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Atemwegsinfektionen aktiv vorbeugen – das hilft allen

Veröffentlicht am:12.07.2022

12 Minuten Lesedauer

Aktualisiert am: 19.02.2026

Erwachsene leiden im Durchschnitt viermal im Jahr an Atemwegsinfekten, Kinder sogar noch viel häufiger. Der beste Schutz dagegen: Selbst aktiv werden, vorsorgen und das Immunsystem stärken.

Vater und Sohn haben einen Atemwegsinfekt und ruhen sich gemeinsam auf dem Sofa aus.

© iStock / Dejan_Dundjerski / KI-bearbeitet

Was löst eine Atemwegsinfektion aus?

Pendlerinnen und Pendler kennen es, auch Eltern, deren Kinder in Betreuungseinrichtungen sind, ebenso Menschen, die im Großraumbüro arbeiten oder viele Hände schütteln: Einer niest und alle fühlen sich auf einmal krank. Tatsächlich verbreiten sich viele Keime, die die Atemwege angreifen, rasend schnell über die Luft. Die Tröpfchen fliegen beim Husten oder Niesen durch das Zugabteil, das Büro, das Spielzimmer oder sie haften an gemeinsam benutzten Gegenständen. Hallo Schniefnase, Husten, Fieber & Co.!

Über unsere Atemwege wird der lebensnotwendige Sauerstoff aufgenommen. Wir atmen die Luft über Mund und Nase ein, sie wird erwärmt, gereinigt und weitertransportiert. Schleimhäute kleiden die Bronchien aus und befeuchten die einströmende Luft. Flimmerhärchen, die sich ständig gegen den Luftstrom bewegen, halten die Atemwege frei von Staub, Schleim und Fremdkörpern. Schleim wird im Rachen ausgehustet oder verschluckt.

Ein geschmeidiges System – solange es funktioniert. Aber es ist auch anfällig für Infektionen, die das Gleichgewicht stören. Dringen Viren oder Bakterien ein, kann dies der Beginn einer Atemwegsinfektion sein. Die Medizin unterscheidet dabei zwischen oberen und unteren Atemwegsinfekten, je nachdem, welche Atemwege die Erreger befallen.

Aufbau der Atemwege

Die Atemwege bilden ein durchgängiges System. Die oberen Atemwege umfassen Mund- und Nasenhöhle, Nasennebenhöhlen, Rachen und Kehlkopf. Mit den unteren Atemwegen sind Luftröhre und Bronchien gemeint, die mit vielen kleinen Verzweigungen in der Lunge münden. Sie werden immer feiner und kleiner. Am Ende der Bronchienästchen sitzen die Lungenbläschen. Hier wird das Gas ausgetauscht: Blut fließt vorbei, nimmt den eingeatmeten Sauerstoff mit und gibt Kohlendioxid an die Luft ab, die wir ausatmen.

Darstellung der oberen und unteren Atemwege des menschlichen Körpers.
So sind unsere Atemwege aufgebaut.

Typischer Verlauf einer Atemwegsinfektion

Schnupfen, Grippe, COVID-19, Nebenhöhlenentzündung, Rachenentzündung oder akute Bronchitis – Atemwegsinfekte starten fast immer mit laufender Nase, Kratzen im Hals, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Man fühlt sich fiebrig, schlapp und antriebslos.

Meist sind es Viren, die einen Atemwegsinfekt auslösen – und gerade eine echte Grippe oder eine COVID-19-Infektion kann sehr schwer verlaufen. Zusätzlich zum viralen Infekt kann eine bakterielle Sekundärinfektion entstehen, weil die bereits geschädigte Schleimhaut anfälliger ist. Vermehren sich hier die Bakterien, kann aus einem einfachen viralen Infekt auch ein bakterieller Infekt werden, zum Beispiel eine bakterielle Nebenhöhlenentzündung, eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung.

Darstellung des typischen Erkältungsverlaufs mit Symptomen über die Zeit.
So sieht der typische Verlauf einer Erkältung aus, bei dem sich die Symptome über die Zeit verändern. Nach neun Tagen ist die Erkältung dann meist überstanden. Es handelt sich dabei aber nur um ungefähre Angaben, kleine Abweichungen sind normal.

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Wieso sind Kinder häufiger von Atemwegsinfekten betroffen?

