Organe
Mastodynie: Brustschmerzen bei der Frau
Veröffentlicht am:02.01.2026
5 Minuten Lesedauer
Bei den meisten Frauen treten im Laufe ihres Lebens Brustschmerzen auf. Solche Schmerzen können verunsichern, doch in den seltensten Fällen sind sie ein Anzeichen für Brustkrebs. Häufig sind sie zyklusbedingt oder haben gutartige Erkrankungen der Brust als Ursache.

© iStock / Yurii Yarema
Was ist Mastodynie?
Brustschmerzen (Mastodynie) sind bei Frauen weit verbreitet. Bis zu 70 Prozent aller Frauen in den westlichen Gesellschaften leiden einmal in ihrem Leben an Brustschmerzen. Dabei handelt es sich um ein Symptom, für das es unterschiedliche Ursachen geben kann. Auch können sich Brustschmerzen unterschiedlich äußern: von Spannungsgefühlen und Berührungsempfindlichkeit bis zu starken Schmerzen, die die Lebensqualität, den Schlaf und die sexuelle Gesundheit einschränken.
Brustschmerzen treten eher bei Frauen mit größeren Brüsten, im höheren Alter und bei geringer körperlicher Aktivität auf. Zudem gibt es erste Hinweise darauf, dass Faktoren wie fettreiche Ernährung, Rauchen oder Koffeinkonsum das Auftreten von Brustschmerzen beeinflussen könnten. Ob tatsächlich ein Zusammenhang besteht, müssen Forschende allerdings noch untersuchen.
Brustschmerzen können grundsätzlich nach folgenden Kriterien eingeordnet werden:
- Sie treten unabhängig von den hormonellen Veränderungen des weiblichen Zyklus auf (zyklusunabhängige Mastodynie).
- Sie hängen mit den hormonellen Veränderungen im Laufe des weiblichen Zyklus zusammen (zyklusabhängige Mastodynie).
- Sie haben ihren Ursprung nicht im Brustgewebe selbst, sondern beispielsweise in Muskeln oder Nerven (extramammäre Schmerzen).
Passende Artikel zum Thema
Welche Ursachen haben zyklusunabhängige Brustschmerzen?
Rund ein Drittel der Patientinnen mit Brustschmerzen leiden unter zyklusunabhängiger Mastodynie. Die Schmerzen treten in der weiblichen Brust einseitig oder beidseitig auf, konstant oder schubweise. Es kommen unterschiedliche Ursachen in Frage:
- Große Brüste: Sehr große, hängende Brüste können aufgrund der starken Dehnung Schmerzen in den Brüsten verursachen. Zusätzlich treten oft Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen sowie Kopfschmerzen auf.
- Hormonersatztherapie: Bis zu ein Drittel der Frauen, die in den Wechseljahren eine Hormonersatztherapie erhalten, leidet unter nichtzyklischen Brustschmerzen, die spontan auftreten und abklingen können.
- Gutartige Knoten in der Brust: Einzelne Zysten in der Brust können zu Brustschmerzen führen, vor allem wenn sie schnell wachsen.
- Mastitis: Eine Entzündung der Brustdrüse äußert sich typischerweise durch eine schmerzhaft geschwollene, gerötete Brust und Fieber. Meist tritt diese bakterielle Entzündung der Brust zu Beginn der Stillzeit auf, sie kann aber auch in seltenen Fällen bei Frauen außerhalb der Stillzeit auftreten. Dann ist immer auch ein bösartiger Prozess auszuschließen. Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Milchstau oder eitrige Milch können weitere Symptome einer Mastitis sein. Es ist wichtig, durch regelmäßiges Stillen und eine vollständige Entleerung der Brust einem Milchstau vorzubeugen, damit es gar nicht erst zu einer bakteriellen Besiedelung kommt.
Was ist eine zyklusabhängige Mastodynie?
Viele Frauen erleben Brustschmerzen im Zusammenhang mit dem hormonellen Zyklus. Diese Schmerzen der weiblichen Brust sind durch hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus bedingt. Häufig treten die Beschwerden in der Woche vor dem Einsetzen der Blutungen, der sogenannten Lutealphase, auf und verschwinden vor oder zu Beginn der Menstruation. Sie werden durch die Vermehrung des Brustdrüsengewebes sowie durch Flüssigkeitseinlagerungen unter dem Einfluss des Hormons Progesteron verursacht und sind ein mögliches Symptom des Prämenstruellen Syndroms (PMS). Meist handelt es sich dabei um diffuse Brustschmerzen beidseitig, in den oberen äußeren Quadranten der Brüste. Zwei Drittel der Patientinnen mit Brustschmerzen leiden unter zyklusabhängiger Mastodynie.
