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AOK – Die Gesundheitskasse

Das 1x1 der Blutspende

Frau bei Blutspende.

© iStock / fotografixx

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 09.06.2021

So kann jeder zum Lebensretter werden. Täglich werden in Deutschland etwa 14.000 Blutspenden gebraucht, Blut kann nämlich nicht künstlich hergestellt werden. Was Sie beim Spenden von Blut beachten müssen und wie so eine Blutspende abläuft, lesen Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Warum ist Blutspenden so wichtig?

    In einem erwachsenen Menschen fließen etwa fünf bis sechs Liter Blut. Auf seinem Weg durch den Gefäßkreislauf nimmt das Blut Stoffe auf und transportiert sie dorthin, wo sie gebraucht werden. So versorgt es den Körper beispielsweise mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Protein Hämoglobin. Es enthält Eisen und macht etwa 90 Prozent der roten Blutkörperchen aus. Da es für deren Farbe verantwortlich ist, wird es auch roter Blutfarbstoff genannt. Hämoglobin ist sowohl für die Aufnahme und Verteilung von Sauerstoff verantwortlich als auch für die Neubildung von Blut im Rückenmark.

    Verliert der Körper Blut, verliert er auch Hämoglobin und ist irgendwann nicht mehr in der Lage, den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Schwere Schäden können etwa bei einem Verlust von etwa 1,5 Liter auftreten.

    Da Blut nicht künstlich hergestellt werden kann, sondern nur im Körper produziert wird – für einen Liter braucht er einen Monat – muss Fremdblut übertragen werden.

    Wer darf alles Blut spenden?

    Eine gesunde Person zwischen 18 und 68 Jahren und mit einem Gewicht von mindesten 50 Kilogramm erfüllt fast alle Voraussetzungen, um Blut spenden zu dürfen. Entscheidend ist in diesem Fall der Hämoglobinwert (Hb-Wert). Er zeigt an, wie viel Eisen der Mensch im Blut hat und wird vor jeder Spende gemessen. Ist er zu niedrig, bedeutet das, dass der Körper nicht genug Eisenreserven hat, um den Blutverlust durch eine Blutspende auszugleichen. Die Person wird dann nicht zur Spende zugelassen.

    Wer darf kein Blut spenden?

    In bestimmten Fällen werden potenzielle Blutspender zurückgestellt, das bedeutet, dass sie für einen bestimmten Zeitraum kein Blut mehr Spenden dürfen. Die zeitliche Frist hängt von dem Grund der Rückstellung ab. 

    • Bei einer Tätowierung beispielsweise beträgt sie einen Monat.
    • Bei risikoreichem Sexualverhalten, wie ständig wechselnde Partner, beträgt die Rückstellung ein Jahr.
    • Bei Krankheiten, der Einnahme von bestimmten Medikamenten, Operationen und Impfungen kann es zu einer Rückstellung kommen.
    • Schwangeren ist es während der Schwangerschaft und bis zu sechs Monate danach untersagt zu spenden. Das gilt auch für die Zeit, in der sie stillen.

    Menschen mit bestimmten Verhaltensweisen oder Krankheiten sind sogar ein Leben lang von einer Blutspende ausgeschlossen. Dazu zählen Menschen mit:

    • schweren chronischen und aktiven Erkrankungen wie Krebs,
    • mit Insulin behandelter Diabetes Mellitus,
    • bestimmten Infektionskrankheiten wie HIV oder Malaria oder einem erhöhten Infektionsrisiko für diese,
    • einer Drogensucht.

    Wer kann wem Blut spenden

    Nicht alle Blutgruppen harmonieren miteinander. Daher muss vor einer Transfusion erst die Blutgruppe des Spenders und des Empfängers ermittelt werden. Die Blutgruppe A ist mit 43 Prozent in Deutschland am häufigsten vertreten. 41 Prozent gehören Blutgruppe 0 an. Die Blutgruppen B und AB liegen mit 11 und 5 Prozent dahinter. Bei einer Blutspende muss man sich an den Blutgruppensystemen AB0 und Rhesus orientieren, da nicht alle Blutgruppen zueinander passen und folglich nicht jeder Mensch jede Spende verträgt.

