Zum Hauptinhalt springen
AOK WortmarkeAOK Lebensbaum
Arbeitgebermagazin

Aktiver Betrieb

Früh übt sich

Veröffentlicht am:01.04.2026

5 Minuten Lesedauer

Nudging ist ein guter Weg, Beschäftigte zu gesünderem Verhalten zu motivieren. Gezielte Anstupser („Nudges“) können auch dabei helfen, Azubis nachhaltig für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) zu begeistern.

Azubis in einem Bewegungsraum

© AJ Watt via Getty Images

Subtile Stupser

Dass BGF ihrem persönlichen Wohlbefinden und dem allgemeinen Arbeitsklima guttun kann, sehen wohl viele Auszubildende so. Doch zwischen dem Interesse und der Teilnahme an Gesundheitsangeboten liegen manchmal Hindernisse.

Hier kann die Methode Nudging wirken. Der Begriff steht für subtile Stupser im übertragenen Sinn, die Entscheidungen beeinflussen können, ohne zu bevormunden. Im Fall von BGF können sie über den Anreiz hinaus außerdem sicherstellen, dass die gesündere Verhaltensvariante die naheliegendere ist. Zum Beispiel, indem in der Kantine gesunde Mahlzeiten sichtbar hervorgehoben und preislich attraktiver gestaltet werden.

Impulse in gesunden Bahnen

20 %
unserer Entscheidungen treffen wir rational, 80 % folgen einem emotionalen oder spontanen Impuls.

80 %
der AOK-Versicherten Azubis schätzen BGF-Maßnahmen als wertvoll ein.

Quellen: AOK, WIdO-Monitor 2/2019.

Intuition ansprechen

Nudging beruht auf der Erkenntnis, dass ein großer Teil des menschlichen Verhaltens auf Intuitionen beruht. Menschen können unbewusstes Verhalten nur begrenzt steuern und sind anfällig für Anreize zu ungesundem Verhalten, so beschreiben es unter anderem wissenschaftlich Tätige der Universitäten München, Hamburg und Bochum 2022 in einer Studie mit an Diabetes Erkrankten.

Ihr Fazit: Mit Nudges lassen sich Personen zu Verhaltensänderungen anregen, ohne dass sie sich genötigt fühlen. Und genau darauf kommt es gerade bei jungen Menschen an. In ihrer aktuellen Lebensphase wollen sie sich in der Regel von den Eltern emanzipieren und selbst über ihre Lebensweise entscheiden.

Nudging-Tipp

Über Wunschthemen abstimmen lassen und einen sanften Anstupser einbauen à la „Wenn du bis zur Deadline mitmachst, hat dein Thema gute Chancen“.

Interessen abfragen

Was gefällt Azubis in puncto Gesundheitsförderung und wie spricht man sie gezielt an? Die Antworten darauf geben sie am besten selbst, zum Beispiel in betriebsinternen Umfragen.

Idealerweise über digitale Kanäle können Arbeitgeber kurze, knackige Fragen stellen und dabei direkt Nudges einsetzen, indem die Teilnahme an der Umfrage zum Beispiel mit einer kleinen Aufmerksamkeit belohnt wird.

BGF, die Azubis anspricht

Es gibt jede Menge BGF-Maßnahmen aus den Bereichen Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung, die Azubis ansprechen:

  • Zuschüsse zu Gesundheitskursen – in Präsenz, online oder als Apps, am besten mit Erinnerungsfunktion oder Bewertungsmöglichkeit und einer kleinen Belohnung für die Teilnahme
  • Schrittzähler, verbunden mit teamüber-greifenden Challenges
  • Fahrradleasing oder Fahrradparkplätze
  • Außerdem lassen sich Bewegungsanreize wie Besprechungen im Gehen (Walk & Talk) in den Alltag einbauen, ein Fläschchen Sonnenschutz pro Nase inklusive
  • Auch Mitbestimmung beim Kantinenangebot oder gemeinsame Kochevents zum Beispiel zu Themen wie Mittelmeerküche, fleisch-los kochen oder zuckerfreie Snacks sind denkbar
  • Nicht zuletzt nehmen Suchterkrankungen wie Online-Verhaltenssüchte unter den „Digital Natives“ zu, für die Arbeitgeber externe Präventionsangebote einholen und vertraulich thematisieren können

Nachhaltige Effekte erzielen

Die Umsetzung der Ideen lohnt sich. Denn neben den positiven Effekten auf die Azubi-Gesundheit kann strukturierte BGF bei Berufsstartenden das Wirgefühl im Team und die Bindung ans Unternehmen nachhaltig stärken.

Es kann die Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen, das Interesse von Bewerbenden wecken und frisch qualifizierte Fach-kräfte nach abgeschlossener Ausbildung im Betrieb halten. Sie merken dann: Mein Arbeitgeber interessiert sich für mich.

Passende Artikel zum Thema

Positive Erfahrungen verbreiten

Außerdem ist die kommunikative Reichweite junger Leute als Multiplikatoren nicht zu unterschätzen: Sie pflegen oft nicht nur viele persönliche Kontakte, sondern verbreiten positive Erfahrungen auch schnell in sozialen Medien oder auf Job-Plattformen.

Je früher Azubis in die BGF eingebunden werden, desto größer sind die Effekte – fürs langfristige Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und Produktivität und damit die generelle Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

So unterstützt die AOK Baden-Württemberg

Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?