Aktiver Betrieb
Ein gesunder Einstieg
Veröffentlicht am:09.06.2026
7 Minuten Lesedauer
Der Berufseinstieg ist eine aufregende Lebensphase, in der viele Weichen für Gesundheit, Engagement und Motivation gestellt werden. Betriebliche Gesundheitsförderung unterstützt Auszubildende und junge Beschäftigte dabei.

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Zentrale Rolle von BGF
Der Start ins Berufsleben ist nicht nur der Beginn der Karriere, sondern auch ein wichtiger Moment für die eigene Gesundheit. Denn bereits hier wird ein persönlicher Grundstein für die Haltung der jungen Beschäftigten gelegt.
Eine Investition der Betriebe in Fachkenntnis und gesundes Arbeitsleben der jungen Menschen zahlt sich langfristig aus: Motivierte Mitarbeitende, funktionierende Teams und eine gute Unternehmenskultur machen den Betrieb zukunftsfähig.
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) kann eine zentrale Rolle dabei spielen, auf Wünsche und Herausforderungen beim Berufsstart einzugehen, und dazu beitragen, dass sich ungesunde Gewohnheiten gar nicht erst einschleichen.
Eine Ausbildung oder Einarbeitung von Berufsstartenden, die individuelle Bedürfnisse berücksichtigt, kann jungen Menschen zum Beispiel helfen, das theoretische Wissen aus Schule und Studium in den praktischen Arbeitsabläufen umzusetzen.
Ansprechpersonen haben
Mentorinnen und Mentoren im Betrieb, beispielsweise Azubis im dritten Lehrjahr oder erfahrene Kolleginnen und Kollegen, leisten beim Onboarding und bei der Integration der Neuen wichtige Dienste und machen sie auf Gesundheitsangebote im Betrieb aufmerksam. Sie sind Ansprechpersonen, stehen mit den Führungskräften in Kontakt, unterstützen in jeder Lage und sorgen durch persönlichen Dialog für das Gelingen.
Azubis schätzen BGF
Die Anforderungen der Arbeit können sich auch körperlich und psychisch bemerkbar machen. In einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) berichten 63,7 Prozent der AOK-versicherten Auszubildenden von körperlichen Belastungen. 52,3 Prozent geben mentale Beschwerden im Zusammenhang mit der Arbeit an. Zudem ist die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen unter 30 in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Wohl auch deshalb sind Themen wie eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Freizeit gerade für die junge Generation längst entscheidende Kriterien bei der Berufswahl. So schätzen ganze 80 Prozent der bei der AOK versicherten Azubis Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung als wertvoll ein. Je konkreter, desto besser.

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Individuelle Lösungen

Welches Angebot im Einzelfall sinnvoll ist, stellen die BGF-Fachleute der AOK in fundierten Bestandsaufnahmen in den Betrieben fest. „Wir betrachten unter anderem, welche Erkrankungen im Unternehmen häufig auftreten und welche gesundheitlichen Themen intern bereits diskutiert werden“, beschreibt Paulin Fiedler, Projektkoordinatorin für Betriebliche Gesundheitsförderung bei der AOK, den Prozess.
Dabei werden Mitarbeitende und Führungskräfte so früh wie möglich etwa in Befragungen um ihre Einschätzung gebeten und in die Planung von BGF-Maßnahmen eingebunden. „Denn nur wenn die Beschäftigten merken, dass ihre Meinung ernst genommen wird, entsteht echte Beteiligung, die den Grundstein für eine gelungene BGF-Strategie bildet.“ Das stärkt ihre Motivation.
Unterstützung vor Ort und digital
Die regionalen Ansprechpersonen der AOK für BGF begleiten Unternehmen aller Branchen bei der Planung, Durchführung und Auswertung solcher Angebote. Dabei setzt die AOK bevorzugt auf interaktive Formate mit hohem Praxisbezug wie Workshops zu gesundem Schlaf oder gesunder Ernährung.
„Wichtig ist uns, dass die Teilnehmenden sich als Fachleute für ihren Arbeitsplatz aktiv einbringen können und umsetzbare Lösungsansätze finden“, erklärt Fiedler. Wertvoll sei der Austausch innerhalb der eigenen Altersgruppe. Die Ergebnisse des Austauschs können dann weitergetragen werden, zum Beispiel in einen Steuerkreis. Dieser bildet meist die Basis für BGF und besteht je nach Unternehmensstruktur etwa aus Geschäftsführung, Mitarbeitendenvertretungen und Interessierten.
Betriebe, die Auszubildende und junge Mitarbeitende einbinden, können diese Altersgruppe zielgenau begleiten. Denn der Steuerkreis durchzieht die gesamte Zusammenarbeit und steuert alle Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. „Der Steuerkreis hilft als regelmäßiges Gremium, das Thema BGF voranzubringen und den Erfolg sowie weitere Bedarfe etwa durch Befragungen zu analysieren“, so Fiedler.
Suchtprävention für Azubis
Neben Alkohol, Tabak und Cannabis können auch digitale Abhängigkeiten relevant werden, zum Beispiel Social Media, Online-Glücksspiel oder Gaming.
„Gerade hier profitieren die Teilnehmenden von Präventionsmaßnahmen davon, das eigene Verhalten zu reflektieren und miteinander ins Gespräch zu kommen“, betont Fiedler.
Dieser Austausch ist der erste Schritt, um Verhaltensweisen zu hinterfragen und Veränderungen anzustoßen. Daran können in einem zweiten Schritt konkrete BGF-Angebote anknüpfen. Sie unterstützen Beschäftigte gezielt dabei, gesundes Verhalten im Alltag zu festigen, und helfen Unternehmen, Prävention dauerhaft im Betrieb zu verankern.
Diese Maßnahmen sind elementar, denn andauernder Stress kann krank machen. Mit gutem Zeitmanagement können Beschäftigte dem teilweise vorbeugen. Auch hier kann die AOK gezielt unterstützen. Sprechen Sie uns gerne an.
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Zusammen gesund
Wenn es trotzdem mal zu ungesundem Stress kommt: Erholung und ausreichend Schlaf bauen Stressbelastung ab. Gerade regenerierende Pausen können Berufsstartenden von den Vorgesetzten vorgelebt und gut vermittelt werden: Sie sind wichtig, um gesund und fit zu bleiben.
Von einem gesundheitsförderlichen Arbeitsplatz profitieren Beschäftigte und Arbeitgeber. Sie können die Nutzung eines ergonomischen Arbeitsplatzes und konkrete Bewegungsangebote fördern: Bewegte Pausen sowie Informationen und Workshops zum Thema bewegte Arbeitswelt helfen dabei, gesunde Routinen zu etablieren, die dauerhaft für mehr Bewegung aller Beteiligten bei der Arbeit sorgen.

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Gesund führen
Das soziale Miteinander spielt eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden der Belegschaft. Eine wichtige Grundlage dafür ist gesundheitsorientierte Führung. „Führungskräfte unterschätzen häufig ihre Vorbildfunktion“, sagt Fiedler. „Dabei lässt sich das Wohlbefinden der Mitarbeitenden durch wertschätzendes Verhalten nachweislich verbessern.“ Regelmäßige Feedbackformate schaffen zudem Raum für den offenen Austausch über Belastungen und Bedürfnisse.
Ein besonders attraktiver Zugang für die Arbeit mit Berufseinsteigenden ist die positive Führung, die vor allem die Stärken und Ressourcen in den Blick nimmt: So werden das soziale Miteinander und positive Erlebnisse gefördert, die Stärken der Einzelnen hervorgehoben und Erfolge und Sinn in der Tätigkeit betont. Das Modul „Positiv führen“ im AOK-Online-Programm „Gesund führen“ gibt Führungskräften wertvolle Hinweise für die Arbeit mit dieser Zielgruppe.
Gesundheitsförderung wirkt
Wenn die Umsetzung von BGF gelingt, profitieren alle: Die Beschäftigten entwickeln ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein, das Betriebsklima kann sich verbessern und der Krankenstand sinkt mitunter deutlich. Darüber hinaus stärkt ein passgenaues Angebot auch die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber.
BGF-Maßnahmen sind eine langfristige Investition mit einer wichtigen Voraussetzung: „Nachhaltige Ergebnisse erfordern eine systematische Kombination aus Verhältnisprävention und der Stärkung gesundheitsbewussten Verhaltens“, rät Fiedler. Wichtig ist daher, dass Unternehmen das Thema nicht nur punktuell aufgreifen, sondern langfristig begleiten.
Ausbildung und SV
In der Sozialversicherung gelten besondere Regeln bei der Beschäftigung von Auszubildenden.Stress im Griff
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