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Warum hat man Schamhaare?

Aufnahme einer schlanken Frau in Unterwäsche mit Blumen anstelle der Schamhaare vor einem grauen Hintergrund.

© iStock / Adene Sanchez

Lesezeit: 5 Minuten05.04.2022

Schamhaare erfüllen viele Funktionen im Körper. Doch nicht jeder mag sie. Wofür Schamhaare gut sind, warum sie so wachsen, wie sie wachsen, und was zu beachten ist, wenn man Schamhaare entfernen möchte, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Schamhaare und ihre Funktion

    Da ist doch etwas im Busch: Auch wenn Schamhaare in den westlichen Ländern aktuell nicht besonders im Trend liegen, hat sich die Natur etwas dabei gedacht, die Menschen mit ihnen auszustatten. Forscher glauben, dass Schamhaare hauptsächlich dazu da sind, um diese drei Funktionen zu erfüllen:

    • Sie reduzieren die Reibung beim Laufen oder beim Sex. Das ist ein Vorteil, da die Haut im Genitalbereich sehr empfindlich ist.
    • Sie verhindern, dass Bakterien und andere Keime über die Geschlechtsteile in den Körper gelangen. Keime können in den Schamhaaren abgefangen werden. Es wird zudem vermutet, dass Schamhaare das Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten verringern können.
    • Sie halten die Temperatur der Geschlechtsorgane im optimalen Bereich, verhindern Überwärmung oder Unterkühlung bei Nacktheit.

    Eine weitere Theorie über die Funktion der Schamhaare ist, dass an ihnen menschliche Duftstoffe, sogenannte Pheromone, gut haften bleiben, was möglicherweise für das Sexualverhalten vorteilhaft ist. Außerdem ist das Wachsen der Schamhaare in der Pubertät ein optisches Zeichen, dass ein Mensch nun geschlechtsreif ist.

    Wie wachsen Schamhaare?

    Während ein einzelnes Haar auf dem Kopf etwa sieben Jahre lang wachsen kann, ist der Wachstumszyklus von Schamhaaren deutlich kürzer: Sie wachsen nur etwa sechs Monate, bis das Haarfollikel schließlich abstirbt. Das ist die Struktur, die jede einzelne Haarwurzel umgibt und das Haar in der Haut verankert. Sobald die Wurzel abstirbt, fällt das Haar aus – der kurze Wachstumszyklus ist also der Grund, warum Schamhaare kürzer sind als die Kopfhaare.

    Auffällig ist, dass Schamhaare nicht nur kürzer, sondern meist auch lockiger sind als die Haare auf dem Kopf. Schamhaare sind kraus aufgrund der Form des einzelnen Haares. Glatte Haare sind im Querschnitt eher rund. Schamhaare werden im Haarfollikel auf eine ovale Form zusammengepresst, wodurch sie sich kraus locken.

    Wann sich die ersten Schamhaare zeigen, ist individuell verschieden. Bei Mädchen sprießen die ersten Härchen im Intimbereich etwa im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Jungen bekommen im Durchschnitt etwas später erste Schamhaare: etwa im Alter zwischen 10 und 15 Jahren. Forscher glauben, dass das Wachstum der Schamhaare von den sogenannten apokrinen Drüsen angeregt wird. Das sind spezielle Schweißdrüsen, die Duftstoffe absondern. Diese Drüsen finden sich vor allem im Genitalbereich, in den Achselhöhlen und um die Brustwarzen herum. Sie nehmen ihre Arbeit erst mit Einsetzen der Pubertät auf.

    Wie kann ich Schamhaare entfernen?

    Schamhaare sind etwas völlig Natürliches – doch viele Menschen empfinden sie als störend und unästhetisch. Wer sie entfernen möchte, sollte behutsam vorgehen. Zum einen ist die Haut im Intimbereich besonders empfindlich und daher leicht irritierbar – sie schmerzt schnell. Zum anderen besteht beim Entfernen von Schamhaaren, wie bei anderer Körperbehaarung auch, die Gefahr, dass die neu nachwachsenden Haare „einwachsen“, sich Haarreste also zurückrollen oder in einem Haarfollikel seitlich wachsen.

    Dadurch entstehen kleine rote Pickelchen, die unschön aussehen und mitunter jucken oder schmerzen. In einigen Fällen kommt es zu einer starken Entzündung. Hierbei zeichnen sich große Beulen auf der Haut ab, die spannen, schmerzen und oft Hautverfärbungen mit sich bringen. Daher ist es wichtig, einige Tipps beim Entfernen von Schamhaaren zu berücksichtigen. Diese Möglichkeiten gibt es:

    Schamhaare rasieren

    Die Schamhaare zu rasieren, zählt zu den beliebtesten Methoden, um störende Härchen loszuwerden. Sie ist einfach, günstig und relativ schmerzfrei. Um die Haut nicht unnötig zu irritieren, achten Sie darauf, möglichst immer in Haarwuchsrichtung zu rasieren. Setzen Sie den Rasierer nicht zu nah an der Haut an und vermeiden Sie es, mehrmals über dieselbe Stelle zu gleiten. Die Rasur auf nasser Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Rasiercreme reizt die Haut weniger.

