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Berechnung Arbeitgeber Anteil Mutterschutzgeld

Hallo,

wir (meine Frau und ich) sind jeweils bei Ihnen versichert. Ich möchte wissen, wie der AG Anteil beim Mutterschutzgeld berechnet wird, wenn es in den 3 Monaten vor dem Mutterschutz gravierende Änderung im Arbeitsvertrag bzw bei mehreren Arbeitsverträgen gegeben hat. Konkret folgende Situation:

Ich weiß Sie ziehen dazu das Netto der 3 letzten Monate vor Mutterschutz heran. Bei uns gab es nun aber in diesen 3 Monaten (Juni, Juli, August) folgende Situation bzw. gravierende Änderung im Arbeitsverhältniss.

Meine Frau hatte bis Ende Juni 2 Arbeitgeber in Teilzeit (A & B), ab Juli nur einen Vollzeitvertrag.

Ein befristeter Vertrag (Arbeitgebe A) lief Ende Juni aus (30.06).Der andere (Arbeitgeber B) wurde parallel dazu von einem 20% Zeilzeit auf 100% Vollzeit Vertrag gewandelt (ab 01.07). 

Zu jedem Zeitpunkt in hatte Sie also voll gearbeitet, bis Ende Juni aber auf Basis von 2 Verträgen (20% und 80%) ab Juli dann mit einem (100%).

Nun wird nur vom noch verbleibenden Arbetgeber B der AG Anteil zum Mutterschutzgeld gezahlt, das jedoch nach unserer Meinung zu wenig, da ja im Juni hier nur ein 20% Vertrag vorlag und daher das Mittel der letzten 3 Monat dadurch deutlich geringer ist. 

Was ist mit dem Einkommen aus dem Vertrag von Arbeitgeber A, welcher im Juni ja auch noch existierte und mit 80% sogar den größten Nettoanteil einbrachte? Wir haben doch zu jeder Zeit volle Krankenkasse beiträge bezahlt. Aktuell, liegt das Mutterschutzgeld von Ihnen + AG Anteil vom Arbeitgeber B in der Summe ca. 600€ niedriger als das letzte Netto (August) vom Arbeitgeber B. Auf die in Summe 14 Wochen des gesamten Mutterschutzzeitraumes hochgerechnet wäre das dann sogar ca. 1.800 zu wenig.

Wir sind damit auf Grund der ungewöhnlichen Vertragskonstelattion bzw. der Wechsel kurz vor Beginn der Mutterschutzzeit damit deutlich schlechter gestellt, was m.E. nicht sein dürfte. 

Mit freundlichen Grüßen.

Hallo zool,

 

wenn wir Sie richtig verstanden haben, begann die Schutzfrist Ihrer Frau im September 2015, richtig? Dann ist tatsächlich die Beschäftigung beim Arbeitgeber A nicht zu berücksichtigen. Vielmehr ist ausschließlich die Beschäftigung beim Arbeitgeber B entscheidend.

 

Für die Berechnung des Mutterschaftsgeldes und des Arbeitgeberzugschuss werden grds. die Verdienste der letzten drei Monate vor der Schutzfrist herangezogen. Dies gilt jedoch nicht bei einer gravierenden Änderung wie das bei Ihrer Frau der Fall ist. Hier ist dann nur noch der Zeitraum ab Änderung, also der Zeitraum Juli bis August maßgebend. Ihre Frau dürfte somit keine finanziellen Einbußen durch die Schutzfrist haben.

 

Sollte der Arbeitgeber B dieses - trotz eines entsprechenden Hinweises Ihrerseits - nicht berücksichtigen, wenden Sie sich bitte an die zuständige Aufsichtsbehörde für den Mutterschutzbehörde. Die Mitarbeiter dort engagieren sich nach unseren Erfahrungen sehr für "ihre" Schwangeren und Mütter und helfen bei der Durchsetzung der Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber.

 

Wir wünschen Ihrer Frau eine schöne restliche Schwangerschaft und Ihrem Baby einen guten Rutsch ins Leben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

Hallo,

danke für die Antwort. Sie haben Recht, die Schutzfrist begann Ende September. Die letzten 3 "vollen" Monate waren also Juni / Juli / August. 

Zum 01.07.2015 fiel der Arbeitgeber A weg weg und Arbeitgeber B wurde vom 20% Vertrag zum Vollzeitvertrag mit 100% gewandelt. 

Beide sind im übrigen TVÖD Arbeitgeber. 

Können Sie mir bitte nochmal bestätigen, dass in einem solchen Fall der Mittelwert der letzten 2 Monate nicht der letzten 3 Monate zu berücksichtigen ist bzw. die Quelle gem. Gesetz nennen die ich dem AG dazu vorlegen kann?

Den AG haben wir im übrigen NICHT wie Sie schreiben "trotz eines entsprechenden Hinweises Ihrerseits" über die Besonderheit informiert, weil a.) wir doch gar nicht wussten wie das Mutterschutzgeld berechnet wird, bzw. das es diese 3 Monatsregel gibt.

Das ist beim besten Willen auch kein Allgemeinwissen was ein normaler Arbeitnehmern haben kann. Der AG wiederum hätte es wissen sollen, schließlich kennt er die besondere Vertragssituation und sollte im allg. weiterführende Kenntniss in der Lohn / Entgeldberechnung haben als der AN. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass auch das ein "seltener" Fall für Ihn ist und daher das nicht wirklich bekannt war.

Wie kann nun der AG Anteil nochmal berechnet werden ? Gibt es Fristen die ich wahren muss, bzw. muss das beantragt werden ? Wenn ja bei wem, AOK oder AG ?

Gruß CF

 

Hallo zolo,

 

offensichtlich hatten wir uns hier missverständlich ausgedrückt, bitte entschuldigen Sie das. Uns war und  ist es wichtig, dass immer erst ein direkter  Klärungsversuch mit  dem Arbeitgeber erfolgt, bevor die Mutterschutz-Aufsichtsbehörde eingeschaltet wird.

 

Unsere Beurteilung der rechtlichen Situation haben wir dem Gemeinsamen Rundschreiben des GKV-Spitzenverbandes und der Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene zu den Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft vom 21.03.2014 entnommen (bitte googeln Sie ggf. einfach " Rundschreiben Mutterschaft"). Hier finden Sie unter Punkt 8.2.3.2 das Vorgehen bei wesentlichen Änderungen im Inhalt des Arbeitsverhältnisses. Für den Arbeitgeberzuschuss kennen wir keine entsprechende schriftliche Regelung, gehen aber davon aus, dass hier auch so zu verfahren ist.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Frau eine schnelle, positive Entscheidung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Expertenteam der AOK

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