    BlutgruppeKann spenden anKann Spenden erhalten von
    0-0-, 0+, A-, A+, B-, B+, AB-, AB+0-
    0+0+, A+, B+, AB+0-, 0+
    A-A-, A+, AB-, AB+0-, A-
    A+A+, AB+0-, 0+, A-, A+
    B-B-, B+, AB-, AB+0-, B-
    B+B+, AB+0-, 0+, B-, B+
    AB-AB-, AB+0-, A-, B-, AB-
    AB+AB+0-, 0+, A-, A+, B-, B+, AB-, AB+

    Blutspendeausweis

    Hier finden Sie Ihre Blutgruppe

    Innerhalb weniger Wochen nach der ersten oder zweiten Blutspende bekommen Sie per Post einen Blutspendeausweis, der Ihre Blutgruppe enthält. Neben dem Mutterpass kann diese Information auch im Impfpass oder einem Notfallausweis stehen.

    Wo kann man Blut spenden?

    Blutspender werden dringend gebraucht! Wer sich freiwillig registrieren lassen möchte, kann sich bei verschiedenen Stellen melden, zum Beispiel beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), bei privaten oder kommunalen Blutspendezentren oder in Krankenhäusern und Unikliniken. Zusätzlich gibt es mobile Blutspendedienste mit täglich wechselnden Ortsterminen.

    Wie oft darf ich Blut spenden?

    Jedes Mal nach einer Spende muss der Körper den Blutverlust wieder ausgleichen. Für die Erneuerung der Blutzellen braucht der Körper rund zwei Wochen. Um den Eisenverlust wieder einzupendeln, braucht er allerdings etwa zwei Monate. Daher müssen zwischen zwei Blutspende-Terminen mindestens 56 Tage liegen. Bei Frauen sogar noch mehr, da der Eisenausgleich wegen der Menstruation länger dauert. Insgesamt Frauen dürfen viermal im Jahr, Männer sechsmal im Jahr Blut spenden.

    Was muss ich beachten, wenn ich während Corona Blut spenden will?

    Die Corona-Pandemie ist auch für den Blutspendedienst herausfordernd – weil einige Spender aus Angst vor Ansteckung zu Hause bleiben. Die Spenden verlaufen unter den aktuellen Hygienebedingungen. Wer gesund ist, darf nach wie vor spenden. Wer an Corona erkrankt war, muss vier Wochen bis zur nächsten Spende warten. Kontaktpersonen von Corona-Infizierten oder Menschen, die außerhalb der EU im Ausland waren, müssen zwei Wochen warten.

    Medizinisches Personal hält Blutspende in den Händen

    © iStock / JarekJoepera

    Was passiert mit der Blutspende auf dem Weg zum Empfänger? 

    Bei jeder Blutspende wird zusätzlich eine kleine Blutprobe entnommen, die ins Labor geschickt wird. Dort wird sie auf bestimmte Infektionen wie HIV, Syphilis oder Hepatitis untersucht. Da nicht alle Krankheitserreger festgestellt werden können, werden einige Spender zur Sicherheit zurückgestellt oder ausgeschlossen. Stellt das Labor keine Anomalien fest, wird die Blutspende weiterverwendet. Weist die Probe Krankheitserreger auf, wird der Spender vom Blutspendedienst informiert.

    Jetzt wird die sogenannte Vollblutspende zentrifugiert und so in ihre einzelnen Bestandteile aufgeteilt:

    • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Werden Patienten bei hohen Blutverlusten transfundiert.
    • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Haben bei einer Spende keine Verwendung und werden deshalb rausgefiltert.
    • Blutplättchen (Thrombozyten): Sind wichtig für die Blutgerinnung, sie werden Patienten verabreicht, die wegen einer Krankheit wie Leukämie oder Krebs keine Blutplättchen mehr bilden können.
    • Blutplasma: Wird hauptsächlich für die Medikamentenherstellung benutzt.

    Jetzt bekommt jeder Patient den Bestandteil des Blutes, den er braucht. Eine Blutkonserve kann also bis zu drei Leben retten. Da die Bestandteile des Blutes nur eine kurze Lebensdauer haben – Blutplättchen sind nur vier Tage verwendbar – geschieht das in der Regel innerhalb weniger Tage.

    Wie läuft eine Blutspende ab?

    Eine Blutspende nimmt nicht viel Zeit in Anspruch und folgt überall in Deutschland demselben Ablauf. Am Tag der Blutspende sollten Sie einiges beachten. Ideal ist es, vor und nach der Blutabnahme viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Zudem wird empfohlen, an diesem Tag möglichst fettarm zu essen. Sport ist einige Stunden davor und danach keine gute Idee.

    Ablauf einer Blutspende

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