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Reisekrankheiten

Chikungunya: Verlauf, Risiken und Schutz vor der Tropenkrankheit

Veröffentlicht am:23.03.2026

5 Minuten Lesedauer

Chikungunya ist eine Viruserkrankung, die sich weltweit immer mehr ausbreitet. Auch in Europa werden Fälle gemeldet. Meistens haben sich Betroffene auf Reisen in ferne Länder infiziert. Mehr über die Risiken – und wie Sie sich schützen können.

Eine Frau fasst einem Mann an die Stirn und prüft, ob er Fieber hat.

© iStock / Kerkez / KI-bearbeitet

Was ist Chikungunya-Fieber?

Chikungunya, auch Chikungunya-Fieber genannt, ist eine Viruserkrankung. Übertragen wird das Chikungunya-Virus von Stechmücken der Gattung Aedes. Eine der Überträgerinnen ist die Asiatische Tigermücke. Erstmals wurde die Erkankung in Tansania beschrieben, seitdem breitet sich das Chikungunya-Virus in den meisten tropischen und subtropischen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas schnell aus. Auch der Name Chikungunya stammt aus der Kimakonde-Sprache, die im Süden Tansanias gesprochen wird, und bedeutet „der gekrümmt Gehende“. Bezeichnet wird damit die gekrümmte Haltung der Erkrankten aufgrund der starken Gelenkschmerzen.

Schwere Verläufe und Todesfälle sind bei Chikungunya selten. Meistens ist die Erkrankung nach ein bis zwei Wochen ohne Folgen überstanden. Nur bei Neugeborenen, älteren Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen kann es zu schweren Verläufen kommen. Betroffene haben danach lebenslange Immunität.

Chikungunya: Verbreitung und Infektionen in Europa

Ausbrüche treten sporadisch auf und folgen keinem zeitlichen Muster. In Europa trat Chikungunya erstmals im Jahr 2007 in Italien und 2010 regional begrenzt in Frankreich auf. In den vergangenen Jahren kam es zu mehreren kleineren Ausbrüchen mit einigen hundert Infizierten. Betroffene hatten sich in der Regel auf Reisen infiziert. Nur bei wenigen Fällen in Italien und Frankreich fand die Übertragung dort statt, wo die Menschen lebten.

In Deutschland ist Chikungunya bei Reiserückkehrerinnen und -rückkehrern sehr selten. Laut Robert Koch-Institut ist das Risiko, sich bei einer privaten oder beruflichen Reise in ein Epidemiegebiet zu infizieren, gering. Dagegen steigt das Risiko bei Reisen in Gebiete, in denen Chikungunya aktuell ausgebrochen ist. Auch die vor Ort ausgeübten Aktivitäten, die Reisedauer und die Reisezeit spielen eine Rolle. Während der Regenzeit finden die Mücken gute Brutmöglichkeiten wie Wasserpfützen, so dass sie sich schneller vermehren können.

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Wie wird die Erkrankung übertragen?

Das Chikungunya-Fieber wird von weiblichen Mücken – vor allem der Arten Aedes aegypti und Aedes albopictus – übertragen, die sich mit dem Virus infiziert haben. Diese Mückenarten übertragen auch das Gelbfieber-Virus und das Zika-Virus. Sie stechen hauptsächlich am Tage. Ihre Eier legen sie in stehendem Wasser ab. Mögliche Brutplätze sind beispielsweise Blumentöpfe, Vogeltränken oder offene Dosen sowie entsprechende Stellen in Gärten, Parks, auf Baustellen oder Müllhalden. In gechlorten Schwimmbecken entwickeln sich die Larven nicht.

Sticht eine nicht infizierte Mücke einen Menschen, der das Virus in sich trägt, nimmt sie den Chikungunya-Erreger über das Blut auf. Über mehrere Tage vermehrt es sich in der Mücke, dringt in ihre Speicheldrüsen ein und kann durch einen Mückenstich auf einen anderen Menschen übertragen werden. Nun vermehrt sich das Virus schnell im Blut des Menschen. Wird dieser während der Virulenz erneut von einer Mücke gestochen, setzt sich der Übertragungszyklus fort.

