#Umweltschutz am 17.09.2020 aktualisiert am 20.10.2020

Bäume pflanzen gegen den Klimawandel: Wie die AOK Baden-Württemberg den Klimaschutz unterstützt

Ein Kind hält einen Eichensetzling in den Händen.
iStock Avalon_Studio

Am 18. September wird der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Johannes Bauernfeind, gemeinsam mit Umweltminister Franz Untersteller den ersten von insgesamt 5.000 Bäumen des AOK-Waldes pflanzen.

Wir, die AOK Baden-Württemberg, setzen uns für eine intakte, saubere und zukunftsfähige Umwelt ein, denn Umweltbewusstsein und Gesundheit muss man zusammendenken. Als Unternehmen engagieren wir uns für den Klimaschutz und möchten damit Verantwortung für nachfolgende Generationen übernehmen.

Im Rahmen der AOK-Klimachallenge konnten durch die Teilnehmenden über 170 Tonnen CO2 (Kohlendioxid) eingespart werden. Stellvertretend für diese Riesenmenge CO2 pflanzen wir einen AOK-Wald. Er wird in Karlsdorf-Neuthard am Oberrhein entstehen.

Klimaschutz – jeder Baum zählt

Wälder haben für uns Menschen wichtige Funktionen und nehmen dazu eine tragende Rolle im Klimaschutz ein. Sie entziehen der Luft CO2, geben Sauerstoff ab und binden Kohlenstoff im Holz. Wälder sind sozusagen unsere grünen Lungen. 

Verfügen wir über weniger Wald, wird auch weniger CO2 gebunden. Der Treibhauseffekt könnte dadurch noch stärker befeuert werden und zu Sommern mit noch mehr sogenannten “Heißen Tagen” führen.

Der Wald ist wichtig für die menschliche Gesundheit. Er dient seit jeher als Erholungsraum und Kraftquelle. Die reine Luft und die Ruhe tun gut, das Immunsystem wird nachweislich gestärkt, der Stress abgebaut.

Und: Im Wald ist es immer ein paar Grad kühler – daher tun Waldspaziergänge im Sommer besonders gut. Die Folgen des von uns Menschen verursachten Klimawandels bedrohen auch unsere Wälder. Die Hitze setzt den Bäumen massiv zu, Trockenheit macht sie anfälliger für Schädlinge. 

Wie Klimawandel und Gesundheit zusammenhängen

Heiße Tage, Tropennächte, Hitzewellen – der Klimawandel macht sich in unseren Breitengraden unter anderem durch steigende Temperaturen bemerkbar. Unsere Sommer werden immer heißer.

Junge, kräftige und gesunde Menschen stecken Hitzeperioden in der Regel gut weg. Doch für ältere Menschen, Schwangere, chronisch kranke, geschwächte oder gebrechliche Menschen kann die Hitze fatale Auswirkungen haben. Hohe Lufttemperaturen über einen längeren Zeitraum hinweg stellen nachweislich ein Gesundheitsrisiko dar.

Ältere Menschen können sich beispielsweise nicht mehr so gut an Wärme und Extremwetterlagen anpassen. Sterben sie während einer Hitzephase, gelten sie als zusätzliche Tote.

Ein frisch gepflanztes Bäumchen
Johannes Bauernfeind (rechts) und Franz Untersteller begrüßen einander
"Klima-Sparbüchle"
Johannes Bauernfeind (rechts) und Franz Untersteller
Johannes Bauernfeind (rechts) und Franz Untersteller unterhalten sich
Spatenstich bei der Baumpflanzaktion der AOK Baden-Württemberg

Studien belegen, dass zwischen 2001 und 2015 in Deutschland fast 40.000 Menschen hitzebedingt verstorben sind. Besonders folgenreich waren die heißen Sommer in den Jahren 2003, 2006 und 2015. Als besonders gefährdet gelten Personengruppen im Alter von 75 bis 84 Jahren und 85 plus.

Langanhaltende Hitze kann das körpereigene Kühlsystem überlasten. Kreislaufprobleme und sogenannte Regulationsstörungen sind dann nicht selten. Betroffene leiden unter Kopfschmerzen, Benommenheit und Erschöpfung.

Neben älteren Herrschaften haben Personen, die an chronischen Vorerkrankungen leiden, besonders mit den Symptomen zu kämpfen. Der zusätzliche Stress durch hohe Temperaturen kann Beschwerden verstärken, deutlich nachgewiesen z. B. bei Atemwegserkrankungen. Kranke werden durch Hitze kränker.

