Medikamente (Wechselwirkungen)

Was wir essen, kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Und umgekehrt können auch Arzneimittel die Naährstoffaufnahme und -verstoffwechselung im Körper beeinflussen.

Was kann passieren?
Die Bandbreite der unerwünschten Nebenwirkungen ist groß. Manchmal wirkt ein Medikament einfach nicht mehr so gut, wenn es zusammen mit bestimmten Nahrungsmitteln in den Körper gelangt. Gelegentlich blockieren Arzneien im Darm die Aufnahme von wichtigen Substanzen, wie Kalzium, Fluor oder Jod. Bei kurzfristiger Einnahme ist das sicherlich kein großes Problem. Doch besonders chronisch Kranke laufen Gefahr, an Mangelerscheinungen zu leiden. In seltenen Fällen drohen durch die Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Nahrung sogar Schlafstörungen und Herzrasen.

Hier heißt es aufpassen

  • Antibiotika: Ganz oben auf der Liste stehen die Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline. Sie bilden mit dem Kalzium aus Milch und Milchprodukten Komplexe und können dann nicht mehr durch die Darmwand in den Körper gelangen. Nehmen Sie daher keine Tetracycline mit Milch oder Milchprodukten ein. Während des Zeitraums der Medikamenteneinahme müssen Sie aber nicht ganz auf Milchprodukte verzichten. Es reicht, wenn Sie einige Stunden zwischen Milch- und Medizineinnahme verstreichen lassen.

  • MAO-Hemmer: Leiden Sie unter Depressionen und müssen deshalb so genannte MAO-Hemmer schlucken, dann verzichten Sie besser auf eiweißreiche Lebensmittel, die nicht mehr ganz frisch sind, wie Käse, Dauerwurst, Fischkonserven oder gesalzene Heringe. Denn in ihnen steckt Tyramin, das unter dem Einfluss der MAO-Hemmer vom Körper nicht mehr abgebaut wird. Ein erhöhter Blutdruck und sogar Hirnblutungen können die Folge sein.

  • Eisentabletten: Oxalsäure in Schwarztee, Rhabarber und Spinat, Phytine in Getreide, Tannine in Schwarztee und Kaffee sowie Magnesium können die Eisenaufnahme im Darm hemmen. Wer also Eisentabletten benötigt, sollte mindestens zwei Stunden warten, bis er zu Rhabarberkompott, Cappuccino und Co. greift. Wer sowohl Eisen- als auch Magnesiumpräparate einnehmen muss, sollte dazwischen warten. Eine gute Nachricht: Das Vitamin C in Fruchtsäften und Obst fördert die Eisenaufnahme im Darm.

  • Bluthochdruckmittel, Antihistaminika und Immundepressiva: Es gibt auch Lebensmittel, die die Wirkung von Medikamenten verstärken und so zu einer Überdosierung führen können. Trinken Sie also besser keinen Grapefruitsaft, wenn Sie Bluthochdruckmittel, Antihistaminika (Arzneien gegen Allergien), Schlafmittel oder Immunsupressiva (wirken gegen die Abstoßung von Organen) einnehmen. Das Gleiche gilt für Alkohol. Er verhindert den Abbau der Medikamente und erhöht somit deren Wirkdauer. Die Wechselwirkung zwischen Grapefruitsaft und Medikamenten wurde übrigens zufällig entdeckt, als man in einer Studie nach einer Wechselwirkung zwischen bestimmten Medikamenten und Alkohol suchte, so der Pharmakologe Professor Dr. U. Fuhr von der Universität Köln.

Letzte Änderung: Januar 2010

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