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Richtig schwimmen lernen: So geht’s

Schwimmen macht Spaß. Schwimmen zu können ist aber auch eine Frage der Sicherheit. Warum das wichtig ist und wo Kinder und Erwachsene schwimmen lernen, weiß Felix Dürnberger von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Bayern.

Nichtschwimmer sind in Gefahr

Felix Dürnberger, Stellvertretender Vorsitzender der DLRG-Jugend Bayern
Felix Dürnberger, Stellvertretender Vorsitzender der DLRG-Jugend Bayern

Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind in Deutschland im Jahr 2019 mindestens 417 Menschen ertrunken. In Bayern waren es 95. „Das sind zwar weniger Badetote als im Vorjahr, doch bei uns in Bayern ertrinken bundesweit die meisten Menschen“, so Felix Dürnberger von der DLRG-Jugend Bayern.

Das liegt unter anderem daran, dass mehr als die Hälfte der Grundschüler nicht sicher schwimmen kann. „Nur etwas mehr als 40 Prozent der Kinder können nach der Grundschule sicher schwimmen. In den 1990er-Jahren waren es noch fast 90 Prozent“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der DLRG-Jugend. Aber auch jeder zweite Erwachsene in Deutschland stuft sich als durchschnittlichen oder schlechten Schwimmer ein, Tendenz steigend.

Schwimmen lernen – in welchem Alter?

Kleine Kinder sollten bereits früh von ihren Eltern spielerisch und ohne Druck an das Element Wasser gewöhnt werden. Gemeinsam mit dem Nachwuchs können sie zunächst im flachen Wasser, später auch im etwas tieferen Wasser spielen. Wassergewöhnungskurse sind ebenfalls gut geeignet, Kindern die Scheu vorm Wasser zu nehmen. Sie werden ab einem Alter von drei Jahren angeboten.

Ab etwa vier bis fünf Jahren sind Kinder koordinativ so weit, dass sie schwimmen lernen können. Faustregel: Wenn das Kind Fahrrad fahren kann, kann es auch schwimmen lernen.

Ab wann sind Kinder sichere Schwimmer?

In einem Schwimmkurs lernen Kinder zunächst Brustschwimmen ohne Schwimmhilfen, Tauchen und ins Wasser springen. Bewältigen sie diese ersten Anforderungen, dann können sie ihr Seepferdchen-Abzeichen ablegen. „Mit diesem Abzeichen sind Kinder aber noch keine sicheren Schwimmer“, erklärt Felix Dürnberger. Richtig gute Schwimmer werden Kinder erst durch regelmäßiges Üben. „Dafür eignen sich besonders weiterführende Schwimmkurse, in denen die Ausdauer gesteigert, das Brustschwimmen verfeinert und weitere Schwimmstile gelernt werden.“ Mit dem Jugendschwimmabzeichen „Bronze“ haben Kinder ihre Fähigkeiten so weit ausgebaut, dass sie sich sicher im Wasser bewegen.

Erwachsene: Schwimmen lernen geht immer

Auch Erwachsene können in jedem Alter noch schwimmen lernen. „Für die eigene Sicherheit sollte das in einem Schwimmkurs passieren“, rät Dürnberger. Diese sind für Erwachsene ähnlich aufgebaut wie für Kinder: Wassergewöhnung, Angstabbau, Techniktraining und Bahnen ziehen. Auch für Erwachsene gilt: Je öfter sie schwimmen und je mehr sie ihre Schwimmfähigkeiten ausbauen, zum Beispiel über Schwimmabzeichen, um so sicherere Schwimmer werden sie.

Schwimmkurse: Darauf kommt es an

Die DLRG, Schwimmvereine, Frei- und Hallenbäder und private Schwimmschulen bieten Schwimmkurse an. Die Höhe der Kursgebühren und das zugrundeliegende Konzept sind dabei sehr unterschiedlich. Informieren Sie sich über die Angebote in Ihrer Nähe!

Checkliste Schwimmkurs

  • Schwimmlehrer: Schwimmlehrer ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Fragen Sie daher ruhig nach der Ausbildung der Kursleiter.
  • Kursdauer: Ein Schwimmkurs sollte mindestens zehn Übungsstunden mit Einheiten von jeweils 45 Minuten umfassen.  
  • Regelmäßigkeit: Der Kurs sollte mindestens einmal pro Woche stattfinden.
  • Kursgröße: Die Gruppengröße sollte zehn Teilnehmer nicht überschreiten, damit der Schwimmlehrer die Übersicht behält. Positiv ist, wenn es in Kinderkursen noch einen zweiten Betreuer gibt.
  • Schwimmabzeichen: Haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ein Abzeichen zu machen? Besonders für Kinder ist das „Seepferdchen“ eine große Motivation.
  • Baderegeln: Im Kurs sollten neben dem Schwimmtraining auch Baderegeln und das richtige Verhalten in öffentlichen Gewässern vermittelt werden.

Was bringen Schwimmhilfen?

Schwimmhilfen können das Schwimmenlernen unterstützen. Doch kein Hilfsmittel bietet hundertprozentigen Schutz. Manche schaden sogar mehr als sie nutzen. Deshalb gibt es für Felix Dürnberger auch keinen Ersatz für aufmerksame Eltern: „Lassen Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt planschen, auch nicht im flachen Wasser!“

Der Schwimmgürtel besteht aus mehreren Auftriebskörpern, die um den Bauch gebunden werden. Das macht den Gürtel sehr sicher, weil das Material unsinkbar ist. Durch die Arm- und Beinfreiheit ist er optimal zum Schwimmenlernen. Es gibt sowohl für sehr kleine Kinder als auch für Erwachsene mit hohem Körpergewicht passgenaue Gürtel.

