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Gesund führen

Respekt beginnt an der Basis

Veröffentlicht am:04.09.2026

5 Minuten Lesedauer

Sie liefern Pakete aus, reinigen Büroräume und helfen in Pflegeeinrichtungen: Basisarbeitende. Rund 20 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in solchen Anlernberufen. Sie verrichten wichtige Arbeit, die oft unsichtbar ist und nicht angemessen wertgeschätzt wird.

Paketbote vor der Tür

© Pekic via Getty Images

Wertvolle Kräfte binden

Unternehmen, die die Gesundheit und Motivation ihrer Basisarbeitenden stärken, profitieren gleich mehrfach: Sie erhöhen die Zufriedenheit, binden wertvolle Mitarbeitende und erhöhen ihre Attraktivität im Wettbewerb um Arbeitskräfte.

ORBiT: mehr Respekt für Basisarbeitende

Basisarbeitende sind oft physisch und psychisch stark belastenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) werden sie jedoch aufgrund von Sprachbarrieren kaum erreicht, da besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund in Basistätigkeiten arbeiten, wie das Statistische Bundesamt ermittelte.

Hier setzt das Projekt ORBiT („Organisationaler Respekt und Basisarbeit in der Transformation“) an, ein vom BMAS gefördertes Forschungsprojekt, welches das BGF-Institut der AOK gemeinsam mit weiteren Partnern und Unternehmen mit Basisarbeitenden umsetzt. Herzstück ist ein mehrsprachiges Kurzscreening, das digital ausgefüllt werden kann und die von den Basisarbeitenden wahrgenommene Arbeitswirklichkeit abbildet. Ziel ist es, die Bedingungen für Basisarbeitende zu verbessern, ihre Zufriedenheit zu stärken und damit letztlich auch die Bindung an die Unternehmen zu festigen.

„Vorgesetzte nehmen im gesamten BGF-Prozess bei der Organisation und Ansprache der Mitarbeitenden eine entscheidende Rolle ein.“

Dr. Birgit Schauerte, Projektleiterin von ORBiT und Teamleiterin Forschung & Entwicklung beim BGF-Institut

Dr. Birgit Schauerte
Projektleiterin von ORBiT und Teamleiterin Forschung & Entwicklung beim BGF-Institut

© Picture People

Screening, Folgeworkshop und Maßnahmen

Die Ergebnisse des Projekts mit drei Pilot-unternehmen zeigen: „Mit dem Screening ist ein erster analytischer Schritt möglich“, sagt Dr. Birgit Schauerte, Projektleiterin von ORBiT. Danach sei es wichtig, mit den Basisarbeitenden zu sprechen, nicht über sie. In moderierten Folgeworkshops analysierten die Mitarbeitenden die Ergebnisse und erarbeiteten Optimierungsvorschläge für den Arbeitsalltag. Diese wurden anschließend mit den Führungskräften in praktische Maßnahmenpläne übertragen.

Infografik zu Basisarbeit und Fehltagen: Rund 19 Prozent der 20- bis 34-Jährigen in Deutschland waren 2022 ohne Berufsabschluss, Basisarbeitende fielen im Durchschnitt an rund 30 Tagen krank aus (Quellen: BIBB, 2024; BGF-Institut, 2023)

Vorgesetzte als zentrale Unterstützende

Durch Zitate der Basisarbeitenden wie „Wir sind nur eine Personalnummer“ oder „Wir sind nur jemand, der den Dreck wegmacht“ wurde deutlich: Fehlender Respekt stellt in allen drei Pilotunternehmen eine alltägliche Belastung dar. Neben einem wertschätzenden Miteinander und Anerkennung für die geleistete Arbeit wünschen sie sich Weiterbildungsmöglichkeiten und Führungskräfte, die sich für sie einsetzen.

„Vorgesetzte nehmen im gesamten BGF-Prozess bei der Organisation und Ansprache der Mitarbeitenden eine entscheidende Rolle ein“, weiß die Projektleiterin. Gerade direkte Führungskräfte unterstützen oft bei alltäglichen Fragen rund um das Gesundheits- und Versorgungssystem.

Basisarbeitende erreichen

Die Ergebnisse zeigen Unternehmen konkrete Ansatzpunkte auf, die über eine veränderte Haltung bei Management und Führungskräften den Boden für einen respektvolleren und unterstützenden Umgang mit Basisarbeitenden bereiten. Speziell für Führungskräfte gibt es dazu die mehrsprachige KI-basierte Plattform wegweisergesundheit.de, die alle Fragen zu privaten und beruflichen Gesundheits- und Krankheitsthemen beantwortet.

Einstieg leicht gemacht

Für den Einstieg in diesen umfassenden BGF-Prozess rät Birgit Schauerte zu einem Gesundheitstag speziell für Basisarbeitende mit Angeboten zur Rückengesundheit und Ernährungsberatungen, begleitet von einem mehrsprachigen Informationsschreiben der Personalabteilung.

„Es ist wichtig, dass Basisarbeitende erkennen: Mein Unternehmen macht sich stark für meine Gesundheit und Zufriedenheit“, weiß die Projektleiterin. Und das sei für alle Betriebe erreichbar, unabhängig von Größe und Branche.

DAS PROJEKT

Mehr über das Projekt „ORBiT – Organisationaler Respekt und Basisarbeit in der Transformation“ sowie die KI-Plattform für Führungskräfte von ORBiT und der IST-Hochschule erfahren Sie unter:

Projekt ORBiT

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