In den tropischen und subtropischen Regionen vermehren sich die Stechmücken besonders stark, wenn es viel regnet. Auch das rasante Bevölkerungswachstum und die Abwanderung vom Land in die Städte trägt zur Verbreitung bei.

Eine Übertragung in Deutschland wurde noch nicht gemeldet. Expertinnen und Experten gehen jedoch davon aus, dass bedingt durch den Klimawandel Ausbrüche in den kommenden Jahren auch in Deutschland sowie in Nordeuropa möglich sind.

Welche Symptome treten bei Chikungunya auf?

Die ersten Symptome treten in der Regel wenige Tage nach dem Stich einer infizierten Mücke auf. Typische Beschwerden sind plötzlich auftretendes Fieber, das etwa drei Tage andauert, und starke Gelenkschmerzen. Diese klingen in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab, selten bleiben sie Wochen bis Monate bestehen. Auch Gelenkschwellungen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Hautausschlag können auftreten. Die Symptome ähneln denen von Dengue-Fieber und einer Zika-Virus-Infektion. Deshalb wird Chikungunya-Fieber nicht immer erkannt. Das Virus lässt sich durch eine Blutprobe oder durch Tests auf Antikörper nachweisen.

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Wie wird Chikungunya behandelt?

Es gibt keine spezielle medikamentöse Behandlung bei Chikungunya. Der behandelnde Arzt oder die Ärztin kann nur die Symptome der Erkrankung behandeln. Antibiotika helfen bei einer Viruserkrankung wie dem Chikungunya-Fieber nicht. Gegen das Fieber werden fiebersenkende Medikamente (Antipyretika) und gegen die Schmerzen Analgetika verordnet. Betroffene sollten in der Zeit viel trinken und sich ausruhen. Bei schweren Verläufen ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig.

Chikungunya-Impfung

In der Europäischen Union sind zwei Impfstoffe gegen Chikungunya zugelassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat im Juni 2025 eine Empfehlung zur Chikungunya-Impfung herausgegeben. Sie gilt für Reisende, die

  • in ein aktuelles Ausbruchsgebiet reisen,
  • länger als vier Wochen in Gebiete reisen, in denen Chikungunya regelmäßig auftritt (Endemiegebiete) oder wiederholte Kurzaufenthalte dort planen,
  • ein erhöhtes Risiko haben, dass die Erkrankung chronisch wird oder einen schweren Verlauf nimmt. Das betrifft zum Beispiel Menschen, die älter als 60 Jahre sind oder eine schwere internistische Grunderkrankung haben.

Der Lebendimpfstoff Ixchiq wird für Menschen im Alter von 12 bis 59 Jahren empfohlen, der Totimpfstoff Vimkunya ab zwölf Jahren. Die Übernahme der Kosten gehört jedoch nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen.

In einem Schlafraum eines Resorts hängen Moskitonetze über zwei großen niedrigen Betten.

© iStock / pkanchana

Ein Moskitonetz schützt während des Schlafens vor Mückenstichen und einer möglichen Infektion mit dem Virus, das Chikungunya auslöst.

Wie können sich Reisende vor einer Infektion schützen?

Am besten ist es, Mückenstiche zu vermeiden. Menschen, die in Risikogebiete reisen, können sich mit folgenden Maßnahmen schützen:

  • Tragen Sie entsprechende Kleidung, die ihre Haut bedeckt.
  • Fliegengitter an Fenstern und Türen verhindern, dass Mücken ins Haus oder ins Zimmer eindringen.
  • Moskitonetze bieten Schutz während des Schlafs.
  • Sogenannte Repellentien, also Mittel zur Abwehr von Insekten, sollten auf nicht bedeckte Hautpartien sowie auf die Kleidung gesprüht werden. Die WHO empfiehlt, dass sie DEET, IR3535 oder Icaridin enthalten sollten.

Reisen Schwangere in Länder, wo das Chikungunya-Virus verbreitet ist, sollten sie sich ausreichend vor einer Infektion schützen. Für das ungeborene Kind besteht ein hohes Risiko. Es kann zu Frühgeburten, Schwellungen an den Extremitäten, Atemversagen oder Schädigungen des Gehirns kommen.

Vermeiden Sie Reisen in tropische und subtropische Endemiegebiete möglichst während der Regenzeit.

Fachlich geprüft
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