    Eine Frau rasiert sich in der Badewanne die Beinhaare mit einem Einwegrasierer.
    Unter Wasser und mit einer Rasiercreme lassen sich auch die Schamhaare sanfter wegrasieren.

    © iStock / Evgen_Prozhyrko

    Schamhaare zupfen

    Während beim Rasieren die Haare nur oberflächlich abgeschnitten werden, lassen sich Schamhaare durch das Zupfen mitsamt den Haarwurzeln entfernen. Das führt dazu, dass die Haut länger glatt bleibt, da es mehr Zeit braucht, bis ein neues Haar sprießt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun. Manche Menschen zupfen Schamhaare mit einer Pinzette oder einem elektrischen Epilier-Gerät. Andere entfernen Schamhaare mit Wachs oder Zuckerpaste. Dabei werden Wachsstreifen auf die Haut gelegt und die Haare dann zusammen mit dem Wachs ausgerissen. Die Wachsbehandlung ist ebenso wie andere Zupfmethoden schmerzhafter als eine Rasur. Der Effekt hält aber auch länger an. Für das Zupfen müssen Schamhaare allerdings eine bestimmte Länge haben. Es ist also nötig, sie zwischenzeitlich wieder etwas wachsen zu lassen.

    Am besten lässt man sich die Schamhaare von fachkundigen Personen zupfen, wachsen oder epilieren, denn durch falsche Anwendung kann die Haut stark verletzt werden.

    Enthaarungscreme

    Für die meisten ist das Rasieren etwas schmerzhaft und die Haut wird gereizt – Rasurbrand ist die Folge – mit Rötungen oder kleinen roten Pickeln. Eine Alternativmöglichkeit kann Enthaarungscreme sein, deren Anwendung vollkommen schmerzfrei ist. Aufgrund der Wirkstoffe in der Creme bergen diese aber auch Risiken wie allergische Reaktionen. Aus diesem Grund sollte die Creme erst mal an einer kleinen Hautstelle ausprobiert werden.

    IPL-Haarentfernung

    Für alle, die ihre Schamhaare für einen längeren Zeitraum loswerden möchten, gibt es noch die IPL-Lichtmethode. IPL steht für „Intense Pulsed Light“. Intensive Lichtblitze erzeugen dabei Hitze und zerstören die Haarfollikel – mit der Folge, dass das Haar nicht nachwachsen kann. Dauerhaft ist die Entfernung allerdings nicht: Sitzungen sind circa alle sechs bis acht Wochen notwendig und die Kosten können recht intensiv sein.

    Die Behandlung kann außerdem kurzfristig Nebenwirkungen mit sich bringen, wie Schmerzen und Rötung an der betroffenen Hautstelle. Zudem ist diese Haarentfernungsmethode nicht für alle geeignet, zum Beispiel für Schwangere oder Personen mit bestimmten Hauttypen. So funktioniert die Methode nicht so gut bei gebräunter Haut und von der Sonne gebleichten Haaren. Wichtig ist auch hier, dass die IPL-Haarentfernung von qualifizierten Fachkräften unter sicheren Bedingungen durchgeführt wird.

    Die Pflege danach

    Nach dem Entfernen der Schamhaare sollten Sie die Haut mit feuchtigkeitshaltigen Cremes und Lotionen pflegen, um zu verhindern, dass die betroffene Region juckt oder mit Reizungen reagiert. Außerdem ist es sinnvoll, die Haut regelmäßig zu peelen. Ein Peeling entfernt abgestorbene Hautzellen und Haare, die die Haarfollikel verstopfen können. Das trägt dazu bei, das Einwachsen von Haaren zu verhindern.

    Doch selbst bei guter Pflege passiert es manchmal, dass Haare einwachsen und sich entzünden. Vermeiden Sie es in diesen Fällen, die Hautstelle auszudrücken oder etwa mit einer Nadel in der „Haarbeule“ herumzustochern, um auf diese Weise das Haar herauszulocken. Denn so riskieren Sie, dass noch mehr Bakterien in die Wunde getragen werden und sich die Entzündung verschlimmert. Besser ist es, einen Hautarzt zurate zu ziehen. Er empfiehlt Ihnen bestimmte Waschgels oder Cremes, die helfen, die betroffene Haut im Bereich der Schamhaare zu behandeln.

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