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Gesundheitsmagazin

Eltern

Drei-Tage-Fieber: eine meist harmlose Kinderkrankheit

Veröffentlicht am:04.01.2023

4 Minuten Lesedauer

Fast alle Kinder durchleben das Drei-Tage-Fieber. Manchmal geht mit der Erkrankung ein Fieberkrampf einher, der für viele Eltern beunruhigend ist. Umso wichtiger, zu wissen, wie sich die Krankheit äußert und was Eltern im Falle einer Infektion tun können.

Mutter misst mit einem Fieberthermometer die Temperatur bei ihrem Baby mit Drei-Tage-Fieber.

© iStock / skynesher

Inhalte im Überblick

    Was ist das Drei-Tage-Fieber?

    Das Dreitagefieber auch Exanthema subitum genannt, ist eine hochansteckende, aber meist ungefährliche Viruserkrankung, die zu Fieber und Hautauschlag bei Kindern führt. Auslöser sind Viren, und zwar sogenannte humane Herpesviren (HHV), wobei das HHV 6 häufiger als das HHV 7 ursächlich ist. Übertragungsweg ist eine Tröpfcheninfektion. Das heißt, das Kind hat entweder Kontakt mit dem Speichel einer infizierten Person oder die Viren gelangen über winzige Tröpfchen in der Luft zu ihm, etwa beim Husten oder Niesen.

    Fast alle Kinder infizieren sich einmalig mit dem Herpesvirus. Betroffen sind in der Regel Säuglinge sowie Kleinkinder bis zu drei Jahren. In Einzelfällen erkranken auch ältere Kinder. Das Drei-Tage-Fieber tritt besonders in den Frühlings- und Herbstmonaten auf. Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen der Infektion mit dem Virus und dem Ausbruch der Erkrankung, liegt zwischen 5 und 15 Tagen. Einen Impfstoff gibt es nicht. Wer einmal mit dem Erreger infiziert war, ist aber ein Leben lang gegen eine Neuinfektion geschützt.

    Drei-Tage-Fieber: Welche Symptome können auftreten?

    Nur bei einem Teil der infizierten Babys und Kinder bemerken Eltern die Erkrankung überhaupt. Denn oft verläuft sie symptomfrei. Typisch ist ein plötzlich einsetzendes Fieber, welches in der Regel drei Tage selten auch bis zu fünf Tage andauern kann. Die Körpertemperatur kann dabei auf bis zu 40 Grad Celsius ansteigen. So plötzlich wie das Fieber gekommen ist, fällt es auch wieder ab. Mitunter können im Frühstadium zusätzlich Begleitsymptome auftreten – zum Beispiel:

    • Appetitlosigkeit
    • Reizbarkeit
    • geschwollene Lymphknoten
    • Durchfall und Erbrechen
    • entzündeter Rachen
    • Bindehautentzündung und Schwellung der Augenlider
    • Trommelfellentzündung
    • Husten

    Nach dem Fieber zeigt sich meistens ein fleckiger, blassroter Ausschlag auf der Haut des Kindes, vor allem im Bereich von Brust und Rücken. Er kann sich auch auf Hals und Arme ausweiten. Der Hautausschlag juckt in der Regel nicht und bildet sich nach zwei bis drei Tagen zurück.

    Der erste Fieberkrampf

    Wählen Sie beim ersten Fieberkrampf den Notruf.

    Hat Ihr Kind zum ersten Mal einen Fieberkrampf, sollten Sie die Notrufnummer 112 wählen, damit der Notarzt oder die Notärztin gegebenenfalls ein Medikament gegen den Krampf verabreichen kann. Im Anschluss ist es wichtig, andere Ursachen auzuschließen.

    Wie wird das Drei-Tage-Fieber diagnostiziert?

    Ärztinnen und Ärzte erkennen ein Drei-Tage-Fieber am typischen Verlauf. Laboruntersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich. Eltern sollten aber bedenken, dass Säuglinge bei hohem Fieber viel Flüssigkeit verlieren und leicht austrocknen (dehydrieren) können. Deswegen sollten sie mit ihrem Baby unbedingt eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt aufsuchen.

    Wie wird das Drei-Tage-Fieber behandelt?

    Das Drei-Tage-Fieber bedarf in der Regel keiner speziellen Behandlung. Ein gesunder Körper ist selbst in der Lage, das Virus zu bekämpfen und Antikörper zu bilden. Die Krankheit ist nach etwa einer Woche vollständig überstanden.

    Auftretende Symptome können Sie mit folgenden Maßnahmen behandeln:

    • Durch den schnellen Temperaturanstieg kann es in seltenen Fällen zu Fieber kommen. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt verschreiben bei Bedarf Fieberzäpfchen oder einen entsprechenden Sirup, um eine sehr hohe Körpertemperatur zu senken. Wirksam sind außerdem lauwarme Wadenwickel, die bei kleinen Kindern aber nicht länger als zehn Minuten aufgelegt werden sollten.
    • Babys und Kleinkinder verlieren bei hohem Fieber durch vermehrtes Schwitzen und eine schnellere Atmung viel Flüssigkeit. Daher sollten sie ausreichend trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
    Ein am Drei-Tage-Fieber erkranktes Baby trinkt Wasser aus einer Nuckelflasche.

    © iStock / Prostock-Studio

    Am Drei-Tage-Virus erkrankte Babys und Kinder müssen besonders viel Wasser trinken, da sie durch das Fieber viel Flüssigkeit ausschwitzen.

    Was sollen Eltern beachten?

    Wenn das eigene Kind hohes Fieber hat, kann dies für Eltern beängstigend sein – gerade wenn in dieser Phase ein Fieberkrampf auftritt. Wichtig zu wissen: In der Regel ist ein Fieberkrampf bei Kindern nicht gefährlich und bleibt folgenlos. Einige Verhaltensmaßnahmen können dennoch hilfreich sein:

    • Bei einem Fieberkrampf sollten Sie darfür sorgen, damit Ihr Kind ungehindert atmen kann und sich bei eventuell auftretenden Zuckungen nicht an Gegenständen verletzt. Lassen Sie das Kind möglichst auf der Seite liegen und halten Sie es nicht zu stark fest.
    • Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wenn Ihr Kind nicht trinken möchte, sollten Sie umgehend zu einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt mit ihm gehen.

    Wann dürfen Kinder wieder in die Kita?

    Da es sich um eine hochansteckende Krankheit handelt, sollten Sie kein Risiko eingehen und den Besuch von anderen Kindern und auch Erwachsenen meiden. Das Infektionsschutzgesetz schreibt kein Besuchsverbot und keine Meldepflicht für Gemeinschaftseinrichtungen vor. In der akuten Krankheitsphase sollten Sie Ihr Kind dennoch zu Hause lassen, bis es sich erholt hat. Ist Ihr Kind mindestens 24 Stunden fieber- und symptomfrei, darf es wieder in die Kita.

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