehr Sonnenstunden. Das erhöht die UV-Belastung, der wir ausgesetzt sind, und damit auch das Risiko von Hautkrankheiten – insbesondere die Hautkrebszahlen nehmen seit Jahrzehnten zu. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass der Klimawandel ozonarme, UV-durchlässigere Luftmassen nach Europa bringt.

Wichtige Tipps für Ihre Haut

Die Haut ist unser größtes Organ und bildet den Schutzschild unseres Körpers. Wir müssen sie aber auch schützen: vor allem vor UV-Strahlung im Sommer.  Dabei gibt es einiges, was Sie für die eigene Hautgesundheit tun können. 

  • Online über den aktuellen UV-Index informieren und entsprechend handeln. Immer wichtig: Eincremen!
  • Thema Kleidung: So wenig Haut wie möglich zeigen, wenn die Sonne sehr stark scheint. Idealerweise mit Stoffen bedecken, die kein Licht durchlassen – leider sind leichte Baumwollkleider und -hemden nicht sonderlich effektiv beim UV-Schutz. Und die Sonnenbrille nicht vergessen: Auch die Augen werden von UV-Strahlen angegriffen.
  • Eine Kopfbedeckung gehört im Sommer ebenfalls dazu. Hüte oder Mützen beugen einem Sonnenstich vor. Zudem schützen sie Kopf, Gesicht, Ohren und Nacken vor UV-Strahlung – also Bereiche, die besonders häufig von aktinischen Keratosen (Vorstufe von weißem Hautkrebs) und weißem Hautkrebs betroffen sind.
  • Die Mittagssonne möglichst ganz meiden und zur Mittagszeit drinnen oder im Schatten aufhalten.
  • Aber Vorsicht: Draußen bewahrt uns der Schatten manchmal nur vor 50 Prozent der UV-Strahlung und deshalb sollte man sich selbst dann mit Sonnencreme eincremen, wenn man sich der Sonne nicht direkt aussetzt.
  • Im Sommer viel Wasser trinken, damit die Haut die Feuchtigkeit, die sie durch die Sonneneinstrahlung verliert, wieder ausgleichen kann.
  • Je früher Hautkrebs diagnostiziert wird, desto besser. Gehen Sie deshalb regelmäßig zur Früherkennung.

Lassen Sie Ihre Haut checken

Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland, und die Zahl der Erkrankten steigt stetig an. Frühzeitig erkannt ist er jedoch meist gut heilbar. Eine regelmäßige Selbstkontrolle spielt dabei eine wichtige Rolle. Unser kostenloser Haut-Check den Versicherte bei teilnehmenden Dermatologinnen und Dermatologen gegen Vorlage der eGK schon ab 20 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch nehmen können, hilft Ihnen bei der Früherkennung von Hautkrebs. Bei dem Screening untersucht die Ärztin beziehungsweise der Arzt Ihre Haut von Kopf bis Fuß. 

Die Suche nach der richtigen Hautärztin oder dem richtigen Hautarzt ist nicht leicht. Aber mit unserem Gesundheitsnavigator finden Sie schnell die passende Praxis in Ihrer Nähe. Übrigens: Damit Sie wichtige Vorsorgeuntersuchungen wie die Hautkrebsfrüherkennung im Blick behalten, laden Sie sich einfach die App AOK NAVIDA auf Ihr Smartphone. Der Vorsorgekompass erinnert Sie rechtzeitig an die bevorstehende Untersuchung. 

Sonnenfakten hautnah

  • Was ist UV-Strahlung und was macht sie mit der Haut?

    „UV“ steht für ultraviolett und „UV-Strahlung“ bezeichnet den energiereichsten Teil der optischen Sonnenstrahlung. Sehen können wir sie nicht, aber ihre Wirkung wird auf unserer Haut sichtbar: Sonnenbrände, Hautalterung und Hautkrankheiten werden durch sie begünstigt. Im schlimmsten Fall entwickelt sich Hautkrebs.

  • Was ist der UV-Index und wo finde ich ihn?

    Der UV-Index ist eine Skala, die einen Richtwert zur Einschätzung der UV-Belastung angibt. Dieser reicht in der Regel von 1 bis 12, wobei 1 für eine niedrige und 12 für eine extrem hohe Strahlung steht. Je nach Indexwert gibt es andere Empfehlungen für ideale Sonnenschutzmaßnahmen, an denen man sich gut orientieren kann. Während bei niedrigen Werten das Eincremen nach einer halben Stunde empfohlen wird, sollte man bei sehr hohen Werten die Sonne am besten ganz meiden und sich in Innenräumen aufhalten. Eine (dünne) Wolkendecke ist übrigens kein Garant für einen niedrigen UV-Indexwert. Im Gegenteil: Die Strahlung kann durch Lichtreflexion sogar noch verstärkt werden.

    Die meisten Wetter-Informationsseiten im Internet und Wetter-Apps weisen den UV-Index aus, sodass man sich einfach auf die richtigen Präventionsmaßnahmen einstellen kann. Oder einfach „Aktueller UV-Index“ in die bevorzugte Suchmaschine eingeben.

