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Wie Sie Ihre Kinder in der Coronakrise unterstützen können

Eltern genießen Familienzeit mit ihrem Kind an der frischen Luft, damit die Coronakrise den Alltag nicht überschattet.

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Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 24.03.2021

Viele Kinder und Jugendliche leiden unter der Corona-Pandemie: Die Situation kann sie verunsichern und Ängste bei ihnen auslösen. Auch die Kleinen merken an der Veränderung ihrer Routine, dass etwas nicht stimmt. Wie Sie auf die Sorgen Ihrer Kinder bestmöglich eingehen, über was Sie mit ihnen sprechen sollten und womit Sie ihnen konkret beistehen können.

Inhalte im Überblick

    Menschen in Atemmasken, geschlossene Kitas, kein Kontakt zu den Großeltern – auch kleine Kinder nehmen solche Veränderungen in ihrem Umfeld und Alltag genau wahr und empfinden diese eventuell als bedrohlich und beängstigend. Unruhe und Ängstlichkeit können die Folge sein, aber auch körperliche Symptome wie etwa Übelkeit, Bauch- oder Kopfschmerzen. Bereits abgelegte Verhaltensweisen kehren womöglich zurück: Kinder reagieren beispielsweise wieder stark auf Abschiedssituationen oder nässen sich ein.

    Auch bei Jugendlichen kann die Coronakrise ein Auslöser für Ängste und Sorgen sein. Setzen sie sich intensiv mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Gesellschaft auseinander, entwickeln sie womöglich Zukunftsängste. Andere fühlen sich ungerecht behandelt. Freunde treffen, Veranstaltungen besuchen, reisen – die Coronakrise hat ihr Leben stark eingeschränkt.

    Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die aktuelle Situation

    • Spenden Sie Klein- und Schulkindern Trost: Warum ist meine Kita geschlossen? Kann sich meine Familie mit dem Virus anstecken und daran schwer erkranken? Kinder im Kleinkind-, Vorschul- und Schulalter können bereits viele Fragen durch den Kopf gehen.
    • Sprechen Sie konkret über die Sorgen der Kinder, damit sie mit möglichen Szenarien, die sie sich ausdenken, nicht alleine sind. Seien Sie dabei aufmerksam, geduldig und antworten Sie ehrlich, aber altersgerecht.
    • Vermeiden Sie es, eigene Ängste oder Mutmaßungen so zu äußeren, dass Sie Panik bei Ihrem Kind schüren könnten.
    • Versuchen Sie. im Gespräch Ruhe und Geborgenheit zu vermitteln, das spendet Trost.
    • Erklären Sie, dass nicht jeder, der sich mit dem Coronavirus ansteckt, daran auch schwer erkrankt – und die meisten Menschen sich gut erholen. Kinder im Kleinkind- und Vorschulalter verstehen Krankheiten und ihre Entstehung noch nicht. Schulkinder können Krankheiten bereits besser begreifen: Mit ihnen können sie auch detaillierter über das Virus sprechen, die Erklärungen sollten Sie aber möglichst einfach halten. Der Vergleich mit der Grippe kann etwa helfen.
    • Vermitteln Sie, warum gerade ältere Menschen wie Oma und Opa besonderen Schutz bedürfen.
    • Machen Sie ihnen deutlich, dass sie keinerlei Schuld am Virus haben, aber mit Händewaschen und Abstand halten mithelfen können, es zu besiegen.
    • Nehmen Sie alle Gefühle Jugendlicher ernst: Diskutieren Sie mit Ihrem Kind über die aktuelle Berichterstattung. Jugendliche können leicht an Fehlinformationen geraten, die Sie richtigstellen sollten. Wissen Sie etwas selbst nicht, können Sie gemeinsam anhand seriöser Quellen wie etwa dem Online-Auftritt des Robert-Koch-Instituts recherchieren.
    • Nehmen Sie auch die Frustration über das Homeschooling, den Ärger über verpasste Events oder andere Optionen ernst, indem Sie ausführlich darüber sprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ihr Kind öffnet und über die eigenen Sorgen berichtet, ist so wesentlich höher.

