Psychologie

Kinder stärken, damit sie Krisen meistern können

Veröffentlicht am:17.02.2026

3 Minuten Lesedauer

Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern erlernbar. Doch wie können Eltern diese Fähigkeit fördern? Nicht jede Erziehungsmethode hilft tatsächlich. Worauf es wirklich ankommt – und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Ein Junge im Schulkindalter klettert auf einen Baum.

© iStock / Imgorthand / KI-bearbeitet

Wie kann sich Resilienz im Kindesalter entwickeln?

Resilienz ist die Fähigkeit, mit Belastungen und Rückschlägen umzugehen und gestärkt daraus hervorzugehen. Kinder entwickeln Resilienz durch positive Beziehungen, altersgerechte Herausforderungen und die Unterstützung von Bezugspersonen. Sie ist keine angeborene Eigenschaft, sondern eine erlernbare Kompetenz.

Wie bilden Kinder trotz Belastungen und Risikofaktoren Resilienz?

Besonders wichtig dafür sind stabile Bindungen zu Bezugspersonen. Diese müssen nicht einmal zwingend zur Kernfamilie gehören. Wichtig zu wissen: Mehrere Risikofaktoren gleichzeitig wirken sich stärker auf Kinder aus als einzelne Belastungen.

Daher sind Kinder, die mehreren Risiken ausgesetzt sind, wie einem niedrigen Bildungsniveau der Eltern, Alleinerziehung, psychischer Belastung der Mutter oder niedrigem sozioökonomischen Status, oftmals stärker belastet. Doch viele Kinder zeigen trotz widriger Umstände Resilienz.

Bestimmte individuelle Merkmale können die Resilienz fördern. Dazu gehören unter anderem ein aktives Temperament, höhere kognitive Fähigkeiten und mehr Selbstkontrolle bereits im Vorschulalter. Kinder mit diesen Eigenschaften haben trotz belastender Bedingungen eine höhere Wahrscheinlichkeit, psychisch gesund zu bleiben.

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Warum ist Überbehütung schädlich für die Resilienz?

Übermäßiger Schutz kann die Entwicklung von Resilienz behindern. Wenn Eltern Kinder vor jeder Schwierigkeit schützen, verhindern sie wichtige Lernerfahrungen. Kinder brauchen altersgerechte Herausforderungen, um eigene Erfahrungen zu machen, Rückschläge zu erleben und zu lernen, dass sie Probleme meistern können.

Praktisch bedeutet das: Eltern können ihren Kindern beispielsweise kleine Aufgaben im Haushalt übertragen und sie eigene Entscheidungen treffen lassen. Das stärkt das Selbstvertrauen und die Überzeugung, Herausforderungen meistern zu können.

Eltern können diese Selbstwirksamkeit bei ihren Kindern unterstützen, indem sie sie für die Anstrengung loben – nicht nur für das Ergebnis. Auch Fehler sollten als Lernchance gesehen werden, anstatt als Versagen. So lernen Kinder, dass Rückschläge zum Leben gehören und bewältigt werden können.

Eine Mutter sitzt mit ihrem Sohn auf dem Sofa und hält seine Hände.

© iStock / ljubaphoto

Sein Kind zu stärken, bedeutet auch: gemeinsam durch Krisen zu gehen und zusammen Lösungen zu finden.
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Wie kann man die Resilienz bei Kindern fördern?

Verlässliche Routinen geben Kindern Sicherheit und Orientierung. Gemeinsame Zeit, beispielsweise beim Essen, Spielen oder Vorlesen, stärkt die Bindung. Wichtig ist auch, echtes Interesse an den Erlebnissen des Kindes zu zeigen.

Eltern sollten ihren Kindern ermöglichen, eigene Lösungen für altersgerechte Schwierigkeiten zu finden. Das fördert ihre Resilienz. Beispielsweise können Sie Ihr Kind fragen „Was könntest du versuchen?“, anstatt direkt helfend einzugreifen, um selbstständiges Denken zu stärken.

Programme, die kognitive Verhaltensstrategien, emotionale Regulation und Achtsamkeit vermitteln, zeigen positive Effekte auf die Resilienz von Kindern und Jugendlichen. Auch Achtsamkeitsübungen können helfen.

Kinder stärken: Wie können Resilienzprogramme helfen?

Schulbasierte Programme, die kognitive Verhaltensstrategien vermitteln, zeigen gute Wirksamkeit. Kinder lernen dabei, negative Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern. Programme, die Eltern einbeziehen, sind besonders effektiv.

Langfristige Ansätze sind wichtiger als kurzfristige Interventionen. Resilienz entwickelt sich über Jahre hinweg und braucht kontinuierliche Förderung.

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Fachlich geprüft
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