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Beschäftigungsverbot?

Guten Morgen,

Ich habe eine Frage zu meiner derzeitigen Situation. Und zwar bin ich Mitte der 20.SSW und leide immer noch unter starker Übelkeit, die hauptsächlich aufgrund von (Essens-) Gerüchen ausgelöst wird. Die Übelkeit habe ich seit der 6. SSW und diese ist seit dieser auch leider nicht besser geworden. Mein FA und meine Hebamme haben mir daraufhin sämtliche Tipps gegeben, die jedoch alle nicht geholfen haben. Außerdem habe ich es dann mit Medis, wie Nausema und Vomex versucht, die aber ebenso nicht anschlagen. Zudem nehme ich Schlaftabletten, da ich mittlerweile ziemlich arge Schlafprobleme habe aufgrund der ganzen Situation.

Ich arbeite als Konditorin in einer Bäckerei, werde somit ununterbrochen mit oben beschriebenen Gerüchen konfrontiert und kann deswegen nicht mehr arbeiten. Zudem bekomme ich ständig Schwindel- und Kreislaufproblemen durch die Wärme, die in der Backstube ist.

Seit etwa länger als vier Wochen bin ich nun krank geschrieben und weiß mittlerweile nicht mehr, wie es weiter gehen soll. Mein AG hat mich schon früh auf ein BV angesprochen, das ich somit von meiner "Last" auf der Arbeit befreit werden kann und er ebenfalls sich um einen neuen Angestellten kümmern kann. Jedoch stellt mir mein FA dieses nicht aus, da wohl keine Kindesgefährdung besteht. Selbst meine AOK Beraterin meinte, dies sei eigentlich kein Thema und es wäre am besten für mich. Ich war auch schon bei meinem Hausarzt deswegen, dieser es jedoch auch nicht machen kann. Man sagte nur zu mir, ich solle zu einem Betriebsarzt gehen, dieser würde das dann beurteilen können, wie meine Situation auf der Arbeit ist.

Allerdings hat sich dann mein AG daraufhin informiert und meinte, wir haben keinen.

 

Mittlerweile weiß ich nicht mehr, was ich machen soll, da mir jeder etwas anderes rät und ich von A nach B geschickt werde und niemand kann mir wirklich helfen.

Mir geht diese Situation nämlich mittlerweile sehr nahe und das kommt jetzt auch noch dazu. Ich kann meine Schwangerschaft leider überhaupt nicht genießen und mir geht es mit dieser Situation sehr schlecht.

 

Können Sie mir eventuell einen Tipp geben, was ich machen könnte? Ich weiß nämlich nicht mehr weiter...

 

Freundliche Grüße und Danke schon mal für Ihre vorzeitige Antwort.

Hallo Wikingerin5519,

es tut uns leid, dass Sie sich in dieser Situation allein gelassen fühlen. Gern versuchen wir, Ihnen genauere Informationen zu diesem Thema zu geben.

Wenn Sie während der Schwangerschaft auf Grund von Schwangerschaftsbeschwerden nicht arbeiten können, gibt es folgende Möglichkeiten.

Das ist zum Einen das Vorliegen eines generellen Beschäftigungsverbotes. Hier ist der Arbeitgeber in der Pflicht zu prüfen, ob der Arbeitsplatz für Schwangere geeignet ist. Nähere Informationen finden Sie hier: Auf Seite 40 finden Sie detaillierte Informationen für Konditorinnen. Sollten Sie nach diesen Informationen vom Vorliegen eines generellen Beschäftigungsverbotes ausgehen, empfehlen wir Ihnen, sich nochmals an Ihren Arbeitgeber zu wenden. Eventuell könnte dann auch das Einschalten der zuständigen Aufsichtsbehörde für den Mutterschutz hilfreich sein. 

Wenn ein generelles Beschäftigungsverbot nicht besteht, so prüft Ihr Arzt, ob ein individuelles Beschäftigungsverbot zu verhängen ist. Nach Ihren Schilderungen ist er zu dem Ergebnis gekommen, das dieses bei Ihnen nicht zutrifft.

Sollte ein Beschäftigungsverbot nicht verhängt werden, bleibt als dritte Möglichkeit die Arbeitsunfähigkeit. Wenn wir Sie richtig verstanden haben, hat Ihnen der Arzt das auch attestiert. Soweit wir es verstanden haben, bekommen Sie auf Grund dessen zurzeit Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber. Wenn Sie versicherungspflichtig beschäftigt sind, erhalten Sie dann mit Beginn der 7. Woche Ihrer Arbeitsunfähigkeit Krankengeld von Ihrer AOK. Sie wäre also auch dann finanziell abgesichert.

Sorgen macht uns, dass Sie die Situation so belastet, dass Sie Schlafprobleme haben und Schlaftabletten nehmen. Wir legen Ihnen ans Herz, sich - auch im Interesses Ihres Kindes - schnell Hilfe zu suchen. Clarimedis, das medizinische Infotelefon der AOK, kann Ihnen dabei wertvolle Unterstützung leisten. Dieser Service ist für Sie kostenlos und rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr für Sie erreichbar.

Wir wünschen Ihnen, dass sich Ihre Beschwerden bald legen und Sie die restliche Schwangerschaft genießen können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

Liebes AOK Expertenteam, 

ich möchte mich bei Ihnen für Ihre ausführliche und sehr hilfreiche Antwort vielmals bedanken.

 

Da ich bisher noch keinen wirksamen Rat bekommen hatte, hat mir Ihre Antwort einiges geholfen und ich bin nun um einiges positives belehrt worden.

Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr mich das glücklich macht, eine solche hilfreiche und ausführliche Antwort bekommen zu haben.

Vielen Dank für Ihre Mühe und doch schnelle Antwort auf meine verzweifelte Frage. Ich werde mich baldmöglichst mit meinem AG in Verbindung setzen und stark darauf hoffen, nun endlich ein gutes Ende meines Problems zu bekommen. 

Ohne diese, würde es wahrscheinlich bis zum Ende meiner Schwangerschaft weitergehen und ich wäre wahrscheinlich weiter sehr verzweifelt gewesen.

 

Herzliche Grüße und nochmals vielen Dank! 

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