Glyx-Diät
Bei Glyx-Diäten und Glyx-Diät-Rezepten soll der Anwender durch die Reduzierung des glykämischen Indexes eine Gewichtsreduktion erfahren. Mithilfe von Glyx-Diät-Tabellen an denen man sich orientieren kann, soll er dann auch dauerhaft abnehmen können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hält den glykämischen Index nicht für praxisrelevant.
Die Glyx-Diät orientiert sich am glykämischen Index (GI), der aussagt, wie stark der Blutzuckergehalt nach dem Verzehr eines Lebensmittels ansteigt. Der Anstieg wird durch die Art und Menge der Kohlenhydrate im Essen beeinflusst. Auf einen hohen Blutzuckerspiegel reagiert der Körper mit einer erhöhten Ausschüttung des Hormons Insulin, das den Spiegel rasch wieder absenkt. Die Folge sind zum einen Heißhungerattacken. Zum anderen erschwert ein hoher Insulinspiegel den Abbau von Körperfett. Rein theoretisch müssten Lebensmittel mit einem niedrigen GI also schlank machen, oder?
Eine Diät mit vielen Fettnäpfchen
Glyx-Diäten propagieren, die Lösung des Problems Übergewicht sei allein die Reduzierung des glykämischen Indexes. Die Höhe der Energie- und Fettzufuhr gelte dabei als irrelevant, kritisiert die DGE. Sie warnt davor, mehr Fett zu konsumieren, da es eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Übergewicht spielt. Empfehlenswert sei ein moderater Fettkonsum von maximal 30 % der Nahrungsenergie bzw. 35 % bei entsprechender körperlicher Bewegung, auch wenn die Glyx-Diät etwas anderes sagt.
Die DGE beanstandet zudem, dass ernährungswissenschaftliche Tatsachen mit falschen und unbewiesenen Tatsachen vermischt werden. Es sei zwar richtig, dass schnell resorbierbare Kohlenhydrate zu einem höheren Blutzuckerspiegel und Insulinausschüttung führten und dass dies bei überkalorischer Ernährung die Fettablagerung fördere. Die Beurteilung des glykämischen Index als alleinigen Faktor bei der Gewichtsreduktion sei aber unsinnig, da die Blutzuckerwirksamkeit von zahllosen anderen Faktoren mitbestimmt werde, z. B. vom Flüssigkeitsgehalt der Nahrung, der Temperatur sowie dem Fett- und Ballaststoffgehalt einer Mahlzeit.
Ein generelles Problem der Glyx-Diät ist, dass die Lebensmittel nur isoliert betrachtet werden. Das geht aber an der Realität vorbei und führt teilweise zu bizarren Empfehlungen. So haben die nährstoffreichen und kalorienarmen Kartoffeln einen hohen GI, sind also nicht so sehr zu empfehlen. In Verbindung mit Gemüsesorten, die einen niedrigen GI aufweisen, darf man sie aber essen. Werden die Kartoffeln in Fett gebraten, z.B. als Pommes Frites, weisen sie auch einen niedrigen GI auf, obwohl sie hier ganz offensichtlich auf die Hüften schlagen.
Fazit
Studien, in denen Patientengruppen nach günstigem oder ungünstigem glykämischen Index ernährt wurden, zeigten langfristig keine Unterschiede in der Gewichtsabnahme, gab Prof. Volker Pudel, ehemaliger Leiter der ernährungspsychologischen Forschungsstelle der Universität Göttingen, zu bedenken. Sie können sich also das Lesen von Glyx-Tabellen sparen. Achten Sie lieber auf eine ausgewogene Ernährung, nehmen Sie nicht mehr Kalorien auf, als Sie wirklich verbrauchen und treiben Sie regelmäßig Sport. Das ist das noch immer das beste Rezept gegen Übergewicht.
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Letzte Aktualisierung: Oktober 2011

