#Pendeln am 23.07.2019 aktualisiert am 18.09.2019

Stressfaktor Pendeln: Wie komme ich entspannter zur Arbeit?

Mann legt verzweifelt seinen Kopf auf das Lenkrad seines Autos. Pendeln zur Arbeit ist für ihn ein Stressfaktor.
Silverkblack/istockphoto

Lange Staus und volle Züge nerven viele Pendler in Baden-Württemberg. Sechs Tipps, wie dich dein Arbeitsweg weniger stresst.

Pendeln ist verbreitet

Fast jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland ist Pendler. Laut einer von der AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage legen in Baden-Württemberg über drei Millionen Menschen ihren Arbeitsweg mit Auto, Bahn oder Bus zurück. Und immer mehr haben eine sehr lange Anfahrt: Jeder zehnte Pendler in Baden-Württemberg ist täglich über eine Stunde unterwegs, jeder vierte zwischen 30 und 60 Minuten. 42 Prozent der Befragten, die länger als 30 Minuten unterwegs sind, erleben die Fahrerei als große Belastung. Größter Stressfaktor ist Stau, auch überfüllte Züge setzen Pendlern zu.

Stress, psychische Beschwerden und Fehltage: die Folgen des Pendelns

Je länger der Weg, desto größer der Stress. Denn Pendler können weniger Zeit mit der Familie oder Freunden verbringen. „Kritisch wird es ab einer täglichen Pendelzeit von über 90 Minuten“, sagt Dr. Steffen Häfner, Pendelexperte und Chefarzt für Psychosomatik in der MediClin Baar Klinik in Königsfeld. Das Kernproblem: Viele empfinden die Fahrerei als verlorene Zeit, was auf Dauer unglücklich macht. Studien zeigen: Pendler sind anfälliger für psychische Beschwerden, haben mehr Fehltage als Menschen mit kurzem Arbeitsweg. Sie schlafen oft schlechter, leiden häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder hohem Blutdruck.

Auto oder Bahn – was ist besser?

Pendler laufen jeden Tag Gefahr, zu spät zu kommen oder einen wichtigen Termin zu verpassen. Gerade im Ländle, wo der Verkehr oft stockt. Laut ADAC gehört Baden-Württemberg zu den drei Bundesländern mit den häufigsten Staumeldungen. „Viele fühlen sich fremdbestimmt, was eine Depression oder Angststörung auslösen kann“, erläutert Häfner. „Bahn-Pendler fühlen sich hingegen meist weniger gestresst, weil sie sich besser entspannen können.“ Wenn du nicht mehrfach umsteigen musst oder wesentlich länger als mit dem Auto brauchst, ist die Bahn also die bessere Wahl. Ideal sind Verbindungen, bei denen du nicht umsteigen musst. Denn eine längere Fahrzeit stresst weniger als die Angst, einen Anschluss zu verpassen.

So kommst du mit dem Pendeln besser klar

Wenn dein Arbeitsweg dauerhaft länger ist, kommt es vor allem auf eine positive Einstellung und etwas Kreativität an. „Manche Menschen pendeln 30 Jahre und haben kaum Beschwerden, weil sie die Fahrerei mit sinnvollen Tätigkeiten verknüpfen“, erklärt Häfner.

Drei Tipps für Autofahrer

  • Entspannen: Musik, Podcast oder Hörbücher machen gute Laune. Der Effekt: Gefühlt vergeht die Zeit im Stau schneller. Auch Atemübungen senken deinen Stresspegel, weil sie den Körper mit Sauerstoff versorgen.
  • Zusammen fahren: Fahrgemeinschaften schonen Umwelt und Nerven. Denn geteiltes Leid ist halbes Leid! Außerdem bist du als Fahrer aufmerksamer, wenn du nicht allein unterwegs bist.
  • Mehr Zeit einplanen: Straßenverkehr ist unkalkulierbar. Fahr deshalb mindestens 15 Minuten früher los! Der Vorteil: Du kannst defensiver fahren. Häufige Spurwechsel stressen auf Dauer.

Drei Tipps für Bahn-Pendler

  • Sinnvolles machen: Nutz die Zeit für Dinge, die dir Spaß machen oder dich weiterbringen. Lies ein Buch, stricke oder lern Vokabeln, wenn du für den Job gute Fremdsprachenkenntnisse brauchst.
  • Abschalten: Lass die Seele baumeln, schließ die Augen und denk an nichts. Oder an etwas Schönes – etwa den nächsten Urlaub. Das macht dich auf Dauer gelassener.
  • Früher aussteigen: Eine Bahn früher zu nehmen, macht doppelt Sinn. Du verpasst keinen Anschluss und kannst vielleicht eine Station eher aussteigen. Einen kleinen Teil der Strecke zu laufen, tut Körper und Seele gut.

Wie machst du es?

Was machst du, um entspannt zur Arbeit zu kommen? Kommentiere hier und verrate der Community deinen Tipp.

veröffentlicht am 23.07.2019 aktualisiert am 18.09.2019
GESUNDNAH-Redaktion
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