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10 Jahre zu spät...

Liebes Expertenteam,

ich versuche mich kurz zu fassen. Vor 10 Jahren habe ich mich von meinem ersten Freund nach 6 Jahren Beziehung getrennt. Wir haben nie gestritten, ich habe gedacht, ich müßte mehr vom Leben mitbekommen. So zog ich vom Dorf in die Stadt und lies quasi mein gesamtes Leben hinter mir und fing 120km entfernt neu an. Ich brauchte 1,5 Jahre um mit dieser Entscheidung klarzukommen. Ich war übrigends 23, mein Ex-Freund 36, wir verstehen uns heute noch sehr gut! In den folgenden Jahren hatte ich 2 kurze Beziehungen und eine lange von 5 Jahren die letztes Jahr endete. Ab da war ich der Meinung nie wieder eine Partnerschaft zu wollen, da ich sehr selbstständig bin und vieles alleine schaffe. Nun habe ich seit 6 Monaten doch wieder eine Beziehung. Mein Partner hat lange gebraucht, bis ich mich für ihn entschied. Heute bin ich froh drüber ihn zu haben! In den letzten 10 Jahren bin ich 5x umgezogen. Ich habe den Eindruck davonzulaufen wenn es schwierig wird. Ich habe Angst, dass mir das wieder passiert, daher möchte ich dagegen vorgehen. 

Dazu kommt noch, dass vor 3 Jahren meine Mutter viel zu früh und völlig unerwartet verstorben ist. Ich verkrafte den Verlust bis heute nicht. Ich hatte keine Zeit zu trauern, da ich funktionieren mußte (Erbangelegenheiten, 2. Ausbildung beenden usw.). Immer wieder holt es mich ein und der Verlust wiegt schwer. Vor einigen Tagen kamen auch noch Gedanken hinzu, die mich zweifeln lassen, dass der Entschluß damals wegzuziehen um neue Erfahrungen zu machen, falsch war. Ich trauere dem Leben wie ich es seit Kindheit kannte, hinterher und weiß nicht warum dies plötzlich auftritt. Ich hätte ja jederzeit zurückgehen können, war aber bis dahin zufrieden. Ich neige dazu Gefühle zu unterdrücken, da es in meiner Familie nicht üblich war darüber zu reden. Langsam lerne ich es jedoch auch wenn es sehr schwer fällt.

Im Kreis dieser Gedanken und der Trauer habe ich mich vermutlich in eine Essstörung gebracht. Regelmäßig habe ich Essanfälle, die erst aufhören wenn mir schlecht ist. Ich finde keinen Ausweg aus den Grübeleien und den Anfällen. Ich weiß ja wodurch sie entstehen, finde aber keine Lösung. Freunde habe ich hier und auch Hobbies. Ich habe Angst in eine Depression zu verfallen und muß daher jetzt eine Lösung finden. Obwohl es schwer fällt Schwäche einzugestehen, da ich ja immer alles geschafft habe und viele Außenstehende mich für sehr stark halten. 

Was kann ich tun? Ich habe Angst meinen Freund zu verlieren oder wieder einfach nur davonzulaufen...

Liebe Grüße

 

 

Hallo wolkenlos,

erst einmal herzlich willkommen hier im Forum!

Gerne möchten wir versuchen, näher auf Ihre Situation einzugehen. Wenn wir Sie richtig verstehen, dann war der Tod Ihrer Mutter für Sie Auslöser, um verschiedene Schritte und Entscheidungen, die Sie in Ihrem Leben getroffen, rückblickend zu hinterfragen. Und das hat offenbar immer neue Fragen aufgeworfen, auch nach Ihrer Zugehörigkeit und wo Sie sich eigentlich beheimatet fühlen, oder?

Der Verlust eines Elternteils kann ganz unvorhergesehene tiefgreifende innere Prozesse in Gang setzen und zu einer großen Verunsicherung führen. Gerade auch in Familien, in denen eben wenig über Persönliches gesprochen wird. Fragen wie "wer bin ich, was macht mich aus, wo gehöre ich hin?" können dann auftreten und anfangen, das Leben zu dominieren. Und das, obwohl Sie ja eigentlich bislang Ihr Leben erfolgreich gemeistert haben.

Sie sprechen in diesem Zusammenhang auch die Essattacken an: möglicherweise sind diese der Versuch, unerfüllte emotionale Bedürfnisse zu stillen und darüber eine emotionale Leere zu füllen.

Wir denken, Sie sollten Ihre seelische Verfassung ernst nehmen und wir möchten Ihnen empfehlen, sich therapeutische Hilfe zu suchen, um wieder Zugang zu Ihren Stärken und Kompetenzen zu finden. Denn wir sind auch der Meinung, dass es mit der entsprechenden professionellen Begleitung möglich ist, so eine Krise auch in absehbarer Zeit zu bewältigen.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, sich psychologische Hilfe zu suchen oder sogar schon mal einen Anlauf gemacht? Vielleicht mögen Sie uns hierzu noch etwas mehr mitteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam

Ihr Expertenteam der AOK

Hallo, 

erstmal mal vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe vor 9 Jahren schon mal einen Anlauf für eine psychologische Therapie unternommen aufgrund einer depressiven Phase. Dieser Antrag wurde allerdings abgelehnt.

Ich habe bereits Adressen von Therapeuten rausgesucht und werde da auch anrufen. Ich muß mir einfach eingestehen, daß ich es diesmal nicht alleine schaffe. 

Ich finde es nur seltsam daß all diese Gefühle erst 3 Jahre nach dem Tod meiner Mutter auftreten. Woran kann das liegen? Ich muß aber auch zugeben, daß ich viel verdränge und zum davonlaufen neige was ich aber nicht (mehr) will.

Auch ist die Angst groß in eine ernsthafte Depression zu rutschen. 

Liebe Grüße 

Hallo wolkenlos,

es ist absolut kein Makel, sich psychologische Hilfe zu holen! Im Gegenteil. Bedenken Sie: wenn Ihre Waschmaschine oder Ihr PKW kaputt sind, ist es ja auch selbstverständlich, sich an einen Fachmann zu wenden. Und glauben Sie uns: die menschliche Psyche ist weitaus komplexer als die genannten Geräte!!! 

Dass Sie sich die Frage stellen, warum sich mit der Zeitverzögerung von drei Jahren verschiedene Symptome einstellen, ist sehr nachvollziehbar. Doch eine einfache Antwort wird es da wahrscheinlich nicht geben. Und wir denken, dass Sie da auch gar nicht so sehr mit einem "defizitären" Blick herangehen sollten im Sinne von "Ich schaffe es alleine nicht" sondern vielmehr "Jetzt ist offenbar der Zeitpunkt gekommen, sich verschiedenen Fragen zu stellen."

Denn es geht im Ziel doch darum, mehr Freiheit und Selbstbestimmung zu erlangen und zu lernen, für eine gute Erfüllung Ihrer Bedürfnisse zu sorgen. Das sind wichtige Kompetenzen. Also nicht "reparieren", wie bei einer defekten Waschmaschine, sondern sich selbst besser kennen zu lernen, um das eigene Leben künftig (noch) selbstbestimmter zu gestalten und dafür einen Entwicklungs- und Wachstumsprozess in Gang setzen. Sie werden sicher dehr davon profitieren!

Wir drücken Ihnen die Daumen, dass Sie bald einen Termin bekommen. Vielleicht wissen Sie schon, dass bei jedem von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassenen Psychotherapeuten bis zu fünf  sogenannte"probatorische" Sitzungen, also Probesitzungen, möglich sind, die direkt von der AOK getragen werden.

Alles Gute für Sie und melden Sie sich gerne wieder!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam

 

Ihr Expertenteam der AOK

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