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Mutter-Kind-Kur, mögliche Eignung +Bafög

Schönen guten Abend, 

Ich wurde in letzter Zeit immer öfter angesprochen ob ich nicht vielleicht mal zu einer Mutter-Kind-Kur fahren möchte. Die Fragen kommen meistens aus meinem direkten Umfeld, allerdings hat mein Psychotherapeut in der letzten Stunde dies auch vorgeschlagen. 
dafür stellt sich allerdings die Frage ob ich "überhaupt geeignet genug bin" um an so einer Kur teilnehmen zu können. 
zu mir: ich bin 23, Mutter eines (bald) 5 jährigen Sohnes, gehe derzeit vormittags  auf ein "Weiterbildungskolleg" um dort mein Abitur nachzuholen. Durch meine "Beschäftigung als Studentin" bekomme ich Bafög mit dem ich den Lebensunterhalt mit meinem Sohn finanziere. Ich bin seit einem halben Jahr alleinerziehend und in Psychotherapeutischer Behandlung, bei der vor ca einem viertel Jahr ADHS im Erwachsenenalter diagnostiziert wurde. Dafür bekomme ich derzeit Medikamente um meinen Abschluss zu schaffen, da dieser durch angehäufte Probleme (die der Grund für einen Gang zu einem Therapeuten waren) leider  bedroht war. Neben dem ADHS ist bei mir seit vielen Jahren Asthma bronchiale diagnostiziert und bei meinem Sohn soll künftig auch eine Diagnostik auf ADHS gemacht werden soll, da dieser auch entsprechende Anzeichen aufweist. 

Damit frage ich mich also ob ich für eine Kur geeignet wäre. Trotz der Infoseite der AOK wurde ich bezüglich der Frage auch nicht viel schlauer. 

Dann hätte ich zwei weitere Fragen: es wird von drei Wochen Kur-Aufenthalt gesprochen, bei dem man anteilig 10€/Tag bezahlt. Wodurch man auf 210€ auf den gesamten Aufenthalt kommt + Anreise (habe weder Auto noch Führerschein). Auch wenn das im Verhältnis zu 14 Tagen all-in-Hotel wirklich wenig ist, weiß ich leider einfach nicht wie ich das bezahlen soll. Gibt es da irgendwelche Finanzierungsmöglichkeiten oder so? Selbst die ADHS Medikamente von mir (Elvanse adult) sind bei der derzeitigen Dosierung mit 8€ Alle 10 Tage im Portmonee spürbar. 

Frage zwei: auf der Info-Seite steht, dass Termine in den Ferien für Eltern mit schulpflichtigen Kindern vorbehalten sind. Wenn es zu einer Kur kommen sollte, kann ich darauf auch irgendwie einen "Anspruch stellen"? Zwar geht mein Sohn noch in die Kita, aber so würde sonst ich den Stoff verpassen, den ich dann während oder nach der Kur + entfallene Klausuren nachholen "darf" und damit der gesamte Aufenthalt wahrscheinlich sinnfrei wäre oder zumindest nicht vollständig erfolgreich sein kann. 

Ich hoffe die Fragen sind nicht zu extravagant oder unlösbar. Ebenso hoffe ich, dass meine Fragen nicht all zu große Umstände bereiten. 

Bleibt gesund und ich wünsche allen noch einen schönen Abend. 

mit freundlichen Grüßen,

M.

Hallo Kanoro,

vielen Dank für Ihre eindrucksvolle Schilderung und Ihre Fragen.

Ob eine Mutter-Kind-Kur für Sie geeignet oder eine Rehabilitationsmaßnahme sinnvoller ist, können wir nicht beurteilen. Ihr Therapeut kennt Sie und kann Sie da sicher gut einschätzen. Auch Ihr Arzt wird Sie gern diesbezüglich beraten. Dieser würde bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit dann in jedem Fall auch den Antrag für Sie stellen. Das Formular hierfür (Muster 61) hat er vorliegen.

Ob die Kur- bzw. Rehabilitationsmaßnahme auf Grund Ihrer eigenen schulischen Umstände während der Schulferien durchgeführt werden kann, ist im Rahmen des Einzelfalls zu entscheiden. Wir sind aber sicher, dass sich hier eine Lösung finden lässt.

 

Auch hinsichtlich der Höhe der Zuzahlung während der Maßnahme können wir Sie entlasten: Zuzahlungen müssen Sie lediglich bis zur Höhe Ihrer Belastungsgrenze leisten.  Die AOK bietet hierzu grundsätzliche Informationen : https://www.aok.de/pk/uni/inhalt/zuzahlungen-befreiung-regelung-und-ausnahme/

Haben Sie neben dem BAföG weitere Einnahmen (z.B. Unterhalt für Ihr Kind), so sind diese zu Grunde zu legen, BAföG selbst wird nicht als Einkommen angerechnet. Für Ihr Kind wird von Ihrem jährlichen Einkommen ein Freibetrag von 8.388 Euro abgezogen.

Beispiel: Unterhalt für das Kind 400,- Euro monatlich = 4800,- Euro jährlich, sonst nur BAföG-Bezug.

Anzurechnendes Einkommen hier: 4800,- Euro abzüglich Freibetrag von 8388,- Euro = Belastungsgrenze 0 Euro.

 Wir empfehlen Ihnen, möglichst bald den Antrag auf Befreiung bei Ihrer AOK zu stellen. Vielleicht haben Sie schon jetzt die Belastungsgrenze überschritten. Dann erhalten Sie bereits zu viel gezahlte Beträge zurück und für den Rest des Kalenderjahres eine Befreiungskarte.

 

Die AOK bietet im Übrigen einen ADHS-Elterntrainer an. Nähere Informationen erhalten Sie hier: https://adhs.aok.de/ Dieser ist online nutzbar und für Sie als AOK-Mitglied kostenlos. Bestimmt können Sie und Ihr Kind hiervon sehr profitieren.

 

Wir wünschen Ihnen gute Behandlungsfortschritte, viel Erfolg in Ihrer Ausbildung und für Sie und Ihren Sohn alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

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