  • Was bedeuten mehr Sonnenstunden für unsere Haut?

    Baden-Württemberg zählt zu den sonnenreichsten Bundesländern. Tendenziell steigt die Zahl der Sonnenstunden seit Jahren mit der Entwicklung des Klimawandels. Mehr Sonnenstunden bedeuten auch, dass man zwangsläufig länger und öfter der Sonne ausgesetzt ist. Das wiederum bedeutet ein höheres Risiko für Hauterkrankungen und Hautkrebs. Die Hautkrebszahlen steigen ebenfalls seit Jahren. Gerade deshalb ist es wichtig, sich mehr und besser vor UV-Strahlen zu schützen.

  • Welche Hauttypen gibt es?

    Natürlich ist jeder Mensch einzigartig. Genauso ist es mit der Haut. Dennoch kann man mithilfe der Hauttypen eine gute Einschätzung treffen, wie empfindlich man auf UV-Strahlung reagiert. Manche Hauttypen und gerade sehr junge Haut können zum Beispiel kaum einen Eigenschutz aufbauen und müssen besonders sorgfältig geschützt werden.

    Hauttyp 1: blasse Haut, oft rötliche Haare, immer schwere Sonnenbrände
    Eigenschutz: 10 Min.

    Hauttyp 2: etwas dunkler als Typ 1, blonde bis braune Haare, meistens schwere Sonnenbrände
    Eigenschutz: 15 Min. 

    Hauttyp 3: helle bis mittlere Hautfarbe, blonde bis schwarze Haare, mäßige Sonnenbrände
    Eigenschutz: 20–30 Min.

    Hauttyp 4: leicht gebräunt, dunkelbraune bis schwarze Haare, seltene Sonnenbrände
    Eigenschutz: 45 Min. 

    Hauttyp 5: dunkle Haut, schwarze Haare, seltene Sonnenbrände
    Eigenschutz: 60 Min.

    Hauttyp 6: dunkelbraune bis schwarze Haut, schwarze Haare, seltene bis keine sichtbaren Sonnenbrände
    Eigenschutz: 90 Min.

    Ausführlich können Sie die Hauttypen sowie Schutzmöglichkeiten auf der Seite des Krebsverbands Baden-Württemberg nachlesen.

  • Wie cremt man sich richtig ein?

    Im Urlaub cremt man sich ein. Im Schwimmbad auch. Aber was ist, wenn man einfach nur einen Kaffee in der Sonne trinken möchte oder durch die Stadt flaniert? Auch im Alltag sollte man sich gut vor UV-Strahlen schützen. Sogar wenn man sich gar nicht draußen aufhält, aber viel Sonne durch Fenster kommt, wie z. B. im Auto. Darüber hinaus gibt es einiges zu beachten:

    Welchen Lichtschutzfaktor (LSF) nehmen?
    Der LSF-Wert gibt an, wie viel länger man die Haut der Sonne aussetzen kann, ohne dass sich ein Sonnenbrand bildet – im Vergleich zu der Zeit ohne UV-Schutz (auch abhängig vom jeweiligen UV-Indexwert und dem Hauttyp). Ob eine Sonnencreme mit LSF 20, 30 oder 50 am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt für Kinder einen Sonnenschutz mit LSF 50+, für Erwachsene mindestens LSF 30. Menschen mit sehr heller oder sensibler Haut wählen zur Sicherheit Lichtschutzfaktor 50. Bei Aufenthalten in den Bergen, im Schnee, am und im Wasser oder in Regionen mit starker Sonnenstrahlung empfiehlt sich grundsätzlich ein sehr hoher Lichtschutzfaktor (50+).

    Wann und wie viel Sonnencreme benutzen?
    Ein effektiver Schutz besteht nur dann, wenn folgende Punkte beachtet werden:

    • Genug Sonnencreme benutzen: Für einen vollständigen Schutz sind zwei Milligramm Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Haut notwendig. Das entspricht bei einer durchschnittlichen erwachsenen Person etwa vier gehäuften Esslöffeln (40 Milliliter) für den ganzen Körper.
    • Rechtzeitig eincremen: Trägt man die Sonnencreme etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne auf, kann man sich sicher sein, dass der UV-Schutz sich vollständig entfaltet hat.
    • Regelmäßig nachcremen: Um die Schutzwirkung durch die Sonnencreme aufrechtzuerhalten, ist regelmäßiges Nachcremen nötig: Mindestens alle zwei Stunden und noch häufiger bei starkem Schwitzen sowie nach dem Baden und Abtrocknen sollte der Schutz erneuert werden. Was Sie beachten sollten: Es gibt weder eine vollständig wasserfeste Sonnencreme, noch verlängert das Nachcremen die maximale Schutzzeit der Haut. 

    Übrigens: Vergessen Sie nicht Ihre Augen. Auch die Netzhaut braucht Schutz, damit es nicht zu Augenerkrankungen kommt. Hier ist die richtige Sonnenbrille mit UV-Filter wichtig. Fragen Sie am besten eine Optikerin oder einen Optiker, welche Brille für Sie die beste ist.

