Arbeiten von zuhause: Tipps für Kommunikation, Gesundheit, Pausen und BGF

Damit Beschäftigte auch auf Distanz gesund, konzentriert und motiviert sind, können Arbeitgeber gezielte Gesundheitsangebote machen. Ziel soll es sein, auch im Homeoffice dem Team verbunden zu sein und dabei auf die Gesundheit zu achten. Gut genutzte Pausen, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung spielen dabei eine große Rolle.

Wertschätzende Kommunikation im Homeoffice

Das Arbeiten im Homeoffice ist für Führungskräfte und Beschäftigte gleichermaßen eine Herausforderung. Mit wertschätzender Kommunikation können Arbeitgeber positiv auf Motivation und Wohlbefinden ihrer Beschäftigten einwirken. Ob in Einzelgesprächen oder Teamrunden: Mit einer wertschätzenden und positiven Sprache strahlen Führungskräfte gerade in herausfordernden Zeiten Optimismus, Empathie und Sicherheit aus. Dazu vier Tipps:

Transparent und authentisch kommunizieren

  • Wer fragt, der führt. Fragen Sie Ihre Mitarbeitenden, wie es ihnen geht: mit der aktuellen Situation, der eigenen Arbeitssituation. Brechen Sie das Eis und machen Sie den Anfang. Hören Sie Ihren Mitarbeitenden gut zu. Fragen Sie, was alle brauchen, um sich besser zu fühlen oder effektiver arbeiten zu können. Haken Sie das nächste Mal nach, ob sich etwas verbessert hat oder wo Sie unterstützen könnten.
  • Kommunizieren Sie authentisch, stellen Sie Ihre eigene Einschätzung aus der Ich-Perspektive dar. Strahlen Sie dabei Optimismus und Vertrauen aus, ohne etwas zu beschönigen. Sagen Sie zum Beispiel: „So wie ich die aktuelle Situation beurteile, stehen wir in einem halben Jahr wieder auf einer soliden Basis.“
  • Sprechen Sie Probleme wie Umsatzeinbrüche offen an, vor allem aber auch Lösungsansätze und wie das Unternehmen damit umgehen wird.
  • Versuchen Sie, lösungsorientiert zu kommunizieren und eher Dinge, die man lernen kann, die Chancen bieten, in den Vordergrund zu rücken. Vermeiden Sie, die schlechte Nachrichtenlage zu wiederholen, machen Sie Ihrem Team Mut, Neues auszuprobieren und Veränderungen anzunehmen. 

Feedback geben

Wenn durch die Arbeit im Homeoffice der tägliche Kontakt vor Ort fehlt, wird ein persönliches Feedback für Mitarbeitende umso wichtiger. Solche regelmäßigen Rückmeldungen zur eigenen Arbeit geben Sicherheit und stärken das Selbstvertrauen der Beschäftigten.

Richten Sie deshalb regelmäßig „Sprechstunden“ für Einzelgespräche ein, in denen Sorgen, Erwartungen, Missverständnisse und Konflikte besprochen werden können. Sparen Sie in diesen Zeiten nicht an Dank für den Einsatz der Mitarbeitenden und ihre Flexibilität.

Dabei geht es nicht darum, Komplimente nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen. Formulieren Sie möglichst konkret, was Ihnen positiv an der Arbeit der Mitarbeitenden aufgefallen ist. Das steigert das Selbstwertgefühl.

Sagen Sie zum Beispiel: „Ihre Hinweise zu dem Projekt haben mir einen neuen Blickwinkel eröffnet, sodass ich noch wichtige Verbesserungen vornehmen konnte. Herzlichen Dank dafür.“

In Kontakt bleiben

Videokonferenzen gehören inzwischen in vielen Unternehmen zum Alltag. Videoformate ersetzen aber nicht den persönlichen Kontakt.

Für Führungskräfte bedeuten die virtuellen Meetings häufig besondere Herausforderungen, denn Stimmungen gehen oft verloren, zum Beispiel weil Gestik und Mimik als Feedback fehlen.

Wenn Führungskräfte bei Meetings auf folgende Punkte achten, fühlt sich jeder gut integriert und wahrgenommen:

  • Planen Sie den Ablauf vorab genau. Bitten Sie dazu alle Teilnehmenden, Punkte einzureichen, die besprochen werden sollen.
  • Erstellen Sie daraus eine Agenda und schicken Sie sie vor dem Meeting an das Team.
  • Zeigen Sie als Führungskraft selbst Präsenz, indem Sie Ihre Kamerafunktion nutzen. Überlassen Sie es aber Ihren Mitarbeitenden selbst, ob sie das auch tun wollen.
  • Bitten Sie alle Mitarbeitenden, mit voller Konzentration bei der Sache zu sein und nicht nebenher E-Mails zu schreiben oder andere Dinge zu erledigen.
  • Übernehmen Sie selbst die Moderation oder bestimmen Sie eine Person dafür. Die moderierende Person gibt dem Meeting Struktur und behält Zeit sowie Agenda im Auge. Das hilft, Monologe zu verhindern oder dass mehrere Teilnehmende gleichzeitig sprechen.
  • Achten Sie darauf, zurückhaltende Teilnehmende immer wieder „mit ins Boot“ holen und sie direkt anzusprechen, um das Interesse und die Beteiligung aufrechtzuerhalten.

Spielregeln für gesundes Arbeiten kommunizieren

Führungskräfte können viel dafür tun, die Arbeit im Homeoffice gesundheitsgerecht zu gestalten. Ganz wichtig dabei ist, klare Strukturen festzulegen und die eigenen Erwartungen an die Mitarbeitenden zu kommunizieren. Das beugt Konflikten vor.

