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So bauen Sie ein Insektenhotel für den Garten

Ein Insektenhotel an einer Holzwand

© iStock / clu

Lesezeit: 5 Minuten09.08.2022

Die Anzahl und Vielfalt an Insekten wird immer geringer. Ihre Lebensräume und Nahrungsmittel schwinden. Dabei sind sie für die Ökosysteme so wichtig. Insekten brauchen Unterstützung, zum Beispiel in Form von Insekten- oder Bienenhotels.

Inhalte im Überblick

    Warum sind Insekten so wichtig für uns?

    Insekten sorgen dafür, das ökologische Gleichgewicht zu bewahren – und das nicht nur in Naturgebieten, sondern auch in unseren Gärten. Über die Hälfte aller Tierarten sind Insekten. Sie sind sowohl für die Natur als auch für die Menschen unverzichtbar. Das liegt unter anderem an vier wichtigen Gründen:

    • Futtermittel: Insekten sind ein wesentlicher Bestandteil der natürlichen Nahrungskette und stehen beispielsweise bei Vögeln, Säugetieren, Amphibien und Reptilien auf der Speisekarte.
    • Bestäubung: Insekten gehören zu den wichtigsten Bestäubern von Pflanzen. Sie sammeln Nektar und Pollen und kümmern sich so um das Bestehen von etwa 90 Prozent aller Pflanzenarten weltweit. Dadurch garantieren sie einen Großteil unserer Nahrung.
    • Ökologisches Gleichgewicht: Insekten gelten als ausgleichende Kraft in der Land- und Forstwirtschaft, da sie Pflanzenreste und tote Tierkörper im Boden verwerten und so die Remineralisierung organischer Stoffe ankurbeln.
    • Natürliche Pflanzenschützer: Im Bio-Anbau ist die Ausbreitung von nützlichen Insekten elementarer Bestandteil der Fertigung. So werden Schädlinge bekämpft, ohne Pestizide einzusetzen.

    Insektenhotel selber bauen: Darauf kommt es an

    Insektenhotels sind Nist-, Überwinterungs- und Überlebenshilfen speziell für Insekten – und ein kleiner, lokaler Beitrag gegen das Artensterben. Um jedoch auch wirklich eine Hilfe für Insekten zu sein, kommt es bei einem Insektenhotel weniger auf Ästhetik und mehr auf Funktionalität an. Schon eine Dose mit fein geschliffenen Bambusstängeln in der Mitte kann als Insektenhotel dienen. Ebenso ist ein Baumstamm mit sauberen Bohrlöchern ideal geeignet. Wichtig ist, dass der Bau der Hotels mit größter Sorgfalt ausgeführt wird. Von fertigen Insektenhotels in Baumärkten, Discountern oder im Internet raten Experten und Expertinnen in der Regel ab. Oft sind solche Nisthilfen mit billigem Füllmaterial wie Tannenzapfen oder Baumrinde ausgestattet, die von vielen Tieren gar nicht angenommen werden und somit für die Insekten nutzlos sind. Es ist einfacher und nützlicher für die Tiere, ein Insektenhotel selbst zu bauen. Es gibt mehrere Varianten, die günstig nachzubauen sind.

    Je nachdem, welche Materialien Sie nutzen und wie das Insektenhotel aufgebaut ist, lockt es verschiedene Insekten an. Je größer und abwechslungsreicher ein Insektenhotel ist, desto mehr Arten spricht es an.

    Zwei einfache Insektenhotels selber bauen: So geht’s!

    Dosenhotel

    Materialien:

    • Leere Konservendose
    • Bambus- oder Schilfröhrchen
    • Watte oder Baumwolle

    Für das Dosenhotel zunächst eine Konservendose vollständig öffnen und säubern. Die Bambus- oder Schilfröhrchen sauber abschneiden oder zurechtsägen. Der Durchmesser der Öffnung eines Stängels sollte bei zwei bis neun Millimetern liegen. Wichtig ist, dass die Röhrchen auf der hinteren Seite mit Watte oder Baumwolle geschlossen werden. Anschließend steckt man die Bambusröhrchen fest aneinandergedrückt in die Dose und fertig ist das erste Insektenhotel.