Wer schwitzt, verliert Wasser. Kranke oder alte Menschen schaffen es aber unter Umständen nicht, so viel zu trinken, wie sie eigentlich müssten, um nicht zu dehydrieren. Die Folge davon kann eine reduzierte Blutviskosität sein, d. h. das Blut fließt nicht mehr so gut, wie es sollte, wodurch wiederum das Risiko für Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.

Schafft der Organismus es nicht, seine Temperatur zu regulieren, führt dies unter Umständen zu Entgleisungen des Wasser- und Elektrolythaushalts, die für Geschwächte zu lebensbedrohlichen Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems führen können.

Stadtbewohner leiden besonders unter großer Hitze

Hitzewellen, während derer es nachts nur unzureichend abkühlt, sind eine besondere Herausforderung für den menschlichen Organismus. Der Körper hat tagsüber mit extremer Hitze zu kämpfen und kann sich gleichzeitig in tropischen Nächten nicht ausreichend erholen.

Experten erwarten, dass mit dem fortschreitenden Klimawandel in der Zukunft auch solche Phasen des gemeinsamen Auftretens von Heißen Tagen und Tropennächten zunehmen wird.

Mit tropischen Nächten haben insbesondere Bewohner von Innenstädten zu kämpfen, wenn während der Nacht die aus der Bebauung gespeicherte Hitze abstrahlt und es daraufhin kaum abkühlt.

Es wird immer heißer

Die mittlere jährliche Lufttemperatur wird auch weiterhin steigen, so prognostizieren es Klimamodelle, und zu Sommern mit mehr Heißen Tagen und Tropennächten führen. Mit der Temperatur sind auch die Anzahl der Tage, an denen es heißer war als 30 °C, die Heißen Tage, gestiegen.

Im Zeitraum 1961 bis 1990 gab es in Karlsruhe/Rheinstetten durchschnittlich jährlich 12 Heiße Tage. Im Zeitraum zwischen 1990 und 2019 hatte sich die Anzahl auf 23 nahezu verdoppelt.

Und der Rekord-Hitzesommer 2003 hatte ganze 53 Heiße Tage zu verzeichnen. Die klimatischen Veränderungen in Baden-Württemberg werden besonders deutlich am Oberrheingraben, in der Rhein-Neckar-Region und den Höhenlagen wie dem Schwarzwald.

Warum die AOK aufforstet

Der AOK-Wald wird am Oberrhein entstehen, weil diese Region eine der trockensten Gebiete in Baden-Württemberg und eine der wärmsten in Deutschland ist. Die für die Gegend typischen Sandböden speichern Wasser nur unzureichend, weshalb die Wälder dort stark unter den Auswirkungen der Dürre leiden. Viele Bestände sterben in Folge der trockenen Sommer der Jahre 2018 und 2019 ab.

Der Landesbetrieb ForstBW rechnet damit, dass bis 2022 aufgrund der Trockenjahre rund 1.000 Hektar Wald verloren gehen werden. Insbesondere Nadelbaumarten leiden zunehmend unter den steigenden Temperaturen. Den Buchen, aber auch den Kiefern am Oberrhein ist es schlichtweg zu heiß geworden.

Da Bäume langsam wachsen und sich das Klima in den letzten zwei Jahrzehnten zu stark verändert hat, können sich Bäume an die Temperaturverschiebungen und an die Dürre nicht schnell genug anpassen. Ein Generationenwechsel dauert meist über hundert Jahre.

Der AOK-Wald wird sich hauptsächlich aus Roteichen zusammensetzen, denn im Gegensatz zu vielen anderen heimischen Baumarten kommt Eichen das wärmer werdende Klima noch am ehesten entgegen. Darüber hinaus beherbergen die knorrigen Laubbäume besonders viele seltene holzbewohnende Käferarten.

Neu gepflanzte Bäume binden in den ersten Jahren eher wenig CO2. Erst mit zunehmendem Alter wandeln die Eichen des AOK-Waldes viel schädliches CO2 um. Bis dahin werden noch einige Jahrzehnte vergehen.

Doch mit unserem Beitrag legen wir den Grundstein für eine gesunde Umwelt für alle nachfolgenden Generationen – damit unsere Kinder und Enkel auch in einer intakten Umwelt heranwachsen können.

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veröffentlicht am 17.09.2020 aktualisiert am 20.10.2020
AOK-Expertin für Umwelt und Nachhaltigkeit

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