Hausstaubmilbenallergie

Allgemeine Infos zur Hausstaubmilbenallergie

Die Hausstaubmilben sind die klinisch wichtigsten ganzjährigen Allergenproduzenten in Innenräumen. In Deutschland leiden rund 6-12 % der Bevölkerung an Hausstaubmilbenallergie. Dabei wird die allergische Reaktion hauptsächlich durch die im Kot befindlichen Allergene der Hausstaubmilben ausgelöst. Hausstaubmilben sind Mitbewohner unserer Wohnungen. Ihr Vorkommen ist keine Folge mangelnder Hygiene. Sie übertragen keine Krankheiten und stellen im menschlichen Wohnbereich 80 % der gesamten Milbenpopulation.

Durch Bewegungen von Textilien, wie Bettdecke oder Matratze, Polstermöbel und Teppiche, sowie durch den Luftzug zum Beispiel im Rahmen des Staubsaugens wird dieser allergenhaltige Staub aufgewirbelt und mit der Atemluft inhaliert.

Optimale Klimabedingungen für die meisten Milbenarten liegen bei einer mittleren relativen Luftfeuchtigkeit von 65-80 % und einer Temperatur von 20-30° Celsius. Ihre Hauptvermehrungszeit liegt in den Monaten Mai bis Oktober. In dieser Zeit sind die Beschwerden für Hausstaubmilbenallergiker am größten, da sich die maximale Menge an Allergenen angesammelt hat. Hauptlebensräume der Milben sind vor allen Dingen Matratzen und textile Polstermöbel. Gemäß der Verfügbarkeit des Nahrungsangebotes finden sich die meisten Milben in der Nähe der Oberfläche. Das Material der Matratze spielt für die Milbenbesiedlung keine Rolle.

Tipps gegen Hausstaubmilbenallergie

Hier sollte mit der Sanierung der Betten begonnen werden. Hausstaubmilben leben in jedem Haushalt. Zur Reduktion der Milbenpopulation gehen Sie am besten in einzelnen Schritten vor, die sich ergänzen.
 
Sanierung des Bettes

  • Sie können die Matratze mit einem milben- und allergendichten Matratzenüberzug (Encasing) einhüllen, der bei mindestens 60°C gewaschen werden kann.
  • Haben Sie oder Ihr Partner eien Allergie gegen Hausstaubmilben müssen im Doppelbett beide Matratzen umhüllt werden. Es gelangen sonst weiterhin Allergene aus der nicht umhüllten Matratze in die Umgebung. 
  • Beziehen Sie auch Oberbetten und Kopfkissen mit Federfüllung mit entsprechenden Encasings. Solche Überzüge werden jedoch von vielen Menschen als unangenehm empfunden. Sie klagen beispielsweise über lautes Rascheln und vermehrtes Schwitzen. 
  • Eine Alternative zum Encasing im Kampf gegen die Hausstaubmilben ist waschbares Bettzeug. Wichtig ist, dass die Decken und Kissen mindestens bei 60 °C, besser aber bei 95 °C waschbar sind. Diese müssen dann allerdings alle 4 bis 6 Wochen gewaschen werden, damit ein Großteil der Hausstaubmilben abgetötet werden kann.

Lüften gegen Hausstaubmilben

Hausstaubmilben können sich bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit (60-75 %) und Temperaturen um 25 Grad Celsius stark vermehren. Da gerade nachts im Schlafzimmer durch Atmung und Schweißabsonderungen eine hohe Luftfeuchtigkeit entsteht, ist es ratsam, gezielt und regelmäßig zu lüften.

Staubsaugen, Wischen, Reinigen

Entgegen der landläufigen Meinung müssen Teppichböden nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben nicht mehr unbedingt vermieden werden. Am günstigsten ist ein kurzfloriger, synthetischer Teppichboden, der den Feinstaub gut festhält. Die entscheidenden, für Hausstaubmilbenallergiker relevanten Kriterien eines Staubsaugers sind die Staubrückhaltefähigkeit und die Sicherheit, dass sich keine Keime und Pilze im Gerät bilden können. Die geforderte Filterung von Staubteilchen wird von dem Typ der sogenannten "HEPA"-Filter (high efficiency particulate air-Filter) geleistet. Staubsauger mit Auffangbehältern (ohne Staubsaugerbeutel) sind für für Menschen mit Allergie gegen Hausstaub nicht zu empfehlen, da bei der Entleerung viel Feinstaub und Allergene entweichen können.

Als weitere Möglichkeit bei Allergie gegen Hausstaubmilben können sich sogenannte zentrale Staubsaugeranlagen eignen. Der Motor mit Staubbehälter wird zentral im Haus montiert. In den Räumen befinden sich Anschlussdosen, in die dann nur noch der Saugschlauch gesteckt werden muss. Das System hat den Vorteil, dass es den Feinstaub und die Allergene direkt aus dem Haus befördert. Solche Anlagen lassen sich auch nachrüsten. Es gibt sie sogar schon für Etagenwohnungen, sodass man diese auch bei einem Umzug mitnehmen kann.

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