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Smart Home: Im Alter sicher zu Hause

Smarte Technologien erweitern die Möglichkeiten zur Überwachung der eigenen Gesundheit.

© iStock / eyecrave

Lesezeit: 8 MinutenAktualisiert: 03.12.2020

Sicher ist: Menschen wohnen lieber in ihrem eigenen Zuhause als in einem Alten- oder Pflegeheim. Smart Homes helfen ihnen dabei: Neue Technologien ermöglichen ein selbstbestimmtes und sicheres Leben im Alter. Welche Unterstützung gibt es bereits, und was erwartet uns in der Zukunft?

Inhalte im Überblick

    Was genau ist ein Smart Home?

    Der Begriff „Smart Home“ bedeutet übersetzt „intelligentes Zuhause“. Als intelligent bezeichnet werden dabei die zahlreichen Geräte, die in der Wohnung automatisiert laufen. Dazu gehören zum Beispiel die Heizung, Beleuchtung und Belüftung, aber auch Haushaltstechnik, wie etwa der Kühlschrank oder die Waschmaschine.

    Auch die sogenannte Konsumelektronik wie Smartphone, Tablet und Fernseher gehören dazu. Sie können teilweise oder gänzlich untereinander und nach außen hin vernetzt sein. 

    Wer sich dafür entscheidet, sein Zuhause mit intelligenten Systemen auszustatten, hat also eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Auswahl und kann diese ganz nach seinen persönlichen Bedürfnissen einrichten. Im Gesundheits- und Pflegebereich kann ein Smart Home so den Alltag erleichtern und häufig sogar eine lebensrettende Hilfe sein.

    Das Smart Home im Alter

    Viele ältere Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der eigenen Wohnung. Denn das vertraute Umfeld vermittelt Sicherheit und Selbstbestimmtheit. Digitale Technologien können das selbständige Leben in den eigenen vier Wänden erleichtern und pflegebedürftigen Menschen ermöglichen, zu Hause wohnen zu bleiben.

    Für Angehörige kann es ebenfalls sehr entlastend sein, wenn sie Eltern und Verwandte in Sicherheit wissen. Wichtig zu wissen: Voraussetzung für die Nutzung vieler smarter Systeme ist ein Internetzugang, da diese z. B. online Meldungen und Daten an Angehörige, Pflegedienste, Gesundheitsdienste oder andere Dienstleistungsanbieter versenden. 

    Sicherheit im Smart Home

    Ältere Menschen, die allein leben, sorgen sich oft, in der Wohnung zu stürzen und keine Hilfe rufen zu können. Dasselbe gilt bei medizinischen Notfällen, die für Alleinstehende lebensbedrohlich sein können. Diese Probleme lösen sogenannte Sturzerkennungssensoren.

    Es gibt sie in verschiedenen Varianten, beispielsweise als kleines Kästchen, das an der Kleidung befestigt wird, als Wandsensor oder integriert im Fußbodenbelag. Stürzt eine hilfsbedürftige Person, alarmieren die Sensoren automatisch einen Rettungsdienst und die Angehörigen.

    Bei der Vermeidung von Stürzen helfen intelligente Türöffnungssysteme und eine smarte Beleuchtung, die automatisch angeht, wenn die Person nachts das Bett verlässt.

    Das Smarthome soll Menschen ermöglichen, solange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

    © iStock/kate_sept2004

    Ein Smart Home für die Gesundheit

    Mit Sensoren, die sich zum Beispiel in einer Smart-Watch (einer speziellen am Handgelenk getragenen Uhr) befinden, lässt sich auch der eigene Gesundheitszustand überwachen. Personen mit Vorerkrankungen beispielsweise können ihre Vitalparameter, wie etwa Herzfrequenz und Blutdruck, kontrollieren und direkt an ihren Hausarzt oder eine Notrufstelle übermitteln.

    Auch eine Smart-Watch für Diabetiker ist in der Entwicklung. Über einen speziellen Mikrosensor soll sie schmerzfrei den Blutzucker messen und bei Über- oder Unterzuckerung Alarm schlagen.

    Ein anderes Projekt, an dem derzeit gearbeitet wird, ist ein intelligenter Rollator. Was viele nicht wissen: Die korrekte Benutzung von Rollatoren muss richtig erlernt und kontinuierlich geübt werden. Ein neues Modul, das in Rollatoren eingebaut werden kann, soll Haltungsfehler bei der Benutzung und Sturzgefahr vorbeugen. Dafür sorgen sogenannte Distanzsensoren zur Haltungserkennung, die bei Bedarf ein leichtes Vibrieren auslösen. 

    Smarte Hilfe für den Haushalt

    Weitere smarte Lösungen für Menschen mit Bewegungseinschränkungen sind bereits auf dem Markt. Haushaltshelfer, wie etwa Saug- und Wischroboter erleichtern das Reinigen der Wohnung und sind kostengünstiger als eine Reinigungskraft. Dasselbe gilt auch für den Garten. Wer seine Grünfläche liebt, sie aber nicht mehr wie gewünscht pflegen kann, für den gibt es Rasenmähroboter und smarte Bewässerungssysteme. 

    Viele ältere Menschen leiden zudem an regelmäßigen Gichtschüben oder Arthritis. Das kann dazu führen, dass sie an einigen Tagen nicht einmal in der Lage sind, einen Schlüssel zu drehen. Auch Gehhilfen oder zittrige Hände erschweren die Handhabung. Das lässt sich mit einem Haustürschloss mit Fingerabdruck umgehen.

    Genauso kann eine smarte Türklingel das Leben vereinfachen. Über ein Tablet oder ein Smartphone kann man bequem sehen, wer an der Tür ist, und diese dann öffnen. Oft mühsam zu überwindende Meter entfallen dadurch. Ähnlich ist es bei smarten Geräten wie Waschmaschine und Herd oder dem Licht. Mit der richtigen Technik lassen sie sich bequem über Spracheingaben oder Smartphone steuern.  

    Wie sieht die Zukunft des Smart Home aus?

    Die Pflege stellt aufgrund des demografischen und sozialen Wandels auch zukünftig eine große Herausforderung dar. Zum einen fehlen zunehmend ausgebildete Fachkräfte, zum anderen sind Unterstützung und Pflege durch Angehörige für die Familien immer schwieriger zu organisieren. Die Erwartungen an digitale Technologien, die pflegerische Versorgung wesentlich zu verbessern, sind daher groß. Das Ziel: Das Smart Home der Zukunft soll proaktiv mitdenken.  

    Angesichts der Fortschritte im Bereich künstliche Intelligenz sollen intelligente Algorithmen in absehbarer Zeit auch vermehrt im Smart Home zum Einsatz kommen, um die Gesundheitsüberwachung zu automatisieren. Aktuell braucht jedes Gerät eine eigene App. In Zukunft sollen jedoch ein Komplettsystem alle Gesundheitsdaten an einem Ort sammeln. Die intelligenten Algorithmen können die zusammenhängenden Daten dann auswerten und daraus Gesundheitsempfehlungen ableiten. 

    Diese technologischen Entwicklungen könnten allerdings ein aktuelles Problem noch verstärken: Für viele potenzielle Kunden ist ein Smart-Home-System zu teuer. Doch auch hierfür finden die ersten smarte Lösungen: Um es sich leisten zu können, haben sich Senioren zu Wohngruppen zusammengeschlossen - so zum Beispiel im Projekt „Zusammenleben 4.0“ in Halle an der Saale oder dem Wohn- und Quartierzentrum „WoQuaZ“ in Weiterstadt in Hessen.

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