Schwimmnudeln sind circa 1,50 Meter lange Schaumstoffrollen. Sie geben viel Auftrieb und können von jedem Menschen unabhängig von Größe und Gewicht genutzt werden. Um die richtige Schwimmkörperhaltung zu trainieren, wird die Schaumstoffrolle mit beiden Händen vor dem Körper gehalten oder wie ein Rettungsring unter die Achseln gelegt. Allerdings bieten sie keine absolute Sicherheit, weil sie nicht direkt am Körper befestigt sind. Durch Loslassen oder den Versuch, sich zu drehen, können Nichtschwimmer schnell untergehen.

Schwimmbretter haben einen starken Auftrieb und helfen damit Kindern und Erwachsenen, schwimmen zu lernen. Die Schaumstoffbretter werden mit ausgestreckten Armen vor dem Körper gehalten, um den Beinschlag zu trainieren. Aber Achtung: „Schwimmbretter sind nur Trainingshilfen. Nichtschwimmer dürfen damit nicht in offenen Gewässern schwimmen“, so Dürnberger. „Die Gefahr ist zu groß, das Schwimmbrett zu verlieren.“

Oberarmschwimmhilfen helfen Kindern, den Kopf über Wasser zu halten. Da sie die Armbewegungen einschränken, sind sie aber eher zum Planschen als zum Schwimmenlernen geeignet. Vorsicht: Der Kopf des Kindes kann trotz angelegter Schwimmflügel nach vorne oder hinten kippen.

Schwimmsitze sind für „passive Benutzer“ gedacht. Vor allem sollen damit Babys ans Wasser gewöhnt werden. In der Vergangenheit gab es aber immer wieder Sicherheitsmängel, zum Beispiel, weil diese umkippen. „Eltern nehmen die Kleinsten besser auf den Arm oder an die Hand, wenn sie ihr Kind an das Wasser gewöhnen“, empfiehlt Felix Dürnberger.

Aufblasbare Schwimmtiere, Bälle, Ringe oder Luftmatratzen sind keine Schwimmhilfen und deshalb für Nichtschwimmer nicht geeignet.

Schwimmen lernen: Das sind die wichtigsten Schwimmstile

Wer mit dem Schwimmen beginnt, lernt in der Regel zuerst Brustschwimmen. Um sich im Wasser effizient fortzubewegen, gibt es allerdings noch mehr Schwimmstile wie Kraulen oder Rückenschwimmen. Wie sie ausgeführt werden und welche Vorteile sie bieten, erfahren Sie hier:

Brustschwimmen

Brustschwimmen

Beim Brustschwimmen werden zuerst die Arme, dann die Beine bewegt. Dafür strecken Sie die Arme nach vorn und führen sie zur Seite. Die Handflächen drehen dabei nach außen und verdrängen das Wasser. Sobald die Hände auf Schulterhöhe sind, werden die Ellenbogen abgewinkelt und die Hände vor der Brust zusammengeführt. Dabei den Kopf anheben und über Wasser einatmen. Arme wieder nach vorn strecken und mit dem Kopf unter Wasser gehen. Während die Arme ausgestreckt werden, die Beine anwinkeln und die Fersen Richtung Po ziehen. Danach kräftig abstoßen und die Beine wieder strecken. Im Wasser kurz gleiten. Den Kopf dabei unter Wasser lassen und ausatmen.

Kraulen

Kraulen

Beim Kraulen tauchen Sie den Arm so weit wie möglich vor dem Kopf ins Wasser und ziehen ihn im 90-Grad-Winkel durchs Wasser Richtung Oberschenkel. Die flach ausgestreckte Hand verdrängt dabei das Wasser nach hinten. Auf Höhe der Oberschenkel den Arm mit abgewinkeltem Ellenbogen aus dem Wasser ziehen und am Körper vorbei wieder nach vorn strecken. Beim Kraulen bewegen Sie die Arme gegenläufig. Das heißt, der zweite Arm taucht ins Wasser, wenn der erste Arm etwa im 90-Grad-Winkel unter dem Körper ist. Grundsätzlich ist beim Kraulen der Blick nach unten gerichtet. Luft wird geholt, wenn der Arm aus dem Wasser gehoben wird. Dabei den Kopf zur Seite drehen und einatmen. Je nach Atemlänge nur alle zwei bis drei Schwimmzüge einatmen und unter Wasser ausatmen. Für den Beinschlag die Beine abwechselnd auf- und abwärts bewegen. Die Beine sind dabei gestreckt und liegen auf Höhe des Oberkörpers im Wasser.

Rückenschwimmen

Beim Rückenschwimmen liegen Sie in Rückenlage gestreckt im Wasser. Das Gesäß dabei anspannen, damit die Hüfte nicht nach unten abknickt. Die Arme ziehen Sie wechselseitig durchs Wasser: Während ein Arm ausgestreckt hinter dem Kopf ins Wasser taucht, kommt der andere Arm gestreckt neben der Hüfte nach oben und wird wieder nach hinten geführt. Unter Wasser wird der Arm leicht angewinkelt. Mit der ausgestreckten Hand verdrängen Sie das Wasser. Die Beine aus der Hüfte heraus auf und ab schlagen. Die Füße bleiben dabei knapp unter der Wasseroberfläche und kicken das Wasser weg. Beim Ausüben der Bewegungen rollt der Körper auf der Längsachse leicht von links nach rechts.

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