Gesund führen
Mit Köpfchen gegen Migräne
Veröffentlicht am:09.10.2026
4 Minuten Lesedauer
Migräne betrifft viele Beschäftigte und kann den Arbeitsalltag erheblich einschränken. Arbeitgeber haben viele Möglichkeiten, gezielt vorzubeugen, um Fehlzeiten zu verringern.

© AOK
Migräne ist die häufigste neurologische Erkrankung in Deutschland. Rund 18 Millionen Menschen sind betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer. Bei den meisten erreicht die Krankheit zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr ihren Höhepunkt – also genau in der Phase, in der viele beruflich besonders aktiv sind. Arbeitgeber tun gut daran, frühzeitig gemeinsam mit dem Team vorbeugende Strukturen zu schaffen.
Mehr als ein Kopfschmerz
Rund ein Viertel der Bevölkerung setzt Migräne mit gewöhnlichen Kopfschmerzen gleich und unterschätzt deshalb das Ausmaß der Krankheit. Migräne ist eine ernst zu nehmende Erkrankung mit teils schweren Symptomen, die von Person zu Person stark variieren. Manche werden ohne Vorwarnung von einer Attacke getroffen. Bei anderen kündigt sie sich Stunden vorher an, zum Beispiel durch Heißhunger oder plötzliche Müdigkeit.
Ist die Migräne erst einmal akut, kann sie bis zu drei Tage anhalten. Neben starken Kopfschmerzen leiden Betroffene häufig unter Licht- und Lärmempfindlichkeit, Erschöpfung, Übelkeit, Schwindel sowie Seh- oder Sprachstörungen. Arbeiten ist in dieser Phase oft nicht möglich, nicht zuletzt, weil bereits kleine Bewegungen die Beschwerden verstärken können.
Migräne mitdenken
Migräne existiert. Diese Erkenntnis hilft, sie im Arbeitsalltag mitzudenken. Es ist eine Binsenweisheit mit wahrem Hintergrund: Wer über Themen spricht, nimmt ihnen das Drohpotenzial. Alle können dazu beitragen, dass es im Unternehmen ein Klima des „Darüberredens“ gibt. So kann das ganze Team gemeinsam nach Lösungen suchen.

Auslöser erkennen und meiden
So individuell wie die Symptome sind auch die Auslöser. Einige lassen sich nicht beeinflussen: ein plötzlicher Wetterumschwung etwa. Andere können identifiziert und dann gezielt vermieden werden. Im Arbeitskontext zählen dazu schlechte Beleuchtung, flackernde Bildschirme, intensive Gerüche, unregelmäßige Pausen oder hohe Lärmbelastung.
Auch psychische Faktoren spielen eine zentrale Rolle: Dauerstress, hohe Arbeitsbelastung oder soziale Konflikte im Team können die Häufigkeit von Attacken erhöhen. Viele dieser Auslöser lassen sich durch eine präventiv gestaltete Arbeitsumgebung und klar abgesprochene Pausenstrukturen bereits vorab reduzieren.
Kleine Schrauben mit Wirkung
Manchmal reichen kleine Anpassungen: Bessere Beleuchtung, ein geeigneter Bildschirm oder ein ruhiger Arbeitsplatz können bereits spürbare Entlastung bringen. Auch Stressbewältigungstrainings oder kognitive Verhaltenstherapien unterstützen beim Umgang mit der Krankheit.
In akuten Phasen, die während der Arbeitszeit auftreten, können Arbeitgeber abgedunkelte, ruhige Rückzugsräume bereitstellen. Flexible Arbeitsmodelle ermöglichen es Betroffenen zudem, auf die Signale ihres Körpers zu hören und rechtzeitig Pausen einzulegen.
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