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Der Gesundheit die Hand reichen

Veröffentlicht am:04.09.2026

4 Minuten Lesedauer

Kribbeln, Krämpfe, Kraftverlust: Menschen, die mit wiederkehrenden Handbewegungen arbeiten, sind häufig einer Vielzahl von Beschwerden ausgesetzt. Das können sie vermeiden.

Illustration: Frau arbeitet am Computer

© AOK

Produktion, Kasse, Handwerk

Der sogenannte Mausarm ist neben Schulter- oder Nackenschmerzen nur eine von vielen möglichen Erscheinungen, die unter das RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury Syndrome) fallen. Es umfasst funktionelle und strukturelle Belastungen oder Schäden an Muskeln, Sehnen, Sehnenscheiden, Nerven und Gelenken, die durch wiederholte, lang anhaltende oder einseitige Bewegungen entstehen. Betroffen sind vor allem Personen, die regelmäßig am Bildschirm arbeiten, aber auch Pflegekräfte und Beschäftigte in der Produktion, an der Kasse oder im Handwerk.

Infografik zu Ausfalltagen durch Muskel-Skelett-Erkrankungen: 19,5 Prozent aller krankheitsbedingten Fehltage entfielen 2023 darauf, 29,9 Prozent der Arbeitnehmer klagen nach Arbeitsbelastung über Schmerzen in Händen oder Unterarmen, betroffen sind vor allem Menschen zwischen 40 und 70 Jahren (Quellen: WIdO-Fehlzeiten-Report, 2024; AOK; BAuA, 2018)

Überlastung wichtiger Gelenke

Besonders häufig treten Karpaltunnelsyndrom, Sehnenscheidenentzündung oder der sogenannte Tennisellenbogen auf. Diese Erkrankungen entstehen nicht über Nacht. Sie sind das Ergebnis Tausender kleiner Bewegungen, die über Wochen, Monate oder Jahre vollzogen werden. Sie führen zu einer Überlastung der betroffenen Bereiche. Wenn diese nicht ausheilen, entzünden sich Sehnen und Nerven, die Beweglichkeit kann abnehmen, und es können Schmerzen selbst bei kleinster Belastung entstehen.

Doch neben der praktischen, mechanischen Belastung spielen auch äußere Faktoren eine Rolle: Monotone Tätigkeiten, hoher Zeitdruck und zu wenige Pausen begünstigen RSI. Führungskräfte und Beschäftigte können allerdings vorsorgen.

So können Arbeitgeber RSI entgegenwirken

Regelmäßige Pausen sind ohnehin wichtig. Zur Vorbeugung von RSI sind sie sogar essenziell. Führungskräfte können das unterstützen, indem sie kleine Bewegungs- oder Dehnpausen fest im Arbeitsalltag etablieren (zum Beispiel mit einer kurzen gemeinschaftlichen „Bildschirmpause“ nach Meetings). Auch eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung beugt vor: Ergonomische Mäuse, Mauspads und Tastaturen, erhöhte Bildschirme und höhenverstellbare Stühle und Tische wirken sich positiv auf die Gelenke aus, wenn sie im richtigen Winkel genutzt werden.

Hilfreiche Übungen

Ein paar alltagstaugliche Miniübungen können Teams und einzelne Beschäftigte zusätzlich ausprobieren, um den Bewegungsapparat weiter zu entlasten:

  • Hände und Arme mehrmals pro Stunde locker ausschütteln
  • eine Faust bilden, kurz halten, öffnen und Finger spreizen. Zehnmal wiederholen
  • Hände um das Handgelenk kreisen, abwechselnd mit offener und geschlossener Faust
  • Handflächen vor der Brust in Gebetshaltung zusammenpressen, zehn Sekunden halten, dann lösen

Diese kurzen Bewegungen fördern die Durchblutung, lockern die Muskulatur und können helfen, Beschwerden vorzubeugen.

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