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    Strukturieren Sie den Tag

    Kinder in allen Altersgruppen profitieren stark von Routinen: Sie vermitteln ihnen Sicherheit und Halt. Planen Sie deswegen einen festen Tagesablauf und beziehen Sie Ihre Kinder dabei mit ein. Bestenfalls ist das Homeschooling zeitlich genau so geplant wie ein echter Gang ins Klassenzimmer. Legen Sie Schlaf-, Essens-, Schularbeits-, Hausarbeits-, und Spielzeiten fest und planen Sie dabei Erholungsphasen mit ein, in denen jeder das tun darf, was er möchte. Legen Sie außerdem gemeinsam eine feste Bildschirmzeit fest. Für Kinder bis fünf Jahre empfehlen Experten, die Nutzung bis zu einer halben Stunde pro Tag einzuschränken, für Kinder von sechs bis neun Jahren bis zu einer Stunde. Ab zehn Jahren gilt: Pro Lebensjahr eine Stunde Bildschirmzeit in der Woche ist okay.

    Planen Sie täglich Bewegung mit ein

    Körperliche Bewegung ist so entscheidend, weil dabei Stress und negative Gefühle abgebaut werden. Mit kleineren Kindern können Sie etwa Ausflüge in den Wald oder Park unternehmen. Ältere Kinder sind anspruchsvoller: Bieten Sie an, gemeinsam zu joggen, eine Radtour zu machen oder trainieren Sie bei schlechtem Wetter zuhause mit Hilfe eines YouTube-Tutorials. Tipp: Wenn Sie nach dem Homeschooling oder Ihrem eigenen Homeoffice regelmäßig spazieren gehen, entwickeln Sie ein Ritual, das Ihnen und Ihrem Kind beim Abschalten hilft. 

    Seien Sie im Umgang mit dem Virus ein Vorbild für Ihre Kinder

    Kinder werden stark durch das Verhalten ihrer Eltern beeinflusst. Sie orientieren sich an Reaktionen und Gesprächen der Eltern. Um eine Unterstützung für Ihr Kind zu sein, ist es deswegen wichtig, dass Sie nicht nur im Gespräch mit Ihrem Kind, sondern auch gegenüber Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin oder im Telefonat mit Freunden ruhig bleiben. Dazu gehört auch, dass Sie nicht übermäßig viele Medienberichte über die Coronapandemie konsumieren. Leben Sie außerdem wichtige Verhaltensweisen vor, wie beispielsweise das Händewaschen und das Einhalten der Abstandsregeln. Schreiben Sie zusammen Briefe an die Großeltern oder Freunde, telefonieren Sie oder nutzen Sie Videotelefonie, WhatsApp und Co. Damit vermitteln Sie Ihren Kindern, dass man auch Kontakt halten kann, ohne sich persönlich zu treffen.

    Vater erklärt seiner Tochter die derzeitige Coronakrise und verbringt so noch mehr Zeit mit ihr.

    Bieten Sie Ihren Kindern Beschäftigungsmöglichkeiten an

    Die meisten Freizeitbeschäftigungen fallen aus, Betreuungs- und Bildungsstätten haben geschlossen – Kinder müssen sich viel mit sich selbst und zu Hause in ihren Zimmern beschäftigen. Die digitalen Medien liegen da natürlich auf der Hand. Treffen Sie gemeinsam eine Auswahl, welche Angebote in der erlaubten Bildschirmzeit pro Tag in Frage kommen. 

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat zum Beispiel viele Bildungsangebote gebündelt und stellt sie kostenlos zur Verfügung. 

    • Auf der Seite des NDR-Kinderradios gibt es beispielsweise kindgerechte Nachrichten und Wissenssendungen.
    • In der ZDF-Mediathek finden Sie ein virtuelles Klassenzimmer mit Inhalten für die Vorschule bis hin zur Oberstufe.
    • Tipps für kindgerechte Apps und Online-Spiele finden Sie etwa auf klick-tipps.net.

    Außerhalb der digitalen Welt gibt es natürlich auch eine Reihe an Möglichkeiten, Kinder zu beschäftigen. Gemeinsam könnten Sie zum Beispiel Entspannungstechniken ausprobieren oder einfach mal die Musik hochdrehen und zusammen tanzen. Bieten Sie Ihrem Kind je nach Alter und Interesse immer wieder neue Beschäftigungsmöglichkeiten an. Sie können etwa lesen, puzzeln, Knobelaufgaben lösen, malen, basteln, Brettspiele spielen oder Hörspiele anhören.

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