Betriebe setzen am besten Homeoffice-Leitlinien auf, die folgende Punkte beinhalten:

  • Zu welchen Kernarbeitszeiten sollen die Beschäftigten erreichbar sein?
  • Wie schnell soll auf E-Mails und andere Anfragen reagiert werden?
  • Welche Meetings finden wöchentlich statt und wer nimmt daran teil?
  • Wird ein Protokoll geführt, um Abwesende auf dem Laufenden zu halten?
  • Welche Prozesse gelten sonst für die Kommunikation? Wer berichtet über welche Wege an wen?
  • Wer ist für welches Projekt zuständig und wer vertritt wen?
  • Wer hat auf welche Dateien und Programme Zugriff?

Tipp: Beziehen Sie die Mitarbeitenden beim Festlegen der Regeln mit ein, zum Beispiel, indem Sie Vorschläge mithilfe eines Fragebogens ermitteln. Versuchen Sie, einen Kompromiss zu finden, auf den sich alle einigen können. Umso höher ist die Akzeptanz der Regeln. 

Nehmen Sie sich in regelmäßigen Abständen, etwa alle drei Wochen, die Zeit, gemeinsam mit den Mitarbeitenden ein Fazit zu ziehen: Welche Absprachen haben sich in der Vergangenheit bewährt, welche sollten nochmal überdacht werden.

Gesundes Essen im Homeoffice

Gesunde Ernährung wirkt sich unmittelbar auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden aus. Arbeitgeber können Beschäftigte im Homeoffice durch Informationsangebote und kleine Anstöße unterstützen, sich gesundheitsfördernd zu ernähren.

Konkrete Maßnahmen für Betriebe:

  • Digitale Workshops zu gesunder Ernährung im Homeoffice mit Ernährungsfachkräften
  • Zuschüsse für gesunde Mahlzeiten oder Obstlieferungen nach Hause
  • Meal-Prep-Empfehlungen (für das Vorbereiten am Vorabend) und Rezeptideen im Intranet
  • Hinweise zu regelmäßigen Mahlzeiten, um dauerhaftes Snacking zu vermeiden
  • Pausen für Mahlzeiten als festen Bestandteil der Arbeitszeit kommunizieren

Mehr Tipps für gesundes Essen bei der Arbeit

Homeoffice: Pausen, Erholung Freizeit einplanen

Pausen wirken präventiv gegen Überlastung und sind ein wichtiger Bestandteil der Selbstorganisation. Zudem fördern kurze Unterbrechungen die Konzentration und Leistungsfähigkeit. Arbeitgeber sollten aktiv Tipps für die Einhaltung von Pausen und Tagesplänen kommunizieren. Gerade im Homeoffice sind für Beschäftigte diese Tipps hilfreich:

  • Feierabendrituale fördern: Laptop schließen, kleiner Spaziergang, bewusster Übergang in die Freizeit.
  • Beschäftigte motivieren, Hobbys aktiv zu pflegen und Grenzen zwischen Beruf und Privatleben einzuhalten.
  • Microbreaks (2 bis 5 Minuten pro Stunde) einführen – kurze Bewegung steigert die Konzentration nachweislich.
  • Mittagspause nicht am Schreibtisch verbringen lassen.
  • Methoden wie die Pomodoro-Technik (25 Minuten Arbeit, 5 Minuten Pause) kommunizieren.

Mehr Tipps zur gesunden Pause und Erholungsfähigkeit.

BGF im Homeoffice fördern

Homeoffice bietet die Chance, die gewonnene Zeit durch wegfallende Pendelwege gesund zu nutzen. Ermutigen Sie Ihre Beschäftigten, diese Zeit aktiv für Bewegung und Sport zu nutzen.

Planen Sie Ihre Betriebliche Gesundheitsförderung im ersten Schritt mit einer Mitarbeitendenbefragung. Finden Sie heraus, wie es um die Gesundheit im Homeoffice bestellt ist und welche Herausforderungen Ihre Beschäftigten sehen.

BGF heißt heute auch, Angebote zu machen, die im Homeoffice ankommen. Digitale Lösungen sind gefragt, wie Online-Seminare zum Informieren und Mitmachen zu den Themen Ernährung, Pausen und Bewegung im Homeoffice.

Konkrete Maßnahmen:

  • Bezuschussung von Online-Fitnesskursen oder Fitness-Apps
  • Virtuelle gemeinsame Bewegungspausen während des Arbeitstags
  • Team-Challenges (Schritte-Challenge, Rad-Kilometer)
  • Flexible Arbeitszeiten, die Sport am Morgen oder Mittag ermöglichen
  • Arbeitgeber können pro Beschäftigten und Jahr bis zu 600 Euro für Maßnahmen zur sogenannten verhaltensbezogenen Prävention (zum Beispiel Rückenschule, Yogakurs, Rauchentwöhnung) und zur Betrieblichen Gesundheit ausgeben, ohne dass die Beschäftigten diese Zuwendungen als geldwerten Vorteil versteuern müssen.
  • Schaffen Sie Anreizsysteme, damit möglichst viele Beschäftigte erreicht werden. Das kann ein System mit Bonuspunkten oder Gutscheinen sein oder Zeitgutschriften für die Teilnahme an Gesundheitsprogrammen. Auch hier können Wettbewerbe im Team die Motivation steigern.

Evaluieren Sie, ob Maßnahmen genutzt werden und ob sich Belastungen verändern. Befragungen oder kurze Feedbackschleifen helfen dabei, Angebote zielgenau weiterzuentwickeln.

Stand

Erstellt am: 30.01.2026

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