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AOK-Kindergesundheitsatlas Rheinland/Hamburg 2026

Eltern im Umgang mit der Gesundheit ihrer Kinder

Der AOK-Kindergesundheitsatlas 2026 untersucht die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus Elternsicht. Dafür wurden 5.000 Eltern von Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren im Rheinland und in Hamburg befragt. Zusätzlich zu Diagnosen, Krankheitsvermutungen und Belastungen der Eltern beleuchtet die Studie Zusammenhänge zwischen Lebensumfeldern, Verhalten und chronischen Erkrankungen der Kinder.

Die Studie zeigt auf: Die meisten Kinder gelten aus Elternsicht als gesund, dennoch berichten immer mehr Eltern von Krankheitsvermutungen ohne gesicherte Diagnose. Genau hier entscheidet Gesundheitskompetenz, wie gut Familien im Alltag zurechtkommen.

Gesundheitszustand laut Elterneinschätzung gut/sehr gut

  • Fußnoten

    1 Multiple psychosomatische Beschwerden sind mindestens zwei körperliche Symptome (z. B. Kopfschmerzen, Magen- oder Muskelschmerzen), die durch psychische Belastung (z. B. Stress, Angst oder emotionale Konflikte) ausgelöst oder verstärkt werden.

    2 Hinweis: Je nach Erkrankung werden unterschiedliche Altersgruppen berücksichtigt.

Mehr als jede zweite Familie betroffen

Chronische Erkrankungen, ob diagnostiziert oder vermutet, sind Alltagsbestandteil vieler Familien.

Im Kindergesundheitsatlas 2026 ...

… nehmen wir verstärkt in den Blick, welchen Einfluss das Lebensumfeld auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen hat. Übermäßiger Medienkonsum, psychische Belastungen im Alltag, Krisenerfahrungen oder Suchtverhalten können das Familienleben und die Gesundheit von Kindern beeinflussen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden wir nutzen, um Familien noch gezielter zu unterstützen und ihre Gesundheitskompetenz nachhaltig zu stärken.

Unsere Vorstandsmitglieder: Sabine Deutscher, Günter Wältermann & Matthias Mohrmann (v.l.n.r.)

Was können Sie für die Gesundheit Ihres Kindes tun?

Entdecken Sie hilfreiche Angebote und Informationen zu den Themen, die im AOK-Kindergesundheitsatlas im Fokus stehen.

Worum geht es im AOK-Kindergesundheitsatlas?

Krankheitsvermutungen nehmen stärker zu als Diagnosen

Besonders häufig äußern Eltern Vermutungen bei ADHS, psychischen Erkrankungen und Verhaltenssüchten, hier übersteigen die Vermutungen die Diagnosen deutlich. Eine Vermutung ist nicht zwingend eine Vorstufe zur Diagnose, sondern ein eigener Zustand diagnostischer Unsicherheit, der Familien trotzdem beschäftigt und belastet.

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  • Fußnoten

    1 Hinweis: Je nach Erkrankung werden unterschiedliche Altersgruppen berücksichtigt.

    2 Psychische Erkrankungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

    3 n = 2.228 (0- bis 17-jährige Kinder); Abweichungen zu 100 % sind rundungsbedingt

Gesundheitskompetenz ist eine Schlüsselressource

Nur gut die Hälfte der Eltern kann Gesundheitsinformationen sicher finden, verstehen, beurteilen und anwenden.

Viele Eltern nutzen digitale Quellen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Das größte Vertrauen genießen aber weiterhin die Ärztinnen und Ärzte vor Ort.

  • Fußnoten

    1 n = 4.986 (0- bis 17-jährige Kinder); HLS-EU-Q16-Skala

    2 n = 5.000 (0- bis 17-jährige Kinder)

    3 kombinierte Antwortoptionen „sehr viel Vertrauen“ und „eher viel Vertrauen“

    4 kombinierte Antwortoptionen „mehrmals täglich“, „täglich“, „mehrmals pro Woche“, „fast jede Woche“ und „ungefähr einmal im Monat“

Empfehlungen zu Bewegung, Ernährung und Mediennutzung werden häufig nicht eingehalten

Bewegung, Ernährung und Mediennutzung hängen als gesundheitsrelevante Verhaltensweisen eng mit Wohlbefinden und Erkrankungen zusammen, und bei allen drei Bereichen bleibt viel Potenzial ungenutzt.

Bewegungsmangel, Zuckerkonsum und übermäßige Mediennutzung treten häufiger bei Kindern mit diagnostizierten oder vermuteten Erkrankungen auf – etwa bei Adipositas, ADHS oder psychischen Erkrankungen.1

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  • Fußnoten

    1 Psychische Erkrankungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

    2 Die WHO empfiehlt im Durchschnitt mind. 60 Minuten Bewegung pro Tag.

    3 für Jugendliche dieser Altersgruppe nicht erlaubt oder nicht legal erhältlich

Empfehlungen

Kindergesundheit entsteht nur im Zusammenspiel von Familie, Krankenkassen, Bildungseinrichtungen, Politik und öffentlichen Institutionen.

