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Kündigung In Schwangerschaft Wie Krankenversichert

Hallo,

es geht um meine Frau, sie ist im fünften Monat schwanger und laut Gerüchten wird die Firma Insolvenz anmelden. Sie wird wohl in der Schwangerschaft rechtmäßig gekündigt. Sie ist aktuell gesetzlich in der AOK Rheinland Pfalz und ich freiwillig gesetzlich versichert in der AOK Niedersachsen.

Ihr stehen bei Kündigung ja auch der Mutterschutzlohn vom Arbeitgeber zu, der von der Krankenkasse bezahlt wird.

 

Wir überlegen nun, wie wir das mit Ihrer KV lösen.

Die einfachste Möglichkeit wäre, dass sie bei mir familienversichert wird. Dazu haben wir jedoch zwei Fragen:

 

1)Bekommt sie das gesamte Mutterschutzgeld auch wenn sie bei mir familienversichert wird oder nicht, weil es sich um zwei verschiedene AOKs handelt?

 

2) Zählt das Mutterschutzgeld zu dem max. Monatlichen Verdienst zur Familienversicherung? Darf sie also mit dem Mutterschutzlohn von ca. 1000€ in die Familienversicherung sein?

 

Wäre nett, wenn Sie uns weiterhelfen könnten.

 

Vielen Dank

Gruß

Hallo Baby,

 leider ist Ihre Situation wirklich nicht einfach.

Eine Kündigung während der Schwangerschaft ist nur bei Zustimmung durch die zuständige Behörde zulässig. Diese Zustimmung muss von ihr bereits vor Kündigung erteilt worden sein. Dann liegt ein zulässig aufgelöstes Beschäftigungsverhältnis vor. Hierfür hat der Gesetzgeber festgelegt, dass die eigene Mitgliedschaft erhalten bleibt. Ein Wechsel in die Familienversicherung ist somit nicht möglich.

Leider sind während dieser Zeit auch Beiträge zu zahlen. Da es sich hier um eine selten vorkommende Konstellation handelt und wir keine Beitragsexperten sind, bitten wir Sie, sich direkt an die Kollegen Ihrer AOK zu wenden. Die dortigen Experten im Selbstzahlerbereich werden ihnen die Höhe der Beiträge ausrechnen können. Vielleicht wäre der Bezug von Arbeitslosengeld eine Alternative für Sie? Dann lassen Sie sich bitte bei der Agentur für Arbeit hierzu beraten.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Frau, dass sich Ihre Befürchtungen hinsichtlich der Kündigung  nicht bewahrheiten und Sie beide die restliche Schwangerschaft ungetrübt genießen können.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der AOK

Vielen Dank für die Antwort.

Heißt dies, dass sie sowohl während der Schwangerschaft als auch in Mutterschutz/Elternzeit Beiträge bezahlen muss?

Oder ist es möglich, auf das Mutterschutzgeld zu verzichten und dafür in die Familienversicherung zu wechseln?

Weil wenn sie einmal freiwillig gesetzlich krankenversichert ist, kann sie ja nicht mehr in die Familienversicherung wechseln. 

Hallo Baby,

leider wären bei einem zulässig aufgelösten Arbeitsverhältnis tatsächlich von Ihrer Frau während der Schwangerschaft Beiträge zu zahlen. Nach unserer Auffassung besteht während des Bezuges von Mutterschaftsgeld und Elterngeld aber Beitragsfreiheit. Eine explizite gesetzliche Regelung oder eine gesicherte Rechtsprechung ist uns dazu jedoch nicht bekannt.

Ihre Frau ist in dieser Zeit nicht als freiwilliges Mitglied versichert sondern pflichtversichert. Daher kann auch bei Verzicht auf das Mutterschaftsgeld ein Wechsel in die Familienversicherung nicht erfolgen.

Wenn für Ihre Frau nach dem Elterngeldbezug keine eigene Mitgliedschaft mehr besteht und ihr Einkommen nicht mehr als 435 Euro im Monat beträgt,  ist  die kostenlose Familienversicherung über Sie möglich. Lassen Sie sich einfach zu gegebener Zeit von den Kollegen Ihrer AOK dazu beraten.

Wir wünschen Ihrer Frau und Ihnen frohe Osterfeiertage.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der AOK

P.S. Ein Wechsel von einer freiwilligen Versicherung in eine Familienversicherung ist immer wieder dann möglich, wenn die entsprechenden Voraussetzungen dafür vorliegen.  

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