#Corona am 03.07.2020

Saisonkalender für Obst und Gemüse – kurz erklärt

Es geht doch nichts über süße Erdbeeren oder knackfrische Äpfel – doch zu welcher Jahreszeit sind heimisches Obst und Gemüses eigentlich am leckersten? Wann welche Früchte geerntet werden, verraten wir dir in unserem kleinen Saisonkalender.

Etwa 30 Obst- und Gemüsesorten bauen Landwirte in Deutschland an, wie der Deutsche Bauerverband mitteilt. Heimisches Obst deckt etwa 22 Prozent unseres Obstverzehrs in Deutschland – der Rest kommt aus aller Welt.

Ein paar heimische Obst- und Gemüsesorten haben wir für dich herausgesucht und erklären, wann für sie Saison ist und welche Besonderheiten sie haben.

Saisonales Obst und Gemüse ist klimafreundlich

Wenn du Obst und Gemüse so kaufst, wie sie bei uns Saison haben, leistest du einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Warum? Weil saisonale (und regionale) Lebensmittel wenig Energie kosten und der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) niedrig ist. Die Gründe liegen auf der Hand:

  • Die Transportwege von der Anbaufläche zum Endverbraucher sind kurz. Denn saisonale Lebensmittel müssen nicht in Flugzeugen oder Schiffen zu uns gebracht werden. Beispiel Spargel: Das Gemüse wird außerhalb der Saison aus Peru, Griechenland und Spanien nach Deutschland transportiert. Im Frühjahr hat es der Spargel dagegen nicht weit und wird bei uns in Baden-Württemberg geerntet.
  • Kühlung: Wenn die Wege kurz sind, kann die Ware schnell verkauft werden. Das bedeutet, dass Äpfel oder Erdbeeren nicht lange gekühlt werden müssen, bis sie bei dir auf dem Tisch landen.

Zwei weitere Vorteile hat heimisches Obst und Gemüse:

  • Einfach leckerer: Du hast vielleicht schon mal Erdbeeren im Winter gegessen – und dich direkt nach dem sommerlichen und süßlichen Geschmack gesehnt. Kein Wunder, denn Erdbeeren haben bei uns im Sommer Saison und schmecken direkt vom Feld einfach am besten.
  • Unschlagbare Frische: Weil die Transportwege kurz sind, ist saisonales Obst und Gemüse frischer als importierte Ware. Außerdem sagt man ihnen nach, einen höheren Nährstoffgehalt zu haben als eingeflogene Waren.

5 Fakten über Obst und Gemüse aus Baden-Württemberg

Unser Ländle kann sich landwirtschaftlich sehen lassen, denn hier werden viele heimische Obst- und Gemüsesorten angebaut. Fünf interessante Fakten für Baden-Württemberg:

Mit mehr als 18.300 Hektar Obstanbaufläche zählt Baden-Württemberg zu den führenden Obstanbauländern bundesweit. Die Fläche entspricht mehr als 25.630 Fußballfeldern.

Äpfel sind beim Obstanbau an der Spitze. Danach folgen Süßkirschen, Zwetschgen und Birnen.

Der Star unter den Äpfeln ist die Sorte Elstar, gefolgt von Jonagold, Gala und Braeburn.

Die meisten Johannisbeeren kommen aus dem Ländle – hier belegt Baden-Württemberg Platz eins in Deutschland.

Spargel steht auf Platz eins der Gemüsesorten, die am meisten angebaut werden: Auf etwa einem Drittel der Gemüsefelder wächst weißer und grüner Spargel. Wichtige Anbauregionen sind Freiburg im Breisgau und Nordbaden.

Saisonkalender für Obst und Gemüse – kurz und knackig

Die Erntezeit kann sich von Jahr zu Jahr leicht unterscheiden. Denn sie ist vor allem vom Klima abhängig. Die Spargelzeit ging 2020 zum Beispiel zwei Wochen früher los. Der Saisonkalender gibt dir eine grobe Übersicht, in welcher Jahreszeit die einzelnen Obst- und Gemüsesorten zur Verfügung stehen. Ganz genau erfährst du es, wenn du auf den Wochenmarkt oder in den Supermarkt einkaufen gehst und bewusst auf die Herkunft des Lebensmittels achtest.

Wir stellen dir jeweils drei Obst- und Gemüsesorten in unserem Saisonkalender vor. Mit „Saison“ ist eine bestimmte Zeit im Jahr gemeint, in der in Baden-Württemberg und bundesweit bestimmte Obst- und Gemüsesorten geerntet werden. Sie sind dann in großen Mengen verfügbar und kommen oftmals aus der Umgebung.

 

Obst:

Äpfel

Äpfel sind die bedeutendste Obstart in Deutschland. Knapp drei Viertel der Äpfel wandern direkt als Tafelobst in den Supermarkt. Die übrigen Früchte werden zu verschiedenen Produkten wie Apfelmus und Apfelsaft verarbeitet. Pro Kopf verzehren wir im Jahr etwa 20 Kilogramm Äpfel.

  • Saison: Januar bis April und September bis November

Schon gewusst?

Die meisten Nährstoffe stecken in und unter der Schale. Deshalb am besten den Apfel waschen und mit Schale genießen!

Mehr Infos zur Apfelzeit findest du beim Bundeszentrum für Ernährung und bei der Bundesinitiative „In Form“.

Pflaume

Pflaume ist nicht gleich Pflaume. Zu dieser Obstart zählen zum Beispiel Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden. Pflaumen sind nachreifende Früchte, daher kannst du sie für einen vollen Geschmack gerne auch noch ein paar Tage bei Raumtemperatur liegen lassen. Reife Pflaumen erkennst du, wenn die Früchte gut ausgefärbt und weich sind.

  • Saison: Juli bis September

Schon gewusst? 

Pflaumen haben eine abführende Wirkung und können vor allem in getrockneter Form bei Verstopfung helfen.

Mehr Infos zur Pflaumenzeit kannst du bei der Bundesinitiative „In Form“.

Himbeeren

Himbeeren reifen nicht nach und können direkt nach dem Pflücken verzehrt werden. Du kannst sie als ganze Frucht genießen oder in Torten, Grütze oder Marmelade verarbeiten. Ebenso lassen sich die Beeren gut einfrieren. Perfekt, wenn du mal Himbeeren für Desserts oder Smoothies brauchst.

  • Saison: Juni bis September

Schon gewusst?

Himbeeren sind reich an den Mineralstoffen Calcium, Magnesium, Eisen sowie den Vitaminen B und C.

Mehr Infos zu Himbeeren findest du bei der Bundesinitiative „In Form“.

Kartoffeln und Gemüse:

Kartoffeln

Kartoffeln sind Gemüse? Falsch gedacht – streng genommen zählen sie aus botanischer Sicht zu den Nachtschattengewächsen, ebenso wie Tomaten, Auberginen und Paprika. Manche zählen Kartoffeln auch zu Nudeln und Reis, weil sie einen hohen Stärkeanteil aufweisen.

Kartoffeln solltest du immer schälen, raten Experten. Denn in und unterhalb der Kartoffelschale befinden sich giftige Inhaltsstoffe namens Glykoalkaloide, zu dem das sogenannte Solanin zählt.

Durch das Schälen verringert sich der Solanin-Gehalt um bis zu 90 Prozent. In Maßen kannst du ab und zu Kartoffeln mit Schale essen. Vorausgesetzt, sie haben keine Druckstellen oder Verletzungen.

Nicht mehr essen solltest du Kartoffeln, wenn sie beschädigt und grün sind oder anfangen zu keimen – dann nützt auch das Schälen nichts mehr, weil ihr Solanin-Gehalt zu hoch ist. Wer zu viel Glykoalkaloide zu sich nimmt, kann Magen-Darm-Beschwerden, Halskratzen und im schlimmsten Fall Störungen im zentralen Nervensystem bekommen.

Solanin-Gehalte schneiden je nach Saison, Herkunft und Lagerung unterschiedlich ab. So haben Herbstkartoffeln geringere Gehalte als Frühkartoffeln, Deutsche Kartoffel geringere als importierte Ware. Wenn Kartoffeln nur vereinzelt grüne Stellen haben, kannst du diese großzügig abschneiden.

Auch wenn Hitze den giftigen Glykoalkaloide nichts anhaben können, gehen die Stoffe teilweise beim Kochen ins Kochwasser über.

  • Saison: das ganze Jahr über

Schon gewusst?

Kartoffeln sollten in der gesunden Ernährung nicht fehlen. Sie enthalten neben den Vitaminen B und C auch Kalium und zahlreiche weitere gesunde Pflanzenstoffe.

Mehr Infos zu Kartoffeln erhältst du bei der Bundesinitiative „In Form“.

Brokkoli

Brokkoli ist frisch, wenn er eine kräftige Färbung und fest geschlossene Blüten hat. Der Kopf sollte sich kompakt anfühlen. Gelbgrüne Röschen weisen wahrscheinlich auf eine falsche beziehungsweise zu lange Lagerung hin und haben bereits einen Großteil der Nährstoffe verloren.

Du solltest den Brokkoli nach dem Kauf sofort essen. Er kann aber auch für ein bis zwei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden.

  • Saison: Juni bis Oktober

Schon gewusst?

Brokkoli enthält reichlich Calcium, das unter anderem für Knochen, Zähne und die Blutgerinnung wichtig ist. Besonders in dunkelgrünem Gemüse ist dieser Nährstoff zu finden.

Mehr Infos zu Brokkoli findest du beim Bundeszentrum für Ernährung und bei der Bundesinitiative „In Form“.

Tomaten

Sie sind mit Abstand das beliebteste Gemüse in Deutschland und machen rund ein Viertel des gesamten Gemüseverbrauches aus. Tomaten gehören zum nachreifenden Gemüse und sollten eine glatte Oberfläche ohne Verletzungen haben.

Viele Tomatenliebhaber packen die Tomaten in den Kühlschrank für eine längere Haltbarkeit. Am besten für die Früchte ist jedoch Raumtemperatur, besonders dann, wenn sie noch nachreifen müssen. Neben einem Apfel können Tomaten übrigens schneller nachreifen.

  • Saison: Mai bis September

Schon gewusst?

Tomaten haben einen hohen Gehalt an Vitamin C und stärken somit dein Immunsystem. Außerdem liefert die rote Frucht viele Mineralstoffe, zum Beispiel Kalium.

Mehr Infos zu Tomaten findest du beim Bundeszentrum für Ernährung und bei der Bundesinitiative "In Form".

Saisonkalender für das ganze Jahr

Wann die Saison für andere Obst- und Gemüsesorten los geht, erfährst du im Kalender des Bundeszentrums für Ernährung.

Lebensmittel richtig aufbewahren

Gehören Gurken besser in den Kühlschrank und die Kartoffeln in die Speisekammer? Die richtige Lagerung ist wichtig, damit sich Obst und Gemüse möglichst lange halten und nicht so schnell verderben.

Tipps zur richtigen Aufbewahrung haben wir hier für dich.

Welche Früchte reifen nach?

Wann solltest du dein gekauftes Obst und Gemüse essen? Sofort oder lieber warten? Hier geben wir dir eine Übersicht, welche heimischen und exotischen Früchte nachreifen und welche nicht:

Nachreifendes Obst und Gemüse: Nicht nachreifendes Obst und Gemüse
Apfel Ananas
Aprikose Aubergine
Avocado Brombeere
Banane Clementine
Birne Erdbeere
Feige Gemüsepaprika
Guave Granatapfel
Heidelbeere Grapefruit
Kiwi Gurke
Mango Himbeere
Nektarine Kirsche
Papaya Limette
Passionsfrucht Litschi
Pfirsiche Mandarine
Pflaume Orange
Tomate Tafeltraube
  Zitrone

Wo kaufst du dein Obst und Gemüse: Im Supermarkt oder auf dem Biohof?

5 Personen haben abgestimmt
Experten-Antworten erhalten und mitdiskutieren

Melde dich jetzt an für Kommentare, Diskussionen und kompetente Antworten auf deine Fragen.

War nichts dabei?

Einfach nochmal die Suche verwenden.
oder
Frage stellen