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Auf dem Pfad der Nachhaltigkeit: Was ist der ökologische Fußabdruck?
Veröffentlicht am:06.07.2023
4 Minuten Lesedauer
Der ökologische Fußabdruck gibt an, wie sich unsere Lebensweise auf die Umwelt auswirkt. Jeder und jede kann schon mit kleinen Maßnahmen selbst aktiv werden, um zum Klimaschutz beizutragen. Gefragt sind aber auch Unternehmen und Politik.

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Was ist der ökologische Fußabdruck?
Alles, was wir konsumieren, benötigt Platz auf der Erde. Der ökologische Fußabdruck ist ein Indikator dafür: Er vergleicht die Fläche, die einem Menschen theoretisch zusteht, mit der Fläche, die er durch seinen Lebensstil tatsächlich beansprucht.
Ein weiterer Indikator ist der CO₂-Fußabdruck. Dieser gibt die Menge an CO₂-Emissionen an, die eine Person, ein Unternehmen oder ein Land in einem bestimmten Zeitraum verursacht. Der ökologische Fußabdruck ist umfassender, da er neben den CO₂-Emissionen auch andere Umweltauswirkungen wie den Wasserverbrauch berücksichtigt.
Warum ist der ökologische Fußabdruck wichtig?
Der ökologische Fußabdruck ist ein weltweit bedeutender Indikator. Er veranschaulicht das Konzept der ökologischen Nachhaltigkeit und zeigt die Begrenztheit der Ressourcen auf. Wachsende wissenschaftliche Erkenntnisse und spürbare Folgen des Klimawandels wie Hitzewellen und Überschwemmungen haben das Thema Nachhaltigkeit stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt.
Nachhaltige Entwicklung bedeutet, dem Planeten weniger abzuverlangen, als seine Ökosysteme regenerieren können. Doch aktuell stößt die Menschheit mehr Kohlenstoffdioxid aus, als Wälder und Ozeane aufnehmen können. Sie fischt intensiver, als sich die Bestände erholen können, und sie fällt mehr Bäume, als nachwachsen können.
Welche Kritik gibt es am ökologischen Fußabdruck?
Obwohl das Modell weltweit geschätzt wird, gibt es auch Kritikpunkte. So berücksichtigt es beispielsweise Treibhausgasemissionen, obwohl diese keine physische Fläche in Anspruch nehmen. Dafür berechnet man die Waldfläche, die nötig wäre, um die CO₂-Emissionen zu binden.
Kritikerinnen und Kritiker finden diese Vorgehensweise zu simpel: Aufforstung allein löst demnach den Klimawandel nicht, und die Berechnung der fiktiven Waldfläche erhöht den Fußabdruck künstlich. Zudem kann der Indikator Umweltverschmutzung nicht abbilden.
Trotz dieser Schwächen bleibt der ökologische Fußabdruck ein wichtiges Hilfsmittel. Er veranschaulicht den Umweltverbrauch der Weltgesellschaft, von Regionen oder von Einzelpersonen und schafft damit eine Grundlage für gezielte Maßnahmen.
Earth Overshoot Day
Ein Symbol für die Dringlichkeit des Klimaschutzes ist der Earth Overshoot Day (Erdüberlastungstag): Er markiert jährlich den Zeitpunkt, ab dem die Menschheit mehr natürliche Ressourcen verbraucht, als die Erde im selben Jahr regenerieren kann, und somit auf Kosten künftiger Generationen lebt.
Welche Faktoren beeinflussen den ökologischen Fußabdruck?
Der ökologische Fußabdruck wird von verschiedenen Bereichen beeinflusst. Dazu gehören:
Energieverbrauch
Landnutzung
Ernährung
Konsum
Verkehr

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Wie kann man den CO₂-Fußabdruck verbessern?
Um den globalen Anstieg von CO2 zu senken, sind vor allem Länder und Unternehmen in der Verantwortung, ihre Emissionen zu reduzieren. Dafür gibt es viele unterschiedliche Ansätze – unter anderem die Förderung und Nutzung erneuerbarer Energien, eine nachhaltige Landnutzung sowie der Schutz natürlicher Ressourcen. Auch im kleinen Rahmen kann jeder Einzelne Maßnahmen ergreifen, die seinen CO2-Abdruck verringern:
- Nachhaltige Ernährung: Achten Sie beim Einkauf auf die CO2-Bilanz der Produkte. Einen Überblick über den ökologischen Fußabdruck von Lebensmitteln gibt das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg.
- Sanfter Tourismus: Nehmen Sie Rücksicht auf die Umwelt und suchen Sie sich nach Möglichkeit Urlaubsziele in Ihrer Nähe, die man ohne Auto oder Flugzeug erreichen kann. Bewegen Sie sich auch im Urlaubsort umweltbewusst und wählen Sie nachhaltig ausgerichtete Unterkünfte.
- Mobilität: Fahren Sie wenn möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anstatt mit dem Auto. Nutzen Sie für kurze Strecken das Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß.
- Upcycling: Ausgediente Produkte lassen sich manchmal weiterverwenden, ein T-Shirt können Sie zum Beispiel zu einem Stoffbeutel umfunktionieren. Überlegen Sie generell, bevor Sie neue Produkte kaufen, ob sie diese wirklich brauchen.
- Klimafreundliche Haushaltsführung: Im Haushalt lässt sich der CO2-Abdruck verringern, indem Sie zum Beispiel chemiefreie Putzmittel nutzen, effizient heizen oder Möbel aus heimischem Holz kaufen.
- Fair Fashion: Auch die Modeindustrie gehört zu den großen Klimasündern. Achten Sie daher beim Kauf von Kleidung auf Siegel, die eine nachhaltige Produktion garantieren. Einen Überblick über die Siegel finden Sie unter www.siegelklarheit.de. Eine weitere Möglichkeit ist, in Secondhandläden oder auf Flohmärkten einzukaufen.
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Wie kann man den CO₂-Fußabdruck berechnen?
Laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz liegt in Deutschland der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Kopf bei 10,8 Tonnen jährlich. Um das Klimaziel des Pariser Abkommens zu erreichen, muss der Fußabdruck auf unter eine Tonne pro Kopf reduziert werden. Doch wie lassen sich diese Zahlen überhaupt berechnen? Mittlerweile gibt es viele Online-Rechner, die den ökologischen Fußabdruck ermitteln können, mit jeweils etwas unterschiedlichen Methoden. Der CO2-Rechner des Umweltbundesamtes fragt den Nutzer oder die Nutzerin nach Informationen zu verschiedenen Lebensbereichen. Dazu gehören beispielsweise Energieverbrauch, das bevorzugte Verkehrsmittel und Ernährungsgewohnheiten. Die eingegebenen Daten werden mit standardisierten Emissionsfaktoren multipliziert. Emissionsfaktoren sind spezifische Werte, die den durchschnittlichen CO2-Ausstoß angeben. Sie basieren auf wissenschaftlichen Studien und Datenquellen. Den Rechner des Umweltbundesamtes finden Sie auf www.uba.co2-rechner.de.
Der CO2-Fußabdruck als Indikator steht aber auch immer wieder in der Kritik, da er teilweise zu sehr vereinfacht und verschiedene Umweltkategorien wie etwa die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe nicht ausreichend mit einbezieht. Generell ist es schwierig, Umweltauswirkungen in ihrer ganzen Komplexität darzustellen, deshalb ist der ökologische Fußabdruck nach wie vor eine der bedeutendsten Messgrößen für den Ressourcenverbrauch auf der Erde.
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