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Baby & Kleinkind

Baby-Ernährung: Alles rund um Babybrei

Veröffentlicht am:06.07.2020

7 Minuten Lesedauer

Aktualisiert am: 09.09.2021

Gerade wenn Sie zum ersten Mal Mutter oder Vater geworden sind, haben Sie sicherlich viele Fragen zur Ernährung Ihres Babys: Wann führe ich Beikost ein? Wie gewöhne ich mein Baby an Brei? Was gebe ich zu trinken? Wir beantworten die häufigsten Fragen und geben Ihnen einen schnellen Einstieg in das Thema Babybrei.

Ein Vater füttert sein Kind mit dem ersten Babybrei.

© AOK

Inhalte im Überblick

    Ab wann darf mein Baby Brei essen?

    Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, ab dem fünften, spätestens ab dem siebten Monat mit Beikost bei Babys beginnen. Das bedeutet, die Milchmahlzeiten schrittweise mit Babybrei zu ersetzen. Denn nach einem halben Jahr benötigt Ihr Baby mehr Energie und Nährstoffe für seine Entwicklung. Muttermilch ist zwar die gesündeste Nahrung und ein wahres Superfood für Säuglinge, doch ab einem gewissen Alter reicht sie nicht mehr als einzige Nahrungsquelle aus – genauso wie Ersatzmilch.

    Viele Babys zeigen zudem um den fünften Lebensmonat lebhaftes Interesse, wenn andere Menschen essen oder sie machen Kaubewegungen – ein Zeichen, dass sie für Babybrei bereit sind. Für die erste Beikost ist es auch ratsam, dass Ihr Kind mit etwas Hilfe aufrecht sitzen kann.

    Beikost einführen: Wie gewöhne ich mein Kind an Babybrei?

    Genauso wie Babys sprechen oder laufen lernen, müssen sie auch üben, feste Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Wenn Sie Ihr Baby in den ersten Lebensmonaten gestillt oder ihm das Fläschchen gegeben haben, sind Mund und Zunge noch daran gewöhnt, zu saugen. Zunge und Mund müssen sich also auf Kaubewegungen umstellen.

    Für den ersten Babybrei brauchen Sie:

    • ein Breischälchen
    • einen schmalen flachen Plastiklöffel
    • ein Lätzchen
    • ein wenig Püree aus gut verdaulichem Gemüse, zum Beispiel Karotten oder Pastinaken
    • viel Geduld

    Fangen Sie an, zunächst nur eine Milchmahlzeit nach und nach mit Gemüse-Püree zu ersetzen. Erfahrungsgemäß ist dafür die Mittagsmahlzeit am besten. Reichen Sie Ihrem Baby vor dem Stillen oder Milch-Fläschchen etwas von dem Püree – schnell werden Sie merken, wie die neue Nahrung ankommt.

    Klappt das Füttern mit dem Babybrei schon gut, geben Sie zum Püree etwas Kartoffeln und eine kleine Menge Rapsöl hinzu. Durch das Öl können Vitamine besser aufgenommen werden. Als letzte Zutat mischen Sie täglich etwas Fleisch in den Gemüsebrei. Das im Fleisch enthaltene Eisen kann der kleine Körper besser aufnehmen als Eisen aus Gemüse oder Getreide. Ein- bis zweimal die Woche können Sie das Fleisch mit fettreichem Fisch ersetzen, zum Beispiel Lachs.

    Ist der erste Brei erstmal mit einer Milchmahlzeit ersetzt, können Sie weitere Varianten schrittweise einführen, zum Beispiel Brei mit Getreide und Milch oder Obst.

    Babybrei selber machen: Mit diesen Rezepten klappt’s

    Es ist immer besser zu wissen, was genau Ihr Baby zu sich nimmt. Wenn Sie den Brei selbst kochen, entscheiden Sie, welche Zutaten Sie verwenden.