  • Die ABCDE-Regel

    Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Eine regelmäßige Kontrolle ist für die Früherkennung von Hautkrebs wichtig. Achten Sie deshalb auch selbst auf Veränderungen der Haut. Nach der ABCDE-Regel sollten Sie Ihre Pigmentmale beobachten und bei Auffälligkeiten einen Arzt aufsuchen. Dabei den Rücken, Schambereich, Kopfhaut, Zehenzwischenräume und die Fußsohlen nicht vergessen! Mit einem Spiegel lässt sich auch auf diese Stellen schauen. Oder einfach eine vertraute Person um Hilfe bitten. Die Buchstaben stehen für:

    A = Asymmetrie: Ein Melanom hat typischerweise unregelmäßige Formen.
    B = Begrenzung: Die Grenzen am Rand eines Melanoms sind unscharf, verwaschen oder unregelmäßig.
    C = Colour (Farbe): Es ist nicht einheitlich gefärbt (mehrere Farbtöne) oder verändert seine Farbe (heller oder dunkler).
    D = Durchmesser: Hat es mehr als zwei Millimeter Durchmesser, sollte es kontrolliert werden.
    E = Erhabenheit: Seine Oberfläche verändert sich, zum Beispiel rau oder schuppend, und es ragt mehr als einen Millimeter über die umliegende Haut hinaus.

#SchattenseiteDesSommers

Sommer, Sonne, Hautkrankheiten? Um die Menschen in Baden-Württemberg auf die Gefahr von UV-Strahlung aufmerksam zu machen, haben wir 2024 eine Kampagne zur Hautgesundheit umgesetzt. Unter dem Motto „#SchattenseiteDesSommers“ zeigte sie, wie wichtig es ist, die Haut im Sommer ausreichend vor der Sonne zu schützen. 

Gemeinsam Verantwortung übernehmen bei Extremhitze

Extremhitze ist mehr als ein heißer Tag: Wenn hohe Temperaturen über mehrere Tage anhalten, kann daraus eine ernste Belastung für die Gesundheit, die Versorgung und das gesellschaftliche Miteinander entstehen. Besonders gefährdete Menschen müssen dann rechtzeitig erreicht werden – ältere Personen, Pflegebedürftige, Menschen mit Vorerkrankungen, alleinlebende Menschen oder Personen in stark aufgeheizten Wohnungen. 

Deshalb braucht Hitze einen Plan: Gemeinsam mit KLUG – der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. – engagiert sich die AOK Baden-Württemberg dafür, Kommunen, Gesundheitsversorgung, Katastrophenschutz und weitere regionale Akteurinnen und Akteure besser auf Extremhitzeereignisse vorzubereiten. Bereits 2025 hat die AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit KLUG ein Netzwerktreffen zum Szenario „Hitzekatastrophe“ initiiert. Fachleute aus Gesundheitswesen, Katastrophenschutz, Ministerien und Kommunen haben dabei ein realistisches Extremhitzeszenario durchgespielt. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Wo entstehen Engpässe? Wer ist besonders gefährdet? Welche Maßnahmen müssen vorbereitet sein? Aus dem Netzwerktreffen entstand das Positionspapier „Baden-Württemberg bei 44 °C – Vorbereitung auf Extremhitzeereignisse“. 

Jetzt geht es in die Praxis: Gemeinsam mit KLUG führt die AOK Baden-Württemberg regionale Extremhitze-Simulationsworkshops durch. In diesen Planspielen werden realistische Hitzeszenarien Schritt für Schritt durchgespielt. Die Teilnehmenden prüfen, welche Abläufe funktionieren, wo Lücken entstehen und wie gefährdete Menschen im Ernstfall besser erreicht werden können. Das Besondere daran: Kommunale Hitzeaktionsplanung, Katastrophenschutz und Gesundheitsversorgung werden systematisch zusammengebracht. Denn eine Hitzewelle macht nicht an Zuständigkeitsgrenzen halt. Sie betrifft Kommunen, Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen, Kliniken, Verwaltungen, Angehörige und Nachbarschaften gleichzeitig. Als AOK Baden-Württemberg wollen wir dazu beitragen, dass Risiken frühzeitig erkannt, Verantwortlichkeiten geklärt und konkrete Maßnahmen vorbereitet werden. Denn Hitzeschutz ist konkrete Gesundheitsvorsorge – und im Ernstfall kann gute Vorbereitung Leben retten.

Extremhitze: zum Weiterlesen und Reinhören

Der Schutz vor Extremhitze wird immer wichtiger. Konkrete Vorschläge für wirksame Vorbereitungs- und Sofortmaßnahmen bündelt das Positionspapier „Baden-Württemberg bei 44 °C – Vorbereitung auf Extremhitzeereignisse“. Weitere Hintergründe zum Thema liefert die Folge „Stresstest Extremhitze: 40 Grad und kein Plan?“ unseres Podcasts #AgendaGesundheit.