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Auf Arztsuche: Wie Sie den passenden Arzt finden

Veröffentlicht am:26.11.2020

4 Minuten Lesedauer

Aktualisiert am: 24.03.2022

Geringe Wartezeiten, kompetente Ärzte und eine leichte Erreichbarkeit – bei der Suche nach einem neuen Arzt oder Psychotherapeuten gibt es viele Kriterien. Was Sie berücksichtigen müssen, damit Sie am Ende auch einen guten Arzt finden.

Eine junge Patientin spricht mit ihrem Arzt.

© AOK

Inhalte im Überblick

    Sie haben die freie Arztwahl

    In Deutschland gilt das Recht der freien Arztwahl, das im Patientenrechtegesetz verankert ist. Wichtig ist dabei nur: Achten Sie auf die Zulassung des Arztes oder Therapeuten – bestimmte Praxen behandeln ausschließlich privatversicherte Patienten oder Selbstzahler. Nur bei einer Kassenzulassung kann der Arzt oder Therapeut auch gesetzlich Versicherte behandeln. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie bei der Terminvergaben, ob es sich bei Ihrem Arzt um einen Privat- oder Vertragsarzt handelt.

    Zur Arztsuche im AOK-Gesundheitsnavigator

    Der Gesundheitsnavigator der AOK enthält umfangreiche Informationen zu Haus- und Zahnärzten, Psychotherapeuten, Notfallinformationen, Hebammen, Fachärzten, Krankenhäusern, sowie Informationen zu bestimmten Erkrankungen oder Behandlungen.

    Bevor Sie sich an einen neuen Arzt wenden, kann auch die Rücksprache mit Ihrem behandelnden Haus- oder Facharzt sinnvoll sein. Schildern Sie ihm Ihre Wünsche an die Betreuung und lassen Sie sich einen Kollegen empfehlen.

    3 Tipps für die Arzt- und Therapeutensuche

    1. Internetbewertungen kritisch hinterfragen

    Die meisten bekannten Ärztebewertungsportale sind frei zugänglich. Das heißt: Bewertungen der Patienten werden vor Veröffentlichung nicht geprüft. Zudem ist es als Nichtmediziner häufig schwer, die fachliche Kompetenz des Arztes einzuschätzen. Seien Sie hier besonders kritisch. Hilfreich können hingegen zuverlässig gepflegte Überblickseiten sein, die aktuelle Daten der Haus-, Fach- und Zahnärzte sowie Therapeuten zur Verfügung stellen – und den Praxen selbst die Möglichkeit geben, Informationen wie Schwerpunkte oder Zertifikate zu ergänzen.

    Wie finden Sie im Internet sichere und gute Informationen zu Ärzten und medizinischen Informationen? Der Arzt Doc Felix hat sich mit dem Thema befasst und einige Tipps für Sie zusammengestellt.

    Die Arztsuche im AOK-Gesundheitsnavigator zum Beispiel stellt Daten aus verschiedenen Quellen zusammen, größtenteils aus der Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit, die die Informationen fortlaufend aktualisiert. So haben Sie alle relevanten Informationen für die Suche nach dem richtigen Arzt auf einem Blick.

    2. Lange Wartezeit – (K)ein Qualitätsmerkmal?

    Der erste Eindruck zählt. Wie ist das Terminmanagement der Praxis? Wie wird mit langen Wartezeiten umgegangen? All dies können Hinweise auf das Praxismanagement des Arztes und so auch seine Einstellung zum Patientenumgang sein.

    Seien Sie jedoch nicht zu kritisch: Ein volles Wartezimmer und lange Wartezeiten müssen nicht unbedingt für ein schlechtes Management, sondern können auch für die Qualität der Behandlung sprechen. In der Erkältungs- und Grippezeit müssen Sie daher besonders bei Hausärzten mit längeren Wartezeiten rechnen.

    3. Auf den Arztbesuch vorbereiten

    Nach einem Arztbesuch verlassen viele Patienten die Praxis mit offenen Fragen, sind unzufrieden oder fühlen sich unverstanden. Die Vorbereitung auf das Arztgespräch kann Ihnen vorab Klarheit über Ihre eigenen Bedürfnisse in Gespräch und Therapie verschaffen – und trägt so direkt zu Ihrer Behandlungszufriedenheit bei.

    Überlegen Sie sich vorab, was Ihnen bei der ärztlichen Untersuchung wichtig ist: Welche Beschwerden möchte ich gezielt ansprechen, welche Fragen möchte ich beantwortet wissen, welche Therapieoptionen kommen infrage – ist Ihnen zum Beispiel ein ganzheitlicher Ansatz wichtig? Dies kann Ihnen dabei helfen, Ihre Anliegen klarer zu äußern und auch gezielte Rückfragen zum Vorgehen zu stellen.

    So hilft die AOK

    Gute Arzt-Patienten-Kommunikation: Vertrauen ist wichtig

    Neben der fachlichen Kompetenz des Arztes spielt vor allem auch ein gutes Vertrauensverhältnis eine wichtige Rolle für unsere Zufriedenheit und den Behandlungserfolg. Eine gelungene Arzt-Patienten-Kommunikation ist offen, ehrlich und gibt Ihnen das Gefühl, auch schwierige Themen direkt ansprechen zu können.

    Gleichzeitig kann der empathische Umgang des Arztes einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden haben, wie unter anderem in einer Forschungsarbeit des Dartmouth College 2019 nachgewiesen werden konnte. Das Forscherteam fand heraus, dass unser Schmerzempfinden durch die Ansprache des Arztes beeinflusst wird – Mimik und Gestik des Arztes hatten dabei auch dann einen Einfluss auf die Wirksamkeit, als das Medikament – eine Schmerzsalbe – keine Inhaltsstoffe enthielt, also ein Placebo war. Glaubte der Arzt an die Wirksamkeit der Salbe, war der positive Effekt auch bei den Patienten nachweisbar – die Forscher sprechen hier von einem sozial-vermittelten Placeboeffekt.

    Doch wie kann ich erkennen, ob ein Arzt meine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt – also patientenorientiert behandelt? Die Verbraucherzentrale Hamburg hat hierfür Merkmale eines gelungenen Arzt-Patientengesprächs aufgeschlüsselt:

    • Ausführliche Anamnese: Arzt fragt nach Beschwerden und Lebensumständen und versucht, einen Zusammenhang herzustellen.
    • Er achtet vor und während der Untersuchung auf Ihre Intims- und Privatsphäre.
    • Er klärt über das Beschwerdebild auf und nimmt sich Zeit, Fragen zu beantworten und gibt Ihnen Denkpausen.
    • Über Therapieoptionen wird aufgeklärt und Ihnen wird Zeit gelassen, sich zu entscheiden.
    • Der Arzt steht für Rücksprachen bereit.
    • Der Arzt kann die eigene Kompetenz einschätzen und bei Bedarf an einen Fachkollegen verweisen.
    • Er kann Kritik annehmen und Rückfragen in Ruhe beantworten.

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