    Auf folgende Tipps sollten Sie bei der Zubereitung achten:

    • Verwenden Sie Obstsorten der Saison. Sie schmecken lecker und haben die meisten Vitamine.
    • Früchte mit hohem Säuregehalt (Zitrusfrüchte) fördern manchmal das Wundsein des Kindes im Windelbereich. Verwenden Sie lieber säurearme Obstsorten wie Birnen.
    • Bieten Sie Ihrem Baby ab dem dritten Brei immer etwas zu trinken an, am besten stilles Wasser, damit es nicht mit Verstopfung auf die neue Kost reagiert.
    • Sparen Sie Zeit: Kochen Sie gleich mehrere Portionen und frieren Sie den Brei ein. Geben Sie das Öl und den Obstsaft aber erst kurz vor dem Essen dazu.
    • Tauschen Sie ab und zu Fleisch gegen absolut grätenfreies Fischfilet. Es gibt Hinweise, dass der Genuss von Fisch im Babyalter das Allergierisiko senkt.
    • Falls Sie Gläschenkost verwenden: Überprüfen Sie den Fettgehalt auf der Zutatenliste. Acht Gramm Öl sollte ein 250-Gramm-Gläschen enthalten. Gegebenenfalls rühren Sie einfach etwa einen Teelöffel Rapsöl hinein.
    Rezept für Babybrei selber machen aus Getreideflocken und Birne.

    © iStock / Almaje

    Mit selbstgekochtem Babybrei können Eltern kontrollieren, welche Zutaten ihr Baby zu sich nimmt.

    Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

    Der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ist der erste Brei, den Sie Ihrem Baby mittags oder abends geben können.

    Zutaten für eine Babyportion:

    • 90 – 100 g geputztes Gemüse (zum Beispiel Karotte, Pastinake, Kürbis, Fenchel, Kohlrabi, Zucchini oder Brokkoli)
    • 40 – 60 g Kartoffeln
    • 1 ½ EL Vitamin-C-reicher Obstsaft oder Obstpüree
    • 1 EL Rapsöl
    • 30 g mageres Fleisch (Geflügel, Schwein, Rind, Kalb oder Lamm)

    So wird’s gemacht

    Fleisch in wenig Wasser weichkochen. Inzwischen Gemüse und Kartoffeln schälen, waschen und klein schneiden. Etwa 10–15 Minuten zugedeckt dünsten. Fleisch klein schneiden und sorgfältig pürieren. Unter die Gemüse-Kartoffel-Mischung rühren, nochmals pürieren. Obstsaft und Fett unterrühren. Gelegentlich können Sie Kartoffeln durch Nudeln, Reis oder anderes Getreide ersetzen.

    Vollmilch-Getreide-Brei

    Der Vollmilch-Getreide-Brei ist der zweite Brei, den Sie Ihrem Baby mittags oder abends geben können, wenn es etwa sieben Monate alt ist.

    Zutaten für eine Babyportion:

    • 200 ml Vollmilch
    • 20 g Vollkorngetreideflocken wie Hafer-, Weizen- oder Dinkelflocken oder Vollkorngrieß
    • 2 EL Obstsaft oder Obstmus (zerdrücktes oder fein püriertes Obst)

    So wird’s gemacht

    Getreideflocken oder Grieß in die kalte Milch einrühren und dann unter Rühren aufkochen lassen. Alternativ lassen sich die Getreideflocken auch in heiße Milch einrühren. Der Brei sollte dann etwa fünf Minuten bei schwacher Hitze quellen. Nach dem Abkühlen Obstmus untermischen.

    Getreide-Obst-Brei

    Der Getreide-Obst-Brei ist der dritte Brei, mit dem Sie Ihr Baby als Zwischenmahlzeit vormittags oder nachmittags füttern können.

    Zutaten für eine Babyportion:

    • 100 g Obst der Saison (zum Beispiel Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche)
    • 90 ml Wasser
    • 20 g Vollkorngetreideflocken oder -grieß
    • 1 TL Rapsöl

    So wird’s gemacht

    Obst waschen, schälen und zerkleinern. Dann das Wasser in einen Topf geben, Getreideflocken oder Grieß einrühren, aufkochen und unter Rühren bei niedriger Hitze fünf Minuten quellen lassen. Alternativ können Sie die Getreideflocken auch direkt ins heiße Wasser rühren und quellen lassen. Mit Obstmus und Öl mischen.

    Babybrei: Weitere häufige Fragen

    • Mein Baby schreit beim Breiessen. Warum?

      Keine Sorge, wenn Ihr Baby beim Essen schreit, kann das viele Gründe haben. Vielleicht ist es einfach hungrig und deshalb ungeduldig.

      Tipp: Geben Sie ihm erst ein wenig Mutter- oder Flaschenmilch, um es zu beruhigen und den ersten Hunger zu stillen. Dann kann es mit dem Brei losgehen.

    • Mein Baby isst den Brei nicht. Warum?

      Wenn Ihr Baby die Beikost wieder ausspuckt, hilft nur eines: Geduld, Geduld, Geduld. Sie können auch eine andere Gemüsesorte testen oder ein, zwei Wochen mit der nächsten Breigabe warten – vielleicht klappt es beim nächsten Versuch besser.

    • Worauf ist bei gekauftem Babybrei zu achten?

      Bei gekauftem Babybrei aus dem Glas ist es ratsam, sich genau die Zutatenliste durchzulesen. Denn Fertigbrei ist nicht immer so gut wie selbst gemachter Babybrei. Beispielsweise stufte die Stiftung Warentest in einer Untersuchung im Jahr 2019 nur drei von 19 Fertigbreien als gut ein. In vielen dieser Produkte wurden Zucker und Schadstoffe entdeckt.

      Generell gilt: Salz, Zucker oder andere Süßungsmittel sollten Sie bei der Baby-Ernährung vermeiden. Das gleiche gilt für Aromastoffe und Bindemittel.

    • Bis wann essen Kinder Babybrei?

      Zum Ende des ersten Lebensjahres, häufig um den zehnten Monat, fangen Babys in der Regel an, festere Nahrung zu sich zu nehmen. Bei vielen Kindern sind dann schon die ersten Zähnchen da. Das Essen sollte immer noch eine weiche Konsistenz haben, da die Kaumuskulatur noch nicht so stark ausgebildet ist.

      Tipps für festere Babynahrung:

      • Gemüse und Kartoffeln, mit der Gabel zerdrückt
      • Feines Vollkornbrot ohne Rinde
      • Aufstrich, zum Beispiel Streichwurst, Käse oder Gemüseaufstrich
      • Gemüsestreifen, zum Beispiel gegarte Möhren, Pastinaken, Süßkartoffeln oder Kürbis
      • ungewürzt

      Nach und nach werden so aus den Babybrei-Mahlzeiten drei Hauptmahlzeiten. Der Brei aus Kartoffeln und Fleisch geht über in ein Mittagessen. Die Milchmahlzeiten und der Milch-Getreide-Brei können als Frühstück und Abendessen gefüttert werden. Für den kleinen Hunger zwischendurch bietet sich weiches Obst oder Gemüse an.

    • Was verbirgt sich hinter „Baby-led-weaning“?

      Der Begriff „Baby-led-weaning” bedeutet frei übersetzt „selbstbestimmte Beikosteinführung“. Dahinter verbirgt sich eine Ernährungsform aus Großbritannien, die in den letzten Jahren immer populärer geworden ist. Beim „Baby-led-weaning“ bestimmen Babys selbst den Zeitpunkt, wann sie sich von der Mutter- beziehungsweise Flaschenmilch entwöhnen möchten. Wie das funktionieren soll: Das Kind ist bei den normalen Familienmahlzeiten immer dabei und kann das essen, worauf es gerade Lust hat – sei es Gemüsesticks, weiches Brot oder zerstampfte Kartoffeln.

      Nach Meinung des Netzwerks „Gesund ins Leben“ des Bundeszentrums für Ernährung ist diese Ernährungsform nicht so sehr geeignet wie die schrittweise Einführung von Babybrei und die spätere Umstellung auf feste Nahrung. Zum Beispiel wird beim „led-weaning“-Konzept der Energie- und Nährstoffbedarf des Kindes nicht ausreichend berücksichtigt – anders ist das bei dem gängigen Ernährungsplan mit Babybrei, bei dem alle benötigten Nährstoffe einberechnet werden. Zudem sei dem Experten-Netzwerk zufolge das Essensangebot von Familie zu Familie sehr unterschiedlich – und das, was das Baby letztendlich auswählt ebenfalls. Experten bemängeln deshalb, dass das Baby durch diese Ernährungsform möglicherweise nicht ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden könnte.

    • Ab wann gebe ich meinem Baby zu trinken?

      Flüssigkeit zu sich nehmen; täglich etwa 200 Milliliter. Es empfiehlt sich, auch schon während der Beikosteinführung immer etwas Wasser anzubieten, damit sich Ihr Kind an das Trinken gewöhnt. Die Flüssigkeit können Sie in Trinkfläschchen füllen – versuchen Sie aber immer wieder, einen Becher zu verwenden.

      Was Ihr Baby trinken kann:

      • Leitungswasser
      • Mineralwasser ohne Kohlensäure
      • ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee

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