Nachhaltigkeit
Cool bleiben trotz Hitze
Veröffentlicht am:12.06.2026
5 Minuten Lesedauer
Weltweit steigende Temperaturen stellen Unternehmen auch in Deutschland vor neue Herausforderungen. Betriebe, die ihnen aktiv begegnen, können profitieren. Denn Klimaschutz ist Gesundheitsschutz.

© WC.GI via Getty Images
Temperatur beeinflusst alles
Die Sonne brennt auf der Baustelle, der Ventilator im Büro läuft auf Hochtouren: Heiße Sommertage mit mehr als 30 Grad Celsius könnten in Zukunft immer mehr zur Regel werden.
Doch bei hohen Temperaturen sind Menschen weniger leistungsfähig, die betriebliche Produktivität sinkt. Denn der Körper ist dem nur bedingt gewachsen. Flüssigkeitsverbrauch, Ernährung, Bewegungsradius, Schattenbedarf, Konzentrationsfähigkeit und Psyche: Die Temperatur beeinflusst alles. Zudem verhindern heiße Nächte die nötige Erholung.
Hitze als Risiko
Hitze und ihre Folgen können viele Auswirkungen haben. Von mehr Arbeitsunfällen bis hin zu höherer Konfliktneigung. Besonders empfindlich reagieren ältere Menschen, Schwangere und Beschäftigte mit Erkrankungen. Zusätzlich belastet ist, wer körperlich schwer – besonders im Freien – arbeitet oder isolierende Schutzbekleidung trägt. Sie verstärkt die Hitzebelastung, aber ohne sie wachsen die Unfallgefahr sowie das Risiko, Schadstoffen oder Krankheitserregern ausgesetzt zu sein.
Hinzu kommt: Luftverschmutzung belastet die Atemwege. Laut Versorgungs-Report „Klima und Gesundheit“ der AOK in Zusammenarbeit mit dem Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) steigen hitzebedingte Hospitalisierungen merklich. All das schadet Mitarbeitenden und Arbeitgebern.
GESUNDHEITSFAKTOR HITZE
33 % der Deutschen fühlen sich durch anhaltende sommerliche Hitze stark oder sehr stark beeinträchtigt.
84 % der Deutschen finden Umweltschutz wichtig oder sehr wichtig.
81 % der Deutschen unter 30 Jahren machen sich Sorgen wegen des Klimawandels.
Quelle: WIdOmonitor, 2025.
Mehr Flexibilität tut gut
Erreicht die Raumtemperatur 30 Grad oder mehr, müssen Unternehmen laut Arbeitsstättenverordnung Schutzmaßnahmen ergreifen. Empfohlen sind sie bereits ab 26 Grad. Um dem nachzukommen, können Unternehmen unter Berücksichtigung des Arbeitsschutzes ihre Arbeitsbedingungen bei Hitze lockern, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeiten.
Statt im Büro zu schwitzen, können Arbeitgeber Beschäftigten außerdem ermöglichen, bei Temperaturen über 30 Grad auf Wunsch ins Homeoffice zu wechseln. In der Produktion oder auf Baustellen helfen Früh- und Nachtschichten, die heiße Tageszeit zu umgehen. Zusätzliche Erholungs- und Schattenpausen sorgen für bessere Konzentration und Motivation, auch Flüssigkeitszufuhr ist wichtig.
Lockerere Dresscodes im Sommer, atmungsaktive Arbeitskleidung für Außeneinsätze oder UV-Schutzkleidung für Handwerk und Bau reduzieren die Belastung spürbar. Dabei helfen Sonnenschutzfolien an Fenstern, Jalousien oder Ventilatoren. Moderne Lüftungssysteme verbessern das Arbeitsklima zusätzlich – im wahrsten Sinne des Wortes.
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