  • Gesundheitskompetenz der Eltern gezielt stärken

    Die Gesundheitskompetenz der Eltern muss gezielt gestärkt werden und ist zugleich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Eltern benötigen verständliche, verlässliche und leicht zugängliche Gesundheitsinformationen sowie Unterstützung dabei, diese zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und im Alltag anzuwenden. Krankenkassen tragen dabei im Rahmen ihres gesetzlichen Präventionsauftrags eine wichtige Verantwortung und müssen durch qualitätsgesicherte Angebote in Lebenswelten wie Kitas, Schulen und Kommunen Eltern und Familien bei der Stärkung ihrer Gesundheitskompetenz weiter unterstützen.

  • Rahmenbedingungen für gesunde Lebensweisen verbessern

    Angemessener Medienkonsum, ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung sind durch gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen zu erleichtern. Gleichzeitig sind Barrieren für risikoreichen Konsum zu erhöhen. Es muss Eltern so einfach wie möglich gemacht werden, ihre Kinder im Alltag zu unterstützen, sich gesundheitsförderlich zu verhalten. Attraktive gesunde Alternativen in Bildungs-, Freizeit- und Alltagsumfeldern müssen konsequent gestärkt werden.

  • Verlässliche und qualitätsge­sicherte Informationsangebote ausbauen

    Digitale Gesundheitsinformationen müssen qualitätsgesichert, verständlich und leicht auffindbar bereitgestellt werden. Da Eltern neben Ärztinnen und Ärzten besonders den Informationen von Krankenkassen vertrauen, müssen diese verlässliche und verständliche Inhalte noch stärker über alle Kommunikationskanäle zur Verfügung stellen. Dazu gehört auch, Eltern dabei zu unterstützen, Kompetenzen im Umgang mit Online-Suchmaschinen, KI und Sozialen Medien zu entwickeln.

  • Bildungs- und Betreuungs­einrichtungen als zentrale Lebenswelten stärken

    Bildungs- und Betreuungseinrichtungen müssen als Partner der Kindergesundheit weiter gestärkt werden. Dafür brauchen sie bessere Rahmenbedingungen und eine gute regionale Vernetzung mit Eltern, Krankenkassen, anderen öffentlichen Institutionen und der weiteren gesundheitlichen Versorgung. Zudem müssen sie durch Beratung, Qualifizierung und geeignete Konzepte unterstützt sowie Kinder, Jugendliche und Eltern angemessen in die Planung und Gestaltung gesundheitsförderlicher Maßnahmen einbezogen werden.

  • Orientierung bei Krankheitsvermutungen verbessern

    Eltern brauchen bei Krankheitsvermutungen eine frühzeitige Orientierung. Dafür müssen bei Informationsangeboten niedrigschwellige Einordnungshilfen vor Diagnosesicherheit mitgedacht werden. Hier gilt es, Eltern die Entscheidung zu erleichtern, ob sie weiter beobachten, erste Beratung einholen oder in eine notwendige medizinische Abklärung der Symptome gehen. So werden Unsicherheiten reduziert und der Zugang zu einer bedarfsgerechten Versorgung wird erleichtert.

  • Familien in belasteten Lebenslagen niedrigschwellig erreichen

    Unterstützung muss insbesondere dort ansetzen, wo Familien geringere gesundheitliche, soziale oder materielle Ressourcen haben, denn hier treten gesundheitliche Belastungen und Krankheitsvermutungen häufiger gemeinsam auf. Ein leichter, lokaler Zugang zu alltagsnahen und verständlichen Präventions- und Unterstützungsangeboten ist Voraussetzung, um die gesundheitliche Chancengleichheit zu stärken und Belastungen frühzeitig entgegenzuwirken. Bestehende Zugangswege und Vertrauensstrukturen in Quartieren, Kitas, Schulen und Kommunen sollten dabei gezielt genutzt werden.

  • Prävention in allen Politikbereichen integrieren

    Prävention muss in allen Politikbereichen konsequent mitgedacht werden. Bildungs-, Sozial-, Stadtentwicklungs-, Verkehrs-, Umwelt-, Ernährungs- und Familienpolitik müssen gesundheitsförderliche Lebensbedingungen unterstützen. Bund, Länder und Kommunen sowie Bildungs- und Betreuungseinrichtungen tragen Verantwortung für entsprechende Rahmenbedingungen. Krankenkassen müssen diese Prozesse im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags fachlich unterstützen und mitgestalten.

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