Wann treten extramammäre Brustschmerzen auf?
Seltener sind Erkrankungen, die nicht von der Brust ausgehen, Ursache für Brustschmerzen – die sogenannten extramammären Schmerzen. Grund für die Schmerzen ist dann zum Beispiel eine Nervenreizung im Bereich der Brust oder der Brustwand, eine Wirbelsäulenerkrankung, ein Trauma oder eine Vernarbung. Auch Erkrankungen der Galle, der Lunge, der Speiseröhre oder des Herzens können Brustschmerzen verursachen.
Brustschmerzen bei Männern
Gynäkomastie bezeichnet eine gutartige Wucherung des Drüsengewebes der männlichen Brust. Zurückzuführen ist dies auf ein verändertes Verhältnis von Östrogen und den männlichen Sexualhormonen (Androgene) beim Mann.
Was hilft bei Mastodynie?
Um die richtige Behandlung zu finden, ist es wichtig, die genaue Ursache der Brustschmerzen zu kennen. Folgende Maßnahmen helfen bei:
- Zyklusbedingten Brustschmerzen: Ein bügelfreier BH, der die Brust komprimiert, aber nicht einschnürt, verschafft vielen Frauen Linderung. Oft hilft es, den BH auch nachts zu tragen. Kühlen Sie die Brust außerdem durch Kühlpads oder -kompressen – insbesondere, bevor die Periode einsetzt. Auch entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder entsprechende Gele reduzieren die Schmerzen in der weiblichen Brust beidseitig oder einseitig. Manche Frauen berichten von einer positiven Wirkung auf die Beschwerden durch Mönchspfeffer. Dafür ist eine regelmäßige Einnahme erforderlich. Die Wirkung ist jedoch nicht durch medizinische Studien belegt. Das gilt ebenso für Nahrungsergänzungsmittel wie Gamma-Linolensäure, Vitamin E, Reduktion des Koffeinkonsums sowie eine fettreduzierte Diät. In bestimmten Fällen kann eine hormonelle Anpassung, etwa durch eine andere Antibabypille, helfen.
- Zyklusunabhängige Brustschmerzen: Wenn die Schmerzen in der Brust auftreten, aber kein Knoten diagnostiziert wird, können beispielsweise eine entzündliche Brusterkrankung, Narben, ein Brusttrauma oder Zysten die Ursache für die Brustschmerzen sein. Dann erstellt der behandelnde Arzt oder die Ärztin einen individuellen Behandlungsplan. Bei nachgewiesenen gutartigen Veränderungen, wie bei einem Fibroadenom, kann in Einzelfällen eine operative Entfernung sinnvoll sein – je nach Größe, Wachstum oder Beschwerden.
- Extramammäre Schmerzen: Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache, etwa Physiotherapie, schmerzlindernde Medikamente oder das gezielte Entlasten betroffener Muskelbereiche.

© iStock / SolStock
Ursachen abklären: Wann muss ich zum Arzt oder zur Ärztin mit Brustschmerzen als Frau?
Haben Sie Schmerzen in der Brust, handelt es sich in den meisten Fällen um harmlose Veränderungen oder hormonbedingte Wassereinlagerungen. Lassen Sie die Beschwerden dennoch immer bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen abklären. Bringen Sie zu dem Termin Ihren Zykluskalender mit und idealerweise ein Schmerztagebuch, in dem steht, wann und in welcher Form die Schmerzen auftreten. Hinweise auf einen Herzinfarkt sind starke Brustschmerzen, die länger als fünf Minuten anhalten oder auch ein Engegefühl in der Brust. Die Schmerzen können in den Unterkiefer, die Arme oder auch den Oberbauch oder den oberen Rücken ausstrahlen. Frauen zeigen oft auch nur untypische Zeichen wie Müdigkeit, Übelkeit, Schlafstörungen und Kurzatmigkeit. Treten diese Symptome auf, so handelt es sich um einen Notfall, der sofort abgeklärt werden muss.
Ist Mastodynie gefährlich?
In den meisten Fällen sind Brustschmerzen harmlos und hören von selbst wieder auf. Nur in 15 Prozent der Fälle benötigen betroffene Frauen eine Behandlung. Auch wenn die Sorge vieler Frauen mit Schmerzen in der Brust sich auf Brustkrebs bezieht: Treten Brustschmerzen als einziges Symptom auf, handelt es sich bei der Ursache selten um eine bösartige Tumorerkrankung. Gerade einmal eine von 200 Frauen mit Brustschmerzen hat Krebs.
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.






