FAQ
Häufig gestellte Fragen zur Frauengesundheit, Brustselbstuntersuchung und natürlichen Vorbeugung (FAQs)
Worin liegen die Chancen der Brustselbstuntersuchung?
Das Brustkrebsrisiko wird von jüngeren Frauen oft eher über- und von älteren Frauen eher unterschätzt. Die meisten Frauen entdecken den Brustkrebs jedoch selbst. Wenn die Diagnose in früheren Krankheitsstadien entdeckt wird, ist die Lebensqualität deutlich besser durch organschonendere Operationsmöglichkeiten, und die Heilungschancen steigen.
Wir wissen aus Befragungen, dass für viele Frauen die Veränderung ihres Körper- und Selbstwertgefühls durch eine eingreifendere Brustkrebs-Operation eines der Hauptprobleme in der Krankheitsbewältigung ist.
Ängste in diesem Zusammenhang lassen sich oft am besten mit Informationen abbauen. Aber es gilt auch dazu zu ermutigen, sich selber aufmerksam wahrzunehmen und nicht den Kopf in den Sand zu stecken bei Auffälligkeiten, denn Brustkrebs ist leider die häufigste Krebsdiagnose der Frau.
Es besteht aber auch zunehmend die Chance, durch verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten sich sicherer zu fühlen. Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ist das Mammographie-Screening ein wichtiges Angebot.
Die systematische Brustselbstuntersuchung kann und sollte jede Frau monatlich in jedem Alter durchführen.
Was können Frauen also konkret unternehmen?
Sie sollten wissen, wer ihnen zuverlässige und neueste Informationen vermittelt und wo sie diese bekommen. Es gibt zunehmend systematische Informationskonzepte für gesunde wie auch für betroffene Frauen mit aktuellen Tipps für eine verlässliche ganzheitliche Versorgung gegen Brustkrebs (Chronikerprogramm DMP - fragen Sie Ihren Arzt und die AOK).
Diese wurden von Experten für die Verbesserung der Frauengesundheit entwickelt.
Ein sehr gutes Beispiel für ein systematisches Konzept der Brustselbstuntersuchung ist die MammaCare-Methode, eine mehrfach ausgezeichnete und international anerkannte Methode.
Zunächst ist es für alle Frauen in jedem Alter wichtig, sich überhaupt an das Thema heranzutrauen – sich „heranzutasten“. Das gilt nicht nur für gesunde Frauen, sondern auch für Frauen mit Brustkrebs.
Wer mehr wissen möchte zur Anatomie oder wie sich ein Knoten in einer bestimmten Größe überhaupt anfühlt, hat bei MammaCare die Möglichkeit, gezielt mehr Eigenkompetenz und Körpervertrauen ganz praktisch zu erwerben.
Jede Frau sollte wissen, bei welchen Veränderungen möglichst rasch der Arzt/die Ärztin aufzusuchen ist über die jährlichen ärztlichen Untersuchungen der Brust hinaus.
Was heißt MammaCare?
Mamma heißt lateinisch die Brust, Care meint „Fürsorge“, sich aktiv kümmern, Bescheid wissen.
Wozu sollte ich als Frau genau Bescheid wissen?
Zunächst sollte jede Frau wissen
1. wie ist die Anatomie, also wie ist die Brustdrüse aufgebaut und was zählt dazu (Achselhöhle seitlich, nach oben zum Schlüsselbein, Umschlagfalte)
2. was heißt ein „2 cm“ großer Knoten“ (Tast-Modell mit unterschiedlichen Größen bei MammaCare)
3. wie fühlen sich verschiedene Knoten an (Tastmodelle in 3 Ebenen bei MammaCare)
4. wie taste ich am besten (3-Finger-Methode: 3 Druckstärken als 10Cent-Kreise, Sensibilität bewusst trainieren im Kurs)
5. wie gehe ich am besten systematisch tastend vor (in Bahnen senkrecht, mit Zeit, im Liegen, ohne Seife etc. „Scarlett-O’Hara-Position“)
6. abschließend vor dem Spiegel auf Veränderungen beidseits stehend achten in 3 Positionen: Arme hoch, im Nacken, in der Hüfte (Rötungen, Hautöberfläche, Einziehungen usw.)
Wie wird dieses Konzept vermittelt?
Dieses anschauliche Konzept wird im Rahmen der MammaCare- Methode behutsam im kleinen Kreis in Gruppen von bis zu 4 Frauen durch geschulte MammaCare-Trainerinnen vermittelt. Diese verfügen über medizinische Kompetenz als Ärztinnen, Hebammen, Arzthelferinnen usw. und sind nach strengen Qualitätskriterien einheitlich geschult worden durch ausgewählte Frauenärztinnen von MammaCare. Ein Kurs dauert mindestens 90 Minuten.
Die Methode stammt aus den USA und hat mehrere Auszeichnungen auch in Deutschland erhalten. Die Amerikanische und die Deutsche Krebsgesellschaft empfehlen sie offiziell als Methode der Brustselbstuntersuchung.
Gesunde und auch an Brustkrebs erkrankte Frauen haben hier viel Zeit Fragen zu klären und Ängste abzubauen, zumal der „weiße Kittel“ wegfällt und Grundkenntnisse verlässlich vermittelt werden.
Ideal ist es, wenn alle Angebote genutzt werden:
also
1. das Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren,
2. die medizinische Untersuchung und
3. die Brustselbstuntersuchung regelmäßig durchzuführen.
Was sind also die Ziele zusammengefasst von MammaCare?
1. Ängste nehmen durch mehr Informationen und motivieren zu mehr Körperbewusstsein für bessere Lebensqualität.
2. Die natürliche Vorbeugung unterstützen gegen Brustkrebs durch praktisches Wissen um die Brustselbstuntersuchung (BSU) und durch Tipps für gesunden Lebensstil.
Was kostet ein MammaCare-Kurs?
Für AOK-versicherte Frauen in Baden-Württemberg ist der Kurs kostenlos wie auch die Informationsveranstaltungen rund um das Thema natürliche Vorbeugung auch durch den Lebensstil. Mehr Informationen zu Tipps + Training erhalten Sie bei Ihrer AOK Ansprechpartnerin für Brustkrebs vor Ort.
Weitere Gesundheitsangebote aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung und Stressbewältigung finden Sie hier.





