Zum Hauptinhalt springen
AOK WortmarkeAOK Lebensbaum
Arbeitgebermagazin

Gesundes Arbeiten

Gesund arbeiten mit KI

Veröffentlicht am:04.09.2026

7 Minuten Lesedauer

Künstliche Intelligenz kann Arbeit erleichtern und die Gesundheit in der Belegschaft fördern, wenn sie klug eingeführt wird. Der Fehlzeiten-Report 2025 zeigt, wie Unternehmen die Technologie verantwortungsvoll in ihre Arbeitsprozesse integrieren.

Mitarbeiterin vor Computer

© Me 3645 Studio via Getty Images

Tendenz steigend

Ob in der Pflege, der Industrie oder im Service-Sektor: Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in nahezu alle Bereiche der Arbeitswelt. Sie unterstützt bei Routineaufgaben, hilft bei der Planung oder übernimmt ganze Prozessschritte. Laut Fehlzeiten-Report 2025 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ist die Technologie bereits an mehr als 40 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland im Einsatz, Tendenz steigend.

Neue Freiheiten

Das EU-Parlament definiert künstliche Intelligenz als „die Fähigkeit einer Maschine, menschliche Kompetenzen wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität zu imitieren“. Fest steht: Der zunehmende Einsatz von KI hat auch Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Beschäftigten.

„Ob dieser Effekt insgesamt positiv oder negativ ist, hängt nicht zuletzt davon ab, wie Unternehmen künstliche Intelligenz in ihre Arbeitsprozesse integrieren“, sagt Dr. Thomas Lennefer, AOK-Experte für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Mitautor des Fehlzeiten-Reports 2025.

„Nur wenn Mitarbeitende ein­bezogen werden, kann die Techno­logie gesundheits­förderlich wirken.“

Dr. Thomas  Lennefer Referent für BGF beim AOK-Bundesverband

Dr. Thomas Lennefer
Referent für BGF beim AOK-Bundesverband

© privat

Technologie mit Potenzial

Wo die Technologie monotone oder zeitintensive Routinearbeit übernimmt, entsteht neuer Raum für kreative und sinnerfüllte Arbeit. Zudem kann KI künftig mit intelligenter Schichtplanung oder ergonomischen Analysen dabei helfen, Stress und körperliche Belastung zu reduzieren. So hat die Technologie das Potenzial, Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Balance zwischen Beruf und Privatleben zu fördern.

Gesundheitsförderung mit digitalen Helfern

Zunehmend entstehen außerdem Anwendungen, die unmittelbar in der Betrieblichen Gesundheitsförderung eingesetzt werden können. Dr. Rahild Neuburger von der Ludwig-Maximilians-Universität München sieht eine Zukunft, in der KI hilft, Anzeichen von Überlastung frühzeitig zu erkennen oder individuelle Gesundheitspläne zu erstellen. Auch KI-gestützte Schulungsprogramme zu Themen wie Resilienz, Stressbewältigung oder Achtsamkeit sind laut der Mitautorin des aktuellen Fehlzeiten-Reports denkbar.

Großes Potenzial bergen außerdem Chatbots, die psychologische Unterstützung anbieten oder an Pausen und Bewegung erinnern. Lennefer betont aber auch: „Ein Chatbot ersetzt keine Fachperson oder gar eine Therapie.“

Wenn KI zur Belastung wird

Dieses Beispiel zeigt: Wo es Chancen gibt, lauern meist auch Risiken. KI kann zum Stressfaktor werden, digitale Erschöpfung und das Gefühl permanenter Überwachung sind mögliche Folgen. „Wenn Systeme Aufgaben nur noch vorgeben, entfällt ein wichtiger Schutzfaktor: der eigene Handlungsspielraum“, warnt Lennefer. „Und wenn Tätigkeiten wegfallen, die Menschen als sinnerfüllt erleben, kann das die Motivation und die Gesundheit beeinträchtigen.“ Auch der Wegfall von Routineaufgaben durch KI kann Beschäftigten Angst machen.

Um solche Effekte zu vermeiden, kommt es darauf an, wie ein Unternehmen künstliche Intelligenz einführt. Zum Beispiel kann KI nicht als reines IT-Projekt verstanden werden, sondern als umfassender Veränderungsprozess. „Nur wenn Mitarbeitende einbezogen werden, kann die Technologie gesundheits-förderlich wirken“, betont Lennefer. Entscheidend sei, die Mitarbeitenden in den wichtigen Prozessschritten mit einzubinden, damit mögliche Ängste und Sorgen geäußert und abgebaut werden können.

KI im geschützten Rahmen

Gruppe von Mitarbeitenden bei einer aktiven Bewegungspause im Büro.
Zeit für eine Pause. KI kann mit Ideen für Bewegung unterstützen.

Gerade Führungskräfte profitieren davon, sich mit den Funktionsweisen der KI auseinanderzusetzen. „Nur so können sie die Technik auf konkrete Anwendungsfälle herunterbrechen und ihre Teams mitnehmen“, sagt Lennefer. Trainings oder Praxislabore, in denen Mitarbeitende KI im geschützten Rahmen ausprobieren, können zusätzlich helfen, Vertrauen, Akzeptanz und Kompetenzen aufzubauen. 

Damit dies gelingen kann, braucht es in Unternehmen klare Rahmenbedingungen: Datenschutz und Transparenz sind entscheidend, damit KI ihr Potenzial entfalten kann, ohne gleichzeitig dem Unternehmen oder den Menschen darin zu schaden. Nicht nur deshalb ist der Bedarf an Weiterbildungen zum Thema groß: Laut einer Umfrage im Fehlzeiten-Report hat bislang weniger als die Hälfte der Beschäftigten, die bereits mit KI arbeiten, an einer Schulung dazu teilgenommen.

Unternehmen profitieren dreifach

Die technologische Entwicklung ist rasant“, fasst Lennefer zusammen. „Regulierung und Wissenschaft sind oft langsamer. Umso wichtiger ist es, die Perspektive Gesundheit von Anfang an einzubeziehen.“

Und es lohnt sich. Denn Unternehmen, die KI gesundheitsförderlich gestalten, profitieren dreifach: Sie reduzieren Belastungen, machen Arbeitsabläufe effizienter und steigern gleichzeitig ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Wie das im Detail aussehen kann, zeigt der Fehlzeiten-Report 2025 „KI und Gesundheit“ mit aktuellen Studien, Beispielen aus Unternehmen und Empfehlungen für eine gesunde Einführung künstlicher Intelligenz in die Arbeitswelt.

SEMINARVIDEO

„KI und Arbeit“

In rund 75 Minuten gibt das Video des Online-Seminars „KI und Arbeit“ Antworten auf die Frage, wie künstliche Intelligenz gesundheitsförderlich und menschenzentriert eingebunden werden kann.

aok.de/fk/ki-und-arbeit

Passende Artikel zum Thema

So unterstützt die AOK Baden-Württemberg

Noch nicht das Richtige gefunden?