    Baumstammhotel

    Materialien:

    • abgelagertes Hartholz (zum Beispiel ein Baumstamm)
    • Bohrmaschine

    Beim Baumstammhotel wird in das abgelagerte Hartholz gebohrt, und zwar nicht ins Hirnholz, sondern ins Längsholz. Das Hirnholz lässt sich durch die kreisförmigen Jahresringe einfach erkennen. Bei Längsholz sind die Jahrensringe als Streifen zu sehen. Beim Bohren sollte auf Sorgfalt geachtet werden, das heißt: sauberes und glattes Bohren ohne Splitter und Verschmutzungen. Sollten Holzfasern übrig bleiben, müssen diese abgeschmirgelt werden. Entstandenes Bohrmehl kann durch Abklopfen entfernt werden. Um Risse im Holz zu vermeiden, muss auf den Abstand zwischen den Bohrlöchern geachtet werden (ein bis zwei Zentimeter). Die Bohrlöcher sollten einen Durchmesser zwischen zwei und acht Millimeter haben. Je größer die Anzahl an verschieden großen Löchern, desto mehr Bewohner nisten sich ein.

    Beide Insektenhotels können beispielsweise prima in einem Hartholzkasten nebeneinandergestellt werden.

    Tipps und Bauanleitung für ein Bienenhotel

    Das Bienensterben ist ein aktuelles und weltweites Problem. Viele Bienenarten stehen auf der roten Liste. Indem wir bienenfreundliche Pflanzen im Garten sowie auf dem Balkon anpflanzen und Nisthilfen speziell für die Bedürfnisse von Wildbienen bauen und aufstellen, können wir einen kleinen Beitrag zu ihrem Überleben leisten. Es ist wichtig, bei Bienenhotels ein besonderes Augenmerk auf die Materialien, die Verarbeitung und den Standort zu legen.

    Das richtige Holz für Bienenhotels

    Achten Sie bei der Auswahl von Holz für Bienennisthilfen auf folgende Kriterien:

    • Verwenden Sie Hartholz (zum Beispiel Esche oder Buche). Bei der Nutzung von Weichholz (zum Beispiel Fichte oder Birke) können die Tiere unter Umständen zu Schaden kommen. Wenn das Weichholz feucht wird, besteht die Gefahr, dass die Flügel von Bienen verletzt werden.
    • Bevor das Hotel zum Einsatz kommt, sollten vor allem die Eingänge immer glatt geschmirgelt werden, damit es keine scharfen Kanten gibt und die Verletzungsgefahr gering ist.
    • Verzichten Sie ebenso auf frisches Holz, denn beim Trocknen können Risse entstehen, in denen sich Pilzsporen sammeln, die den Bienen schaden können.
    Eine Wildbiene krabbelt in ein Rohr in einem Insektenhotel.
    Ist ein Insektenhotel richtig gebaut, fühlen sich Insekten wie Wildbienen rundum wohl. So leisten Sie einen wertvollen Beitrag für die Artenvielfalt und das Überleben von Insekten.

    © iStock / amriphoto

    Welche Füllmaterialien eignen sich für ein Bienenhotel?

    • trockenes, abgelagertes Hartholz (zum Beispiel Esche oder Buche)
    • Bambus- oder Schilfröhrchen
    • Strangfalzziegel (sind aus gebranntem Ton und haben praktische Hohlkammern für Bienen)
    • Pflanzenstängel von zum Beispiel Königskerzen oder Brombeerranken (am besten ungebündelt oder rankend)

    Welcher Platz ist der richtige für ein Bienenhotel?

    Stellen Sie Ihre fertige Bienennisthilfe an einen geschützten Platz in Ihren Garten. Er sollte vor Regen, Nässe und Wind geschützt sein. Außerdem empfiehlt sich ein sonniges Plätzchen mit einem Standort in Richtung Südost bis Südwest. Ist die Nisthilfe fest und hoch angebracht, können der Wind sie nicht durchschütteln und Pflanzen am Boden keinen Schatten auf das Hotel werfen. So ist für Bienen eine freie „Flugbahn“ garantiert. Sobald der passende Platz im Garten gefunden wurde, kann das Bienenhotel dort über viele Jahre und Winter bestehen.

    Pflege und Schutz des Bienenhotels

    Ist die Nisthilfe erst einmal bewohnt, kümmern sich die Bewohner selbst um die Instandhaltung. Benutzte Gänge werden gereinigt, sodass eine externe Pflege durch den Menschen weitestgehend unnötig wird. Trotzdem schadet es nicht, den Bienen durch kleine Aufmerksamkeiten zu helfen. Sie können zum Beispiel Spinnweben entfernen oder herausgefallene Halme zurück an ihren Platz legen.

    Um die Nisthilfe vor Angreifern aus dem Naturreich zu schützen, kann ein Netz oder ein Drahtgeflecht helfen. Dafür einfach ein Kunststoffnetz mit einer Maschenweite von drei mal drei Zentimetern etwa 20 Zentimeter vor dem Bienenhotel platzieren und so zum Beispiel Vögel von den Hotelbewohnern fernhalten. Die Wildbienen können problemlos durch die Netzöffnungen fliegen und sind so geschützt.

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