Expertenforum - Radleasing mittels Entgeltumwandlung

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Radleasing mittels Entgeltumwandlung
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    unser Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, im Rahmen von Entgeltumwandlung über eine Laufzeit von 36 Monaten ein privat genutztes Fahrrad zu leasen. Nach Ablauf der Leasingdauer bietet die Leasinggesellschaft dem Mitarbeiter das Fahrrad zum Kauf mittels einer Schlussrate an. Diese Schlussrate beträgt ca. 10% des Bruttokaufpreises. Die Leasinggesellschaft bestätigt auf der Schlussrechnung an den Mitarbeiter, dass sie den ggf. entstandenen geldwerten Vorteil - wenn Schlussrate geringer als üblicher Marktwert des Fahrrads - berechnet und ggf. anfallende Pauschalsteuer an ihr Betriebsstättenfinanzamt abführen wird. Somit entfällt eine Versteuerung des geldwerten Vorteils durch den Arbeitgeber.
    Frage: Entfällt durch die Pauschalversteuerung der Leasinggesellschaft somit auch die Verbeitragung des geldwerten Vorteils in der Sozialversicherung?
  • 02
    RE: Radleasing mittels Entgeltumwandlung
    Hallo Sachbearbeiter,
     
    die vertraglichen Regelungen im Rahmen einer „Jobrad“-Überlassung sehen regelmäßig vor, dass ein Dritter (z. B. Leasinggeber, Dienstleister oder Verwertungsgesellschaft) dem Arbeitnehmer das von ihm genutzte Elektrofahrrad bei Beendigung der Überlassung durch den Arbeitgeber zu einem Restwert von z. B. 10 % des ursprünglichen Kaufpreises zum Erwerb anbieten kann.

    Kann der Arbeitnehmer im Falle des Leasings das Elektrofahrrad nach Ablauf der Leasinglaufzeit vom Arbeitgeber oder einem Dritten zu einem geringeren Preis als dem ortsüblichen Endpreis am Abgabeort erwerben, ist der hierdurch entstehende Preisvorteil als Arbeitslohn (ggf. von dritter Seite) anzusetzen. Dabei bestehen keine Bedenken, als ortsüblichen Endpreis eines Elektro-Bikes, das dem Arbeitnehmer nach drei Jahren (36 Monaten) Nutzungsdauer übereignet wird, 40 % der auf volle 100 € abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers einschließlich Umsatzsteuer im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Elektrofahrrads anzusetzen. Ein niedrigerer Wert kann im Einzelfall nachgewiesen werden. Der sich nach Abzug der Zahlung des Arbeitnehmers ergebende Betrag ist der maßgebende geldwerte Vorteil.
     
    Übereignet der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn unentgeltlich oder verbilligt ein betriebliches Fahrrad, kann der geldwerte Vorteil ab 1.1.2020 mit 25 % pauschal besteuert werden und ist in diesem Fall beitragsfrei.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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