Atemwegsinfekte bringen vor allem Eltern von Kleinkindern zur Verzweiflung, denn gefühlt schließt sich ein Infekt dem nächsten an. Vier bis zehn Infektionen pro Jahr sind für Kinder unter zwei Jahren normal; sogar bis zu dreizehn, wenn sie in Gemeinschaftsbetreuungen untergebracht sind. Sind die Kinder zwei Jahre alt, sind es immer noch vier bis acht Atemwegsinfekte und bis zu zwei Magen-Darm-Infektionen pro Jahr.

Der Grund hierfür? Das Immunsystem ist noch nicht fertig ausgebildet – es ist noch „unerfahren“ und muss sich erst mit den verschiedenen Keimen auseinandersetzen, um in Zukunft schnell auf Erreger reagieren zu können.

Außerdem stecken sich Kinder gegenseitig an. Beim Basteln und Spielen sind die Köpfe eng zusammen, sie teilen Spielzeug, nehmen die Hände in den Mund und waschen sich nach dem Niesen nicht direkt die Hände. Manche Erkältungswelle legt ganze Kitas flach – inklusive Betreuungspersonal und Eltern. Denn Erkältungserreger sind fies: Infizierte stecken oft andere schon an, noch bevor sich die ersten Symptome zeigen und sie sich krank fühlen.

Auch Mandelentzündungen sind bei Kindern weit verbreitet. Jeder Fremdkörper im Mund – und damit auch Bakterien – aktiviert die Schutzmechanismen des Körpers, was zu einer Schwellung der Gaumenmandeln und somit zu einer Mandelentzündung führen kann.

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Wie lassen sich Atemwegsinfekte vorbeugen?

Schützen Sie sich selbst – für die Gesundheit aller: Wer bei sich selbst eine Infektion vermeidet, beugt nicht nur im eigenen Interesse vor, sondern schützt auch seine Mitmenschen:

  • Vermeiden Sie, sich ins Gesicht zu greifen, denn über Augen, Mund und Nase gelangen Erreger in die Schleimhäute
  • Gründliches Händewaschen im Alltag (zählen Sie dabei mindestens bis 20 oder singen Sie einmal „Happy Birthday“, während Sie sich die Hände einseifen)
  • Handtücher häufig wechseln, nicht mit anderen teilen oder Papiertücher verwenden
  • Rücksichtsvoll in die Armbeuge niesen und husten – Abstand halten
  • In geschlossenen Räumen regelmäßig lüften
  • Papiertaschentücher nur einmal verwenden und sofort entsorgen
  • Während einer Grippe- oder Erkältungswelle auf Händeschütteln verzichten
  • Eine Maske schützt vor Infektionen
  • Jährliche Grippeschutzimpfungen gegen Influenza-Viren und COVID-19-Impfungen gegen Coronaviren vor allem für Risikogruppen wie chronisch Kranke, beispielsweise Menschen mit COPD, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangere und Personen über 60 Jahre
  • Kranke und Menschenansammlungen meiden
  • Mit Infekt keine Schwangeren, chronisch Kranken oder alten Menschen besuchen
  • Wenn möglich, drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung der Beschwerden zu Hause bleiben und direkte Kontakte vermeiden

Der Husten- und Niesen-Knigge

Beim Husten schleudern wir mit einer Geschwindigkeit von 900 Kilometern pro Stunde explosionsartig die Luft aus dem Rachen. Bei einer Erkältung schnellen so Viren, genauso schnell wie ein Airbus A 380, in unsere nächste Umgebung. Dort bleiben sie an Türklinken, Händen, Kleidung oder Gegenständen haften, wo sie nach kurzem Zwischenstopp dann eine andere Person abholt. Beim Husten und Niesen daher bitte Folgendes beachten:

  • Abstand halten
  • Das Gesicht abwenden und in die Armbeuge niesen und husten
  • Einmal-Taschentücher beim Husten und Niesen vor das Gesicht halten
  • Einmal-Taschentücher nach der Verwendung sofort entsorgen
  • Statt Schnäuzen besser das Nasensekret hochziehen
  • Keine Hände schütteln
  • Menschenansammlungen vermeiden

Der Schnäuz-Tipp

Schnäuzen war gestern. Heute empfehlen Medizinerinnen und Mediziner, das Nasensekret hochzuziehen – auch wenn es gesellschaftlich noch nicht akzeptiert ist. Dabei ist das Hochziehen sogar gesünder. Durch das Hochziehen gelangt das Nasensekret in den Rachen und kann von dort runtergeschluckt werden. Im Magen vernichtet die Magensäure dann noch lebende Bakterien oder Pilze.

