Unternehmen im Ländle
Gemeinsam wachsen
Veröffentlicht am:04.09.2026
5 Minuten Lesedauer
Austausch, Vernetzung, Weiterbildung – bei den Unternehmerfrauen im Handwerk und Mittelstand Karlsruhe e. V. steht das gegenseitige Stärken und Bestärken im Vordergrund. Vereinsvorsitzende Caroline Jerabek beschreibt, warum im Verein jeder Tag ein Frauentag ist.

© christine-rauch-fotografie.de
Seit 50 Jahren stehen die Unternehmerfrauen im Handwerk und Mittelstand Karlsruhe für Austausch, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. Heute verbindet das Netzwerk Frauen aus dem Handwerk und angrenzenden Branchen und schafft Raum für neue Impulse, berufliche Weiterentwicklung und persönliche Begegnungen. Die Vorsitzende Caroline Jerabek spricht über gewachsene Traditionen, neue Perspektiven und darüber, warum Vielfalt eine besondere Stärke des Vereins ist.
Frau Jerabek, das Netzwerk UFH Karlsruhe feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Was hat Tradition und was hat sich im Laufe der Jahre gewandelt?
Seit jeher stehen die Unternehmerfrauen in Handwerk und Mittel-stand (UFH) Karlsruhe für starken Zusammenhalt, persönlichen Austausch und gegenseitige Unterstützung. Diese Werte bilden bis heute das Fundament unseres Vereins. Gleichzeitig haben wir uns bewusst weiterentwickelt und für selbstständige Frauen geöffnet, deren Tätigkeiten das Handwerk ergänzen – etwa in den Bereichen Gesundheit, Coaching, Digitalisierung oder Kommunikation. So ist aus einer klassischen Handwerksorganisation ein modernes, branchenübergreifendes Netzwerk entstanden. Besonders die Vielfalt und Diversität unserer Mitglieder machen den Verein heute attraktiv und zukunftsfähig.
Welcher Voraussetzungen bedarf es, um UFH-Mitglied zu werden?
Mitglied kann jede selbstständige Frau, Unternehmerin oder aktiv im Betrieb mitwirkende Frau werden, deren Tätigkeit im Handwerk oder in einem handwerksnahen Bereich angesiedelt ist. Wichtig sind uns unternehmerisches Engagement, Offenheit für Austausch und die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen. Durch die gezielte Öffnung für angrenzende Branchen entstehen wertvolle Synergien. Unsere Mitglieder profitieren vom Blick über das eigene Gewerk hinaus und von einem Netzwerk, das unterschiedliche Perspektiven vereint.
„UFH-Mitglied kann jede selbstständige Frau, Unternehmerin oder aktiv im Betrieb mitwirkende Frau werden, deren Tätigkeit im Handwerk oder in einem handwerksnahen Bereich angesiedelt ist.“

Caroline Jerabek
1. Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk und Mittelstand Karlsruhe e.V.
© Glaserei Sand und Co. GmbH
Ganz konkret: Wie unterstützen Sie sich gegenseitig? Und welche Angebote umfasst das Vereinsprogramm?
Der persönliche Austausch ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit – praxisnah, ehrlich und auf Augenhöhe. Wir unterstützen uns gegenseitig durch den Austausch von Erfahrungen, kollegiale Beratung und Empfehlungen, oft auch über Branchen hinweg. Unser Vereinsprogramm umfasst regelmäßige Netzwerktreffen, Fachvorträge und Betriebsbesichtigungen. Ergänzt wird es durch Impulse zu aktuellen Themen wie Digitalisierung, Unternehmensführung oder Gesundheit. So schaffen wir Raum für Weiterentwicklung und konkrete Unterstützung im unternehmerischen Alltag.
Wie gehen Unternehmerfrauen selbst mit Stress, Erschöpfung oder Überlastung um – und spielt das Thema Gesundheit innerhalb des Vereins eine Rolle?
Viele Unternehmerfrauen stehen täglich vor der Herausforderung, berufliche Verantwortung und private Anforderungen zu vereinbaren. Entsprechend wichtig sind klare Strukturen, bewusste Auszeiten und individuelle Strategien zur Stressbewältigung. Der Austausch im Netzwerk ist dabei besonders wertvoll: In vertrauensvoller Atmosphäre können Erfahrungen geteilt und neue Lösungsansätze entwickelt werden. Gesundheit ist für uns ein zentrales Thema, das wir regelmäßig aufgreifen. Gerade durch die Vielfalt unserer Mitglieder, insbesondere aus Gesundheits- und Coachingberufen, erhalten wir praxisnahe Impulse für mehr Resilienz im Alltag.
Wie lässt sich Gesundheitsförderung im Handwerk am besten verankern, welche Trends, Risiken oder Chancen erkennen Sie?

Gesundheit gewinnt im Handwerk zunehmend an Bedeutung, sowohl körperlich als auch mental. Themen wie Prävention, ergonomisches Arbeiten und Stressmanagement rücken stärker in den Fokus. Gleichzeitig bleiben hohe körperliche Belastung und Zeitdruck zentrale Herausforderungen. Chancen liegen vor allem in ganzheitlichen Ansätzen, die sowohl Arbeitsbedingungen als auch persönliche Ressourcen berücksichtigen. Impulse aus handwerksnahen Bereichen wie Gesundheit oder Coaching können hier wertvolle Unterstützung leisten.
Das Handwerk ist nach wie vor eher eine Männerdomäne. Was unternehmen Sie, um mehr Frauen dafür zu gewinnen?
Wir setzen gezielt auf Sichtbarkeit und Vernetzung. Weibliche Vorbilder spielen dabei eine wichtige Rolle, ebenso wie authentische Einblicke in den Berufsalltag. Gleichzeitig sprechen wir bewusst Frauen aus handwerksnahen Bereichen an und zeigen, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten im Umfeld des Handwerks sind. Unsere Stärke liegt in der Diversität: Unterschiedliche Kompetenzen, Erfahrungen und Perspektiven machen unser Netzwerk besonders attraktiv. Ergänzt wird dies durch Mentoring-Angebote und starke Partnerschaften, die Frauen langfristig stärken und begleiten.
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