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So tragen Sie den Mundschutz mit Hörgerät

Geschäftsmann trägt Verschmutzungsmaske in der Stadt

© iStock / mixetto

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 02.12.2020

Ob im Supermarkt, beim Arzt, in der Apotheke oder auf großen Plätzen: Der Mund-Nasen-Schutz ist bundesweit an vielen Orten zur Pflicht geworden. Darunter leiden Träger von Hörgeräten besonders. Allzu leicht verheddern sich Bänder beim Abnehmen des Mundschutzes im Hörgerät – diese Tipps helfen im Alltag.

Inhalte im Überblick

    Schwerhörigkeit ist in Deutschland weit verbreitet. Jeder siebte Erwachsene bundesweit ist davon betroffen. In der Altersgruppe ab 65 Jahren leidet sogar jeder zweite daran, wenn auch unterschiedlich stark. Hinzu kommt, dass die Zahl an Kindern und Jugendlichen mit Schwerhörigkeit seit einigen Jahren ansteigt. HNO-Ärzte erklären dies mit dem häufigen Besuch von Konzerten und Diskotheken, aber auch mit lautem Musikgenuss über Kopfhörer.

    Oft hilft dann nur ein Hörgerät. Derzeit tragen rund 3,7 Millionen Menschen solche Hör-Systeme. Vor der SARS-CoV-2-Pandemie sind sie so problemlos durch den Alltag gekommen, mit der Maskenpflicht hat sich das geändert. 

    Welche Schwierigkeiten haben Hörgeräte-Träger?

    Der Mund-Nasen-Schutz schluckt Schall. Schwerhörige Menschen können sich außerdem nicht mehr an den Lippenbewegungen von Gesprächspartnern orientieren. Trotzdem ist es keine Option, auf Masken zu verzichten. Eine in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Studie zeigt, dass ein Mund-Nasen-Schutz das Ansteckungsrisiko um zirka 80 Prozent verringern kann. Wer die Maske also nicht trägt, gefährdet sich und andere. Zu einer Herausforderung wird das Masketragen trotzdem: Nimmt man die Maske wieder ab, verheddern sich deren Bänder oft im Gestell der Brille oder im Hörsystem. Verrutscht die Brille, merkt man das schnell. Ein Hörgerät, das aus dem Ohr fällt, bleibt unter Umständen unbemerkt. Man kann versehentlich auf das Hörgerät treten, es kann verloren gehen oder durch Nässe zerstört werden. Das muss nicht sein. Moderne Geräte sind zwar spritzwassergeschützt, zu viel Nässe durch herbstliche Pfützen kann ihnen aber dennoch schaden. Doch ein paar Schritte helfen, dies zu vermeiden.

    Was sollten Hörgeräte-Träger beachten?

    Die Bundesinnung der Hörakustiker hat ein paar Tricks für Träger von Hörsystemen entwickelt:

    • Schritt 1: Zuerst zieht man beide Bänder des Mund-Nasen-Schutzes vorsichtig nach oben.
    • Schritt 2: Dann werden die Bänder leicht nach hinten gezogen.
    • Schritt 3: Jetzt lässt sich die Maske seitwärts nach vorne abziehen, ohne sich am Hörsystem zu verheddern.
    • Schritt 4: Zur Sicherheit prüft man am besten trotzdem, ob das Hörgerät oder die Hörgeräte noch an Ort und Stelle sind.

    Die Regeln klingen erst einmal recht kompliziert – vor allem, wenn kein Spiegel in der Nähe ist. Am besten übt man die einzelnen Schritte zu Hause mehrmals, um Routine zu bekommen. Dann funktioniert es auch unterwegs.

    Welcher Mund-Nasen-Schutz eignet sich für Träger von Hörhilfen?

    Zu Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie waren Masken Mangelware. Mittlerweile gibt es im Einzelhandel vor Ort, aber auch im Internet, eine umfangreiche Auswahl an Modellen. Man unterscheidet zwischen Einmalmasken, die nach längerem Tragen zu entsorgen sind, und Behelfsmasken, die man waschen und mehrfach verwenden kann. 

    Für Träger von Hörgeräten spielt dieser Unterschied kaum eine Rolle. Wichtiger ist, auf die Fixierung zu achten. 

    • Masken mit Ohrschlaufen: bergen immer die Gefahr, Hörhilfen mit herauszureißen. Daher gilt: Masken vorsichtig entfernen.
    • Mund-Nasen-Masken mit Kopfgummi: haben den Vorteil, dass die Träger das obere Band individuell positionieren können. Das Risiko, Hörgeräte herauszuziehen, verringert sich.
    • Masken mit Bindebändern: werden hinter dem Kopf zusammengebunden und kommen dem Hörgerät nicht in die Quere. Das Binden ist gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber trainieren.
    • Maske mit Ohrenheld: extra für Hörgeräte-Träger entwickelt. Der Ohren-Held besteht aus einem Halteband mit Haken, das im Nacken positioniert wird. Träger hängen die Bänder der Maske einfach in die Haken ein.
    • Masken vom Schneider: findige Schneidereien haben Behelfsmasken entwickelt, deren Bänder weit von den Ohren entfernt sind.

    Was sollte man tun, wenn man ein Hörgerät findet?

    Die Gefahr, dass ein Hörgerät verloren geht, steigt aufgrund der Masken in SARS-CoV-2-Zeiten. Jedes System wird für einen bestimmten Anwender konfiguriert. Es trägt eine individuelle Seriennummer. Wer ein Gerät findet, bringt es einfach zu einem Fachgeschäft für Hörgeräteakustik. Dort wird es seinem Besitzer zugeordnet und zurückgegeben.

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