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Grauer Star: Das sind die Ursachen, und so kann er geheilt werden

Ein Mann wird am Auge untersucht.

© iStock / seb_ra

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 03.05.2021

Wenn sich die Sehleistung im Alter zunehmend verschlechtert, drängt der Besuch beim Augenarzt: Etwa ein Fünftel der Menschen zwischen 65 und 74 Jahren leidet an sogenanntem Grauen Star. Bei dieser Erkrankung trübt die Augenlinse zunehmend ein. Ein Arzt kann abklären, ob eine Brille Abhilfe verschaffen kann oder ob andere Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.

Inhalte im Überblick

    Was ist ein Grauer Star und was bedeutet die Bezeichnung „Grauer Star“

    Grauer Star, medizinisch Katarakt genannt, ist eine Augenkrankheit, bei der die normalerweise klare Augenlinse getrübt ist. Dadurch sehen die Betroffenen zunehmend schlechter. Je nachdem, an welcher Stelle die Linse eintrübt, ist das nahe Sehen oder das Sehen in die Ferne beeinträchtigt.

    Die Betroffenen werden also kurz- oder weitsichtig. Die Veränderungen in den Augen hat der Krankheit ihren Namen gegeben: Die Linse färbt sich Grau. Wird die Sehleistung zunehmend eingeschränkt, erscheint der Blick zu erstarren. Daher die Bezeichnung „Grauer Star“.

    Wie entsteht Grauer Star?

    Die Eintrübung der Augenlinse entsteht dadurch, dass die Eiweiße in der Linse zerfallen und sich in Klümpchen in der Linse absetzen. Mit der Zeit und mit fortschreitendem Alter werden diese Klümpchen immer dichter und größer, sodass sie die Sehleistung zunehmend behindern. Grauer Star kommt daher bei älteren Menschen recht häufig vor – kann aber auch jüngere Erwachsene und Kinder betreffen. Neben dem Alter gibt es noch weitere Risikofaktoren für Grauen Star. Dazu gehören zum Beispiel:

    • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
    • regelmäßiges Rauchen
    • übermäßiger Alkoholkonsum
    • Augenoperationen oder -verletzungen
    • langer Aufenthalt in der Sonne
    • Einnahme von Medikamenten aus der Gruppe der Steroide

    In manchen Fällen kommen auch Neugeborene bereits mit Grauem Star zur Welt. Ursache hierfür kann ein Gendefekt sein, der zu einer Fehlbildung des Auges und einer Trübung der Linse führt. Auch Infektionen in der Schwangerschaft, zum Beispiel Herpes, Röteln oder Toxoplasmose, kommen als Ursache für einen angeborenen Grauen Star infrage.

    Wie erkenne ich einen Grauen Star?

    Bei Grauem Star erkranken in der Regel beide Augen – wenn auch zeitversetzt. Zu den typischen Symptomen von Grauem Star gehört eine verschwommene oder vernebelte Sicht. Die Ränder von Gegenständen scheinen zu verwischen, die Farben wirken verblasst. Außerdem sind viele Betroffene zunehmend blendempfindlich: Lampen, Sonnenlicht und Beleuchtung erscheinen ihnen zu hell.

    Gleichzeitig kann es sein, dass sie nachts besonders schlecht sehen können. Ein weiteres Warnsignal ist es, wenn die Betroffenen sehr häufig ein neues Brillenrezept brauchen – hier sollten sie an Grauen Star denken.

    Bei Symptomen von Grauem Star kann der Augenarzt für Gewissheit sorgen. Um die Diagnose zu stellen, wird er das Auge untersuchen. Hierfür kommen Augentropfen zum Einsatz, die dafür sorgen, dass sich die Pupillen weiten. Dann durchleuchtet der Arzt das Auge mit einer Lampe.

    Die Netzhaut reflektiert einen Teil des Lichts. Grauer Star ist erkennbar durch dunkle Flecken, an denen die Linse getrübt ist. Möglicherweise kommen noch weitere Untersuchungen hinzu, um die Diagnose „Grauer Star“ zu sichern.

    Eine Frau wird am Auge untersucht.
    Grauer Star: Symptome, Ursachen und Behandlung

    © iStock / ljubaphoto

    Wie wird Grauer Star behandelt?

    Die Behandlung von Grauem Star richtet sich zunächst danach, wie stark die Beschwerden sind. Wenn der Graue Star noch nicht so stark ausgeprägt ist, genügen bereits einfache Veränderungen, die es den Betroffenen leichter machen, mit der Krankheit zu leben.

    So können sie zum Beispiel zu Hause oder am Arbeitsplatz helle Lampen verwenden, um die Sicht zu verbessern. Draußen können Sonnenbrillen mit Blendschutz die Lichtempfindlichkeit verringern. Vergrößerungslupen oder eine passend eingestellte Brille erleichtern das Lesen.

    Fakt ist: Wirksame Medikamente gegen den Grauen Star gibt es nicht. Schränkt er die Sehfähigkeit stark ein, dann kommt als Behandlung nur eine Operation infrage. Hierbei wird die getrübte Linse durch eine künstliche Linse ersetzt. Daher lässt sich klar sagen: Mit einer Operation ist Grauer Star heilbar.

    Neun von zehn Patienten können nach der Operation wieder schärfer und kontrastreicher sehen als vorher. Die Nah- und Fernsicht bessert sich, und die Patienten können auch im Dämmerlicht besser sehen. Einige von ihnen kommen im Anschluss an die OP sogar vollständig ohne Brille aus.

    Wie läuft eine OP bei Grauem Star ab?

    Grauer-Star-Operationen gehören zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen in Deutschland. Rund 700.000 Menschen lassen sich hierzulande jedes Jahr operieren. Vor der Operation werden die Patienten meist lokal betäubt. Sie bekommen Augentropfen oder eine Spritze, damit sie keine Schmerzen spüren.

    Dann setzt der Arzt einen kleinen Schnitt am Rand der Hornhaut und öffnet die Membran, die die Linse umgibt. Der Kern und die Rinde der Linse werden mit einem Ultraschall- Gerät oder Laser zerkleinert und durch einen kleinen Schnitt abgesaugt. Danach setzt der Arzt die künstliche Linse ein.

    Die OP des Grauen Stars dauert in der Regel rund 30 Minuten und wird meist ambulant durchgeführt. Das heißt, dass der Patient wenige Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause kann. Die künstliche Linse kann dann ein Leben lang im Auge bleiben.

    Was passiert, wenn der Graue Star nicht operiert wird?

    Die Operation ist die einzige dauerhaft wirksame Behandlungsmethode bei Grauem Star. Allerdings wird ein Grauer Star häufig nicht sofort operiert, sondern erst, wenn die Sehfähigkeit stark leidet. Viele Betroffene warten nach der Diagnose erst einmal ab, lassen aber regelmäßig die Sehkraft von ihrem Augenarzt überprüfen.

    Das ist wichtig, denn es besteht immer die Gefahr, dass sich die Krankheit schnell und stark verschlechtert. Ist der Graue Star sehr weit fortgeschritten, wird eine Operation schwieriger. Unbehandelt kann es in schweren Fällen passieren, dass die Betroffenen vollständig erblinden.

    Allerdings ist eine Operation auch nicht bei allen Patienten sinnvoll oder effektiv. Bei bestimmten Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Grünem Star, Augenschäden durch Diabetes oder einer Makuladegeneration, lässt sich die Sehleistung durch eine Operation möglicherweise nicht deutlich verbessern.

    Kann man einem Grauen Star vorbeugen?

    Grauer Star ist meist eine Alterserscheinung. Sicher vermeiden kann man ihn nicht. Aber es gibt eine Reihe von Maßnahmen und Verhaltensweisen, mit denen man dem Grauem Star vorbeugen oder ihn zumindest hinauszögern kann:

    • Starke Sonneneinstrahlung kann die Trübung der Augenlinse beschleunigen. Daher ist es wichtig, draußen insbesondere bei sonnigem Wetter eine Sonnenbrille mit UV-Schutz zu tragen.
    • Rauchen und häufiger Genuss von Alkohol sind Risikofaktoren, die Grauen Star begünstigen können. Diese Laster sollten Sie auch Ihren Augen zuliebe aufgeben.
    • Bei Problemen mit der Sehkraft, oder wenn Sie älter als 60 Jahre alt sind, sollten Sie Ihre Augen regelmäßig überprüfen lassen.

    Der letzte Punkt, die regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt, ist besonders wichtig. Denn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es sein, dass sich ein Grauer Star entwickelt – er sollte früh entdeckt werden, um eine effektive Behandlung zu ermöglichen.

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