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Kinderwunsch / ICSI / Vasovasektomie

Guten Tag,

ich hätte ein paar Fragen zu den Unterstützungsmöglichkeiten durch die AOK bei einer ICSI in einer Kinderwunschklinik.

Hintergrundinfos:

Ich bin 34 Jahre und mein Lebensgefährte 42 Jahre. Wir sind seit Juli 2014 ein Paar und leben seit Anfang 2015 zusammen. Derzeit unverheiratet (beide bereits geschieden von Vorpartnern). Er hat aus erster Ehe zwei Kinder (13J+15J), die ihren Hauptwohnsitz bei uns haben. Ich bin bei AOK BW (freiwillig gesetzlich versichert) und er bei TK (gesetzlich versichert).

2013 hat mein Lebensgefährte eine Vasektomie durchführen lassen. Seit 2016 beschäftigen wir uns mit unserem Kinderwunsch, daher holten wir Informationen bei einer Kinderwunschklinik ein. Wir entschieden uns für ein rückgängigmachen der Vasektomie (Vasovasektomie), die im Oktober 2016 durchgeführt wurde. Das Ergebnis ist, es gibt 11,0 Mio Spermien/ml mit guter Morphologie (Aufbau), jedoch mt schlechter Motilität (Beweglichkeit). Diese liegt bei 0% schnelle, 20% langsame, 10% lokal und 70% unbeweglich. Aufgrund der fehlenden Beweglichket ist die wahrscheinlichkeit einer natürlichen Befruchtung sehr gering. Wir haben uns dennoch dafür entschieden zunächst dem Glück, auf natürlichen wege ein Kind zu zeugen, eine Chance zu geben.

Seit April 2018 hat sich jedoch bei mir ein Problem abgezeichnet. Mein Zyklus liegt bei 21-22 Tage und laut Frauenärztin fehlt die letzte Phase zur vollständigen Eireifung. Mit dem Wissen der Diaknose meines Lebensgefährten hat meine Frauenärztin mir eine Überweisung zu Kinderwunschklinik gegeben.

Fragen:

1) Ich würde gerne den Grund kennen, weshalb die gesetzlichen Krankenkassen nur verheirateten Paaren anteilig die Kosten für künstliche Befruchtungen übernehmen. Eine Heirat ist nicht zwingend erforderlich, um als Familie glücklich zusammen zu leben. Durch Eintragung des Mannes als Vater in die Geburtsurkunde ist die Vaterschaft gesetzlich geregelt und somit auch die finanziellen Leistungen, falls das Paar sich trennen sollte. Wie lautet die Begründung für diese regelung der "Heiratspflicht" für anteilige Kostenerstattungen bei künstlichen Befruchtungen?

2) Da der Kinderwunsch stark ist, würde man fast alles tun. Wenn wir wüssten, dass wir finanzielle Unterstützung durch die Krankenkasse erhalten, dann würde auch ich eine Ehe abschließen. Gibt es weitere Forderungen der gesetzl. Krankenkassen an die Ehe, wie z.B. wie lange eine Ehe vorliegen muss oder wie lange Paare zusammenleben?

3) Wir haben bereits die Info erhalten, dass die gesetzl. Krankenkasse eine ICSI nicht bezahlt, wenn man(n) selbst für die Sterilität verantwortlich ist, z.B. durch eine Vasektomie. Da nun aber auch bei mir eine Abnormalität vorliegt, wäre es dann möglich "mein Anteil" von der AOK anteilig (z.B. 20-25% des Gesamtbetrages) übernommen zu bekommen?

4) Bei mir spielt Stress im Leben leider eine große Rolle und ich habe immer mal wieder Haut- und Magen-Darm-Reaktionen, die auf zu hohe Stressbelastungen hinweisen. Da Stress auch für eine Schwangerschaft gift sind, hätte ich gerne Infos darüber, welche kostenlosen Präventivmaßnahmen die AOK BW mir anbieten kann.

5) Würde mir die AOK den Besuch bei einem Psychologen zur Stressbewältigung bezahlen? Während der Trennung von meinem Mann hatte ich bereits psychologische Betreuung wegen Überlastung und dies hat mir sehr viel geholfen. Daher würde ich dies gerne wieder in Anspruch nehmen. Die Gedanken mich damit auseinander setzten zu müssen niemals ein Kind zu bekommen, rauben mir bereits jetzt den schlaf.

6) Würde die AOK für mich Oesteopatische oder Akkupunktur Leistungen übernehmen (Stressbewältigung, Schwangerschaftsstimulierende Tätigkeiten)?

Viele Grüße Stephi

Hallo Stephi,

vielen Dank für Ihre interessanten Fragen.

Sie haben Recht: Natürlich ist eine Heirat für ein glückliches Zusammenleben als Familie nicht erforderlich. Der Gesetzgeber hat aber einen Rechtsanspruch auf die Kostenbeteiligung der gesetzlichen Krankenkassen zur künstlichen Befruchtung nur bei einem Ehepaar vorgesehen. Wartezeiten gibt es dabei nicht. Der Anspruch entsteht – wenn die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind – mit dem Tag der Heirat.

Die für alle gesetzlichen Krankenkassen verbindlichen Richtlinien über künstliche Befruchtung sehen nach einer Sterilisation grds. keine Leistung vor. Ihre Frage, ob eine Ausnahme für Sie möglich ist, können Ihnen – nach entsprechender Antragstellung unter Beifügung der ärztlichen Unterlagen - nur die Kollegen Ihrer AOK vor Ort beantworten.

Besonderes Plus: Wenn beide Eheleute bei der AOK Baden Württemberg versichert sind und die Voraussetzungen zur Kostenbeteiligung erfüllen, zahlt diese neben den gesetzlich verankerten 50 % noch weitere 25 % der Kosten.

Bei medizinischer Notwendigkeit gehört die psychotherapeutische Behandlung zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Bitte wenden Sie sich ggf. an die Kollegen Ihrer AOK vor Ort, um das weitere Procedere zu besprechen.

Dort erfahren Sie auch, welche Präventionsangebote und andere Maßnahmen (Stichwort Osteopathie) Ihre AOK Ihnen bietet. Gern können Sie sich hier auch bereits vorab informieren: AOK BW Prävention und AOK BW Gesundheitskonto.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Partner alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der AOK

Guten Tag,

vielen Dank für ihre Rückmeldung.

Wenn man den Ursprung kennt (Gesetzgeber) dann ist verständlich, dass es sich nur um eine Regelung handelt, die die anfallenden Kosten  kontrolliert, in dem der Rahmen eingeengt wird. Danke für diese Erläuterung.

Viele Grüße

Stephi

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