§ 102 SGB XIV, Leistungen bei Gewalttaten im Ausland
(1) Berechtigte nach § 15 erhalten Leistungen nach Maßgabe der folgenden Absätze.
(2)1 Geschädigte erhalten Leistungen der Schnellen Hilfen ausschließlich im Inland. 2 Fahrkosten zu Traumaambulanzen werden für Fahrten im Inland übernommen. 3 § 101 Absatz 2 Satz 2 gilt entsprechend.
(3)1 Geschädigte erhalten Leistungen der Krankenbehandlung der Sozialen Entschädigung grundsätzlich im Inland. 2 Besteht unmittelbar nach dem schädigenden Ereignis ein akuter Behandlungsbedarf im Ausland, so können Kosten, die anderweitig nicht gedeckt sind, nach § 51 übernommen werden.
(4)
Geschädigte erhalten Einmalzahlungen in Höhe von
- 1.2 821 EUR bei einem Grad der Schädigungsfolgen von mindestens 30, aber weniger als 50,
- 2.8 461 EUR bei einem Grad der Schädigungsfolgen von 50 bis 60,
- 3.14 102 EUR bei einem Grad der Schädigungsfolgen von 70 und 80,
- 4.22 564 EUR bei einem Grad der Schädigungsfolgen von 90,
- 5.31 026 EUR bei einem Grad der Schädigungsfolgen von 100.
Absatz 4 neugefasst durch V vom 13. 6. 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 144) (1. 7. 2025).
(5)1 Ist eine Person, bei der die Voraussetzungen nach Absatz 1 vorliegen, an den Folgen der Schädigung gestorben, erhalten Hinterbliebene eine Einmalzahlung. 2 Die Einmalzahlung beträgt bei Halbwaisen 2 821 EUR, bei Vollwaisen 3 797 EUR und bei weiteren Hinterbliebenen 8 461 EUR.
Absatz 5 neugefasst durch V vom 13. 6. 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 144) (1. 7. 2025).
(6)1 Angehörige und Hinterbliebene haben Anspruch auf Leistungen der Schnellen Hilfen. 2 Diese werden im Inland erbracht. 3 Überführungs- und Bestattungskosten werden nach § 99 erstattet.
(7)1 Leistungen aus anderen öffentlichen oder privaten Sicherungs- oder Versorgungssystemen sind auf die Leistungen nach den Absätzen 3 bis 6 anzurechnen. 2 Hierzu zählen auch Leistungen aus Sicherungs- oder Versorgungssystemen, insbesondere Systemen der Opferentschädigung des Staates, in dem sich die Gewalttat ereignet hat.
(8)1 Leistungen nach den Absätzen 2 bis 6 sind zügig zu erbringen, auch wenn im Ausland noch Verfahren anhängig sind. 2 Sieht der ausländische Staat Leistungen für Opfer von Gewalttaten vor und hat eine berechtigte Person einen Antrag auf solche Leistungen nicht gestellt, so können Leistungen nach den Absätzen 3 bis 5 in entsprechender Anwendung der §§ 66 und § 67 SGB I ganz oder teilweise versagt werden.