Unternehmenskultur
Fragen verstehen, gesünder arbeiten
Veröffentlicht am:08.10.2026
5 Minuten Lesedauer
Wer die Gesundheit im Unternehmen verbessern will, sollte wissen, was die Beschäftigten bewegt. Eine Mitarbeitendenbefragung kann dafür eine wichtige Grundlage liefern. Ein AOK-Experte erklärt, wie solch eine Befragung abläuft.

© AJ Watt via Getty Images
Gesundheit überblicken
In vielen Branchen stehen Unternehmen derzeit unter Druck. Die Gesundheit der Beschäftigten kann dabei schnell in den Hintergrund rücken. Dabei spielt sie immer eine wichtige Rolle, ganz besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
„Gesunde Mitarbeitende tragen dazu bei, dass Betriebe belastbar bleiben und Krisen besser bewältigen“, erklärt Dr. Thomas Lennefer von der Abteilung Prävention bei der AOK. „Umgekehrt ist ein starkes Stressempfinden im Team ein wichtiges Warnsignal dafür, dass zum Beispiel Abläufe nicht optimal funktionieren.“
Eine Mitarbeitendenbefragung verschafft Führungskräften einen Überblick über die Situation im Unternehmen weit über Gesundheitsfragen hinaus.
Gesundheit überblicken

In vielen Branchen stehen Unternehmen derzeit unter Druck. Die Gesundheit der Beschäftigten kann dabei schnell in den Hintergrund rücken. Dabei spielt sie immer eine wichtige Rolle, ganz besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
„Gesunde Mitarbeitende tragen dazu bei, dass Betriebe belastbar bleiben und Krisen besser bewältigen“, erklärt Dr. Thomas Lennefer von der Abteilung Prävention bei der AOK. „Umgekehrt ist ein starkes Stressempfinden im Team ein wichtiges Warnsignal dafür, dass zum Beispiel Abläufe nicht optimal funktionieren.“
Eine Mitarbeitendenbefragung verschafft Führungskräften einen Überblick über die Situation im Unternehmen weit über Gesundheitsfragen hinaus.
Zeit, nachzufragen
Wenn Arbeitgeber regelmäßig alle zwei bis drei Jahre eine Mitarbeitendenbefragung durchführen, können sie Entwicklungen nachvollziehen. Das gilt auch, wenn sich Belegschaften und Arbeitsweisen im Laufe der Zeit verändern. Besonders sinnvoll sind Befragungen außerdem, wenn Veränderungen im Unternehmen anstehen, etwa durch die Einführung neuer Technologien. Eine gute Vorbereitung ist dabei entscheidend.
Präzision im Vorfeld
Um mögliche Vorbehalte abzubauen, sollten Mitarbeitende frühzeitig über Ablauf und Ziele der Befragung informiert werden. Ein klares Signal, dass die Unternehmensleitung hinter dem Projekt steht und die Ergebnisse ernst nimmt, ist essenziell. Dr. Lennefer empfiehlt zu diesem Zweck die Einrichtung eines sogenannten Steuerkreises. In diesem Team treiben Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen den Prozess gemeinsam voran.
Für eine rege Teilnahme empfiehlt es sich zudem, das Ausfüllen der Fragebögen während der Arbeitszeit zu ermöglichen.
Fragenkataloge von der AOK
Heute werden Mitarbeitendenbefragungen meist digital durchgeführt. Die Beschäftigten erhalten einen Link und beantworten die Fragen innerhalb eines festgelegten Zeitraums in anonymisierter Form. Die AOK stellt dafür Fragenkataloge bereit, die sich an die jeweilige Situation im Unternehmen anpassen lassen.
Im Mittelpunkt stehen neben gesundheitlichen Faktoren wie Ergonomie, Arbeitszufriedenheit und Stressbelastung auch allgemeine Themen, die großen Einfluss auf das Wohlbefinden im Team haben können. Dazu zählen der Informationsfluss im Unternehmen, Unterstützung durch die Führungsebene oder die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen.
Offen kommunizieren
Es empfiehlt sich, die Ergebnisse offen im Betrieb zu kommunizieren. Vor allem in größeren Unternehmen können dabei trotz des anonymisierten Verfahrens oft Rückschlüsse auf Bedarfe in einzelnen Teams gezogen werden. „So ist zum Beispiel erkennbar, wenn in einer Abteilung der Informationsfluss nicht gut funktioniert“, erklärt Lennefer. „Dann lassen sich gezielt Maßnahmen entwickeln, um dort Verbesserungen anzustoßen.“
Erst fragen, dann handeln
Unerlässlich ist, dass die Ergebnisse der Befragung in konkrete Schritte übersetzt werden. „Das Ziel der Befragung ist, Themen sichtbar zu machen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln“, sagt Lennefer. „Das Schlimmste wäre, die Mitarbeitenden erst nach ihren Bedürfnissen zu fragen und diese im Nachgang einfach zu ignorieren.“
Zeit und Ressourcen gewinnen
Workshops können dabei helfen, konkrete Maßnahmen zu erarbeiten. Sowohl hierbei als auch bei der späteren Umsetzung unterstützt die AOK mit individuellen Angeboten. Natürlich sind Mitarbeitendenbefragungen immer mit organisatorischem Aufwand verbunden. Führungskräfte lernen dabei jedoch, was in ihrem Unternehmen passiert und wie es der Belegschaft geht.
So werden sie befähigt, Maßnahmen passgenau zu planen und die Wirksamkeit von Angeboten der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zu steigern. Das spart Ressourcen und verbessert die Zufriedenheit im Unternehmen.
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