Psychische Gesundheit
Eine Aufgabe für alle
Veröffentlicht am:04.09.2026
4 Minuten Lesedauer
Über 10.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr durch Suizid, noch mehr kämpfen mit suizidalen Gedanken. Irgendwann werden deshalb viele Arbeitgeber damit konfrontiert. Sie können sich darauf vorbereiten und so einen passenden Umgang mit einem sehr sensiblen Thema finden.

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Am häufigsten Männer
Die Gründe für Suizidgedanken sind vielfältig. Private Krisen wie Trennung oder finanzielle Sorgen können eine Rolle spielen. Häufigste Auslöser sind jedoch psychische Erkrankungen wie eine Depression. Mehr Menschen sterben in Deutschland durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten, illegale Drogen und Aids zusammen. Mehr als 70 Prozent sind Männer.
Offene Kommunikation und gesunde Arbeitskultur
Eine gesunde Arbeitskultur kann positiven Einfluss auf das seelische Wohlbefinden der Betroffenen haben. Damit tragen Arbeitgeber und Führungskräfte eine sehr große Verantwortung, die nicht im Arbeitsvertrag steht. Unternehmen, in denen Beschäftigte über Schwierigkeiten sprechen können, ohne Nachteile befürchten zu müssen, sind hier gut aufgestellt. Auch das Gefühl, sinnvolle Tätigkeiten zu verrichten, und soziale Bindungen im Betrieb geben Menschen in schwierigen Phasen Halt.
Schulen und sensibilisieren
Neben organisatorischen Maßnahmen sind Schulungen in der Verhaltensprävention für Führungskräfte sinnvoll. Sie vermitteln ihnen, wie sie Belastungen bewältigen und Warnsignale depressiver Episoden wie Antriebslosigkeit oder Reizbarkeit frühzeitig erkennen. Aber auch Suizide können sich manchmal ankündigen. Wenn Mitarbeitende große Hoffnungslosigkeit äußern oder sogar vermehrt von Suizid sprechen, können das Anzeichen für eine ernsthafte Krise sein.
Halt geben
Entschiedenes, zielgerichtetes Vorgehen zählt nicht zuletzt in akuten Situationen. Besteht konkrete Suizidgefahr, müssen umgehend Feuerwehr oder Polizei informiert werden. Über die Notrufnummern kann auch die Notfallseelsorge angefordert werden. Die wichtigste Regel: die betroffene Person niemals allein lassen.
Wer schon im Vorfeld für diese Regel sensibilisiert und Gefährdeten durch ein stabiles Teamgefüge und offene Kommunikation Halt gibt, kann im besten Fall Notsituationen vorbeugen. So kann eine unterstützende Arbeitsatmosphäre Mitarbeitende mit und ohne psychische Vorerkrankungen stärken sowie im Ernstfall Leben retten.
HILFE IN AKUTEN KRISEN
Falls Sie selbst Hilfe im Umgang mit psychischen Krisen benötigen oder Sie das Gefühl haben, jemand in Ihrem Umfeld sei gefährdet, ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 1110111.
Auch der ärztliche Notdienst unter 116 117 und die Website suizidprophylaxe.de können akut weiterhelfen.
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