Das Schnäuzen birgt zudem Gefahren: Durch den hohen Druck kann das Sekret in die Nasennebenhöhlen gepresst werden. Schlimmstenfalls kann dies zu einer schmerzhaften Entzündung der Nasennebenhöhlen führen. Wer trotzdem lieber schnäuzt, sollte darauf achten, nie gleichzeitig Luft durch beide Nasenlöcher zu pressen, sondern ein Nasenloch nach dem anderen zu reinigen. Das vermindert das Risiko einer Nasennebenhöhlenentzündung. Außerdem sollte man Taschentücher nur einmal benutzen und die Hände nach dem Schnäuzen waschen.

Wann muss ich mit einer Atemwegsinfektion zur Ärztin oder zum Arzt?

Im Herbst und Winter sind die meisten Viren unterwegs, die eine Erkältung (grippaler Infekt) oder die Grippe auslösen. Wenn die Krankheitszeichen plötzlich einsetzen und das Allgemeinbefinden schwer beeinträchtigen, ist es ratsam, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Auch wenn sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage nicht bessern oder sich sogar verschlechtern, sollte der Weg in eine Arztpraxis führen – bei anhaltend hohem Fieber spätestens ab dem dritten Erkrankungstag.

Bei Säuglingen, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr verlaufen Krankheiten oft schwerer. Deshalb sollten sie bei hohem Fieber schnell zur Ärztin oder zum Arzt. Auch wer chronisch krank ist oder regelmäßigen Kontakt zu Menschen mit einem erhöhten Risiko hat, sollte Beschwerden sicherheitshalber ärztlich abklären lassen.

Welche Therapie ist bei Atemwegsinfekten sinnvoll?

Kinderärztinnen und Kinderärzte kennen ihre kleinen Patientinnen und Patienten und deren Lebensumstände in der Regel sehr gut, da sie sie bei regelmäßigen Untersuchungen betreuen. Sie wissen, was im Rahmen ist und wann weitergehende Untersuchungen erforderlich sind.

Erwachsene sollten beim Arztbesuch Vorerkrankungen ansprechen, denn auch danach richtet sich eine Therapie.

Übrigens: Neun von zehn Erkältungskrankheiten sind durch Viren ausgelöst. Mit Antibiotika können jedoch nur Bakterien bekämpft werden. Ist die Erkältung durch Viren verursacht, kann die Therapie mit einem Antibiotikum daher nichts bewirken. Sie lindert keine Beschwerden und sorgt auch nicht für eine schnellere Heilung.

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Das sind die häufigsten Atemwegserkrankungen

Im Winter haben Husten und Schnupfen Hochkonjunktur. Denn Kälte vermindert die Durchblutung in den Schleimhäuten und trockene Heizungsluft reizt sie, sodass Viren leichter eindringen können. Außerdem wir halten uns mehr in Innenräumen auf, wodurch wir enger mit anderen Menschen und deren Keimen in Kontakt kommen. So haben Viren und Bakterien leichtes Spiel, in die Schleimhäute einzudringen und die Atemwege anzugreifen. Das sind die häufigsten Erkrankungen:

  • Erkältung (grippaler Infekt)

    Anders als der Name vermuten lässt, wird eine Erkältung aber nicht durch kaltes Wasser, kalte Luft oder Frieren verursacht, sondern durch Viren. Eine Erkältung beginnt zwei bis vier Tage nach einer Tröpfcheninfektion und dauert etwa eine Woche: Die Krankheitserreger – meist Viren – attackieren in den meisten Fällen die oberen Atemwege. Vor allem im Frühjahr und Herbst sind Erkältungen weit verbreitet und treffen im Schnitt jeden Erwachsenen zwei- bis viermal pro Jahr.

    Risikofaktoren: Stress, zu wenig Schlaf, Krankheiten, starke Anstrengungen beim Sport, große Menschenansammlungen, ein schwaches Immunsystem. Die Erkältung verläuft meist harmlos und ohne Fieber.

  • Coronavirus (COVID-19)

    Der Erreger von COVID-19 ist das Coronavirus SARS-CoV-2. Die Erkrankung bricht im Durchschnitt drei Tage nach der Ansteckung aus. Infizierte können andere jedoch bereits anstecken, bevor sie selbst Symptome zeigen. Das Ansteckungsrisiko ist kurz vor Beginn der Beschwerden und in den ersten fünf Tagen danach am höchsten.

    Typische Symptome sind Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Kurzatmigkeit. Auch Magen-Darm-Beschwerden können hinzukommen. Selten befällt die Infektion auch Organe wie das Herz oder das Nervensystem.

    Eine Infektion mit dem Coronavirus kann insbesondere bei älteren und vorerkrankten Menschen schwer verlaufen. Zudem kann die Infektion bei Menschen jeden Alters Langzeitfolgen (Long COVID) nach sich ziehen.

    Durch Impfungen wird eine Basisimmunität aufgebaut, die schwere Krankheitsverläufe oft verhindert. In der Regel entsteht diese Immunität durch mindestens drei Impfungen oder drei Infektionen mit dem Coronavirus. Für Menschen mit einem erhöhten Risiko wird eine Auffrischung im Herbst empfohlen.

  • Akute Bronchitis

    Diese Entzündung der Bronchialschleimhäute zählt zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Hauptsaison ist der Winter. Die Schleimhäute schwellen an und erschweren so das Atmen. Heftiger Husten, bei dem der Brustkorb schmerzt, ist das häufigste Symptom, oft begleitet von Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen. Bestes Heilmittel: Bettruhe.

    Wenn ein Kind häufig an Bronchitis erkrankt, wird die Ärztin oder der Arzt abklären, ob eventuell unerkanntes Asthma dahintersteckt.

  • Grippe

    Plötzliches hohes Fieber, ein starkes Krankheitsgefühl sowie Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen – das ist typisch für eine Grippe. Diese Infektion mit dem hochansteckenden Influenza-Virus wird durch Tröpfchen beim Sprechen, Niesen oder Husten durch die Luft über kurze Wege übertragen und befällt die Atemwege. Die Erreger verbreiten sich auch durch eine Schmierinfektion. Wer niest, hustet oder sich die Nase putzt, überträgt sie auf seine Hände. Von dort aus reicht man sie durch Händeschütteln oder das Berühren gemeinsam genutzter Gegenstände weiter. Typische Symptome sind außerdem Abgeschlagenheit, trockener Reizhusten, Kopf- und Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, auch Schweißausbrüche und Halsschmerzen.

    Eine Grippe dauert zwischen fünf und sieben Tage. Allerdings schwächt der begleitende Reizhusten das Immunsystem meist noch länger. Die Grippe ist hochansteckend, schon bevor sich die ersten Symptome zeigen. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Infektionskrankheit liegen ein bis drei Tage.

    Die Grippe sollte nicht unterschätzt werden: Bis zu 20.000 Menschen sterben in Deutschland pro Jahr durch das Grippevirus. Der wirksamste Schutz ist eine Grippeschutzimpfung. Sie ist jährlich nötig, da sie auf die jeweils aktuell erwarteten Krankheitserreger abgestimmt ist.

    Eine Grippe kann Folgeerkrankungen wie Mittelohr-, Herzmuskel- oder eine Lungenentzündung nach sich ziehen.

  • Lungenentzündung

    Bei der Pneumonie (Lungenentzündung) ist das Lungengewebe entzündet. Bakterien, seltener Viren oder Pilze, können diese Infektion hervorrufen. Streptokokken – Streptococcus pneumoniae, eine weit verbreitete Bakterienart – sind der häufigste Grund einer Lungenentzündung. Übertragen durch Tröpfcheninfektion siedeln sie sich im Nasen-Rachen-Raum und schließlich in der Lunge an.

    Häufig braucht es Antibiotika – ja nach Schwere der Infektion in Tablettenform oder über die Vene. Das Risiko? Die Bildung resistenter, gegen Antibiotika unempfindlicher Erreger. Sie sind es, die eine Lungenentzündung so gefährlich machen, da ihre Zahl stark steigt und immer mehr gängige Antibiotika unwirksam werden.

    Neue Therapien und Impfstoffe stehen im Fokus der Forschung. Besonders gefährdet sind schwache, chronisch kranke oder ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder.

  • Keuchhusten

    Der Name kennzeichnet das herausstechende Symptom: den keuchenden Husten, der mehrere Wochen lang anhält und die Erkrankten vor allem nachts plagt. Die krampfartigen Hustenanfälle können sich bis zu Atemnot, Erbrechen oder dem Würgen von Schleim steigern. Ein Anfall kann mehrere Minuten dauern.

    Pertussis (Keuchhusten) ist hochansteckend, und zwar das ganze Jahr über. Keuchhusten wird durch Bakterien ausgelöst, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Vorbeugung: Säuglinge werden in der Regel ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat gegen Keuchhusten geimpft. Diese Grundimmunisierung von Babys und Kleinkindern – bevorzugt mit Kombinationsimpfstoffen als Teil der Sechsfach-Impfung – erfolgt in vier Impfdosen. Erwachsene sollten einmalig eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten erhalten.

    Schwangere sollten sich in jeder Schwangerschaft gegen Keuchhusten impfen lassen, um das Neugeborgene zu schützen. Am besten erfolgt die Impfung im letzten Schwangerschaftsdrittel ab der 28. Schwangerschaftswoche. Auch für Eltern, Geschwister, Großeltern und andere enge Bezugspersonen von Säuglingen und Neugeborenen ist eine Impfung ratsam, wenn die letzte Impfung über zehn Jahre zurückliegt. Diese Empfehlung gilt auch für Personal im Gesundheitsdienst oder in Gemeinschaftseinrichtungen.

    Trotz aller Empfehlungen steigt die Zahl der Erkrankungen und das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt inzwischen bei 42 Jahren. Forschende sehen den Grund in der Impfmüdigkeit. Der Impfschutz lässt nach und wird nicht mehr aufgefrischt. Keuchhusten kann tödlich sein. 2 von 1.000 Erkrankten in Industrieländern sterben daran, meist Säuglinge. In Deutschland müssen Arztpraxen Keuchhusten an das Gesundheitsamt melden.

Frau hat eine Atemwegsinfektion und inhaliert.

© iStock / ljubaphoto

Bei einem Atemwegsinfekt kann es helfen, zu inhalieren.

Tipps bei Atemwegsinfekten

  • Bettruhe
  • Häufiges Lüften vertreibt die Erreger
  • Feuchte Tücher über Heizkörper halten die Raumluft insbesondere im Winter feucht
  • Inhalieren – Wasserdampf hilft, die Schleimhäute zu befeuchten und sie abschwellen zu lassen, ohne oder mit Zusatz von ätherischen Ölen, Kräutern oder Salzen
  • Abschwellende Nasensprays erleichtern das Atmen
  • Viel trinken, besonders Tee
  • Bei Halsschmerzen Hustendrops lutschen, gegen leichte Kopf- und Gliederschmerzen helfen Schmerzmittel

Rezept: Warme Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen

Die Wunderknolle Zwiebel hilft nicht nur bei Insektenstichen, die ätherischen Öle wirken antibakteriell und desinfizierend bei akuten Ohrenschmerzen, gerade bei Kindern ab etwa acht Monaten. Denn Mittelohrentzündungen treten bei Kindern häufig als Begleiterscheinung von Infekten auf.

Zutaten

1 Portion
  • 1kleine Zwiebel
  • (Kinder-)Socke oder Teefilter aus Papier oder Papiertuch
  • Stirnband, Tuch, Mütze

Zubereitung

  1. Die Zwiebel in kleine Stücke schneiden und in einen sauberen Stoff geben, zum Beispiel ein Leinentuch, ein Leinensäckchen oder eine Baumwollsocke.
  2. Das Päckchen in einer Schale über kochendem Wasser oder vorsichtig im Backofen oder in der Mikrowelle erwärmen.
  3. Wenn das Päckchen warm ist (aber nicht heiß), herausnehmen und vorsichtig zusammendrücken, damit der Saft austritt.
  4. Das Päckchen auf das erkrankte Ohr legen und mit einem Stirnband, einer Mütze oder einem Tuch fixieren.
  5. Etwa 30 Minuten wirken lassen und zwei- bis dreimal am